02.01.2020 - 13:00 Uhr
EschenbachOberpfalz

Unbesetzte Stellen, leere Betten

Die Polizei auf dem Land stärken und wieder ausreichend Fachkräfte in der Altenpflege: Das sind die beiden großen Wünsche, die bei ihrem Silvesterbesuch an die SPD-Mandatsträger herangetragen werden.

Das gerade sanierte ehemalige Gefängnis ist eines der Gesprächsthemen beim Besuch der SPD-Fraktion mit Bundestagsabgeordnetem Uli Grötsch (vorne, Vierter von links) und Annette Karl (vorne, Vierte von rechts) in der von Werner Stopfer (vorne, Mitte) geleiteten Polizeiinspektion Eschenbach.
von Jürgen MaschingProfil

Ihre alljährliche Runde zu Hilfseinrichtungen und Institutionen in der Rußweiherstadt zu Jahresende unternahm die SPD-Fraktion im Kreistag zusammen mit Bundestagsabgeordnetem Uli Grötsch sowie Landtagsabgeordneter Annette Karl. Wie jedes Jahr begann die Abordnung ihre Tour mit dem Besuch der Polizeiinspektion.

Dienststellenleiter Werner Stopfer begrüßte dort die Politiker und informierte sie über das vergangene Jahr aus Sicht der Beamten - vor allem über die zunehmenden Widerstände, nicht nur im Bereich der Polizei. „Auch gegenüber BRK und Feuerwehr steigt die Aggressivität“, berichtete Stopfer. Er betonte, dass die Polizei ohne die Hilfe der Einsatzkräfte zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall gar nicht arbeiten könne.

Neben den positiven Erfolgen in der Rauschgiftkriminalität war auch der Verkehr ein Thema. „Wir hatten im Jahr 2019 keinen Verkehrstoten“, freute sich der Inspektionsleiter. In Sachen Personal bat er Uli Grötsch und auch Annette Karl um weitere Bemühungen, die Polizei im ländlichen Bereich weiter zu stärken. Positiv sah Stopfer den Ausbau des ehemaligen Gefängnisses. „Aber wir müssen auch eine Sanierung des Dienstgebäudes anstreben“, machte er deutlich.

Im Gespräch ging es nicht zuletzt um die neue Dienstwaffe P9, die alle als sehr positiv bewerteten. Uli Grötsch bedankte sich, „das wir bereits seit 30 Jahren zur Polizeiinspektion Eschenbach kommen dürfen“, und fügte hinzu: „Die Herausforderungen sind neue, aber die Themen bleiben die gleichen.“

Danach zogen die SPD-Politiker weiter in die Einrichtung von Regens Wagner im ehemaligen Krankenhaus. Leiter Andreas Uschold brachte seine Freude über den Besuch der Delegation zum Ausdruck und informierte über die Ereignisse des Jahres 2019.

„Zu wenig Pflegekräfte“, lautete eine der ersten Anmerkungen von Daniela Jenke, der Leiterin des Hauses St. Laurentius. „Es war ein relativ gutes Jahr, aber wir brauchen dringend Mitarbeiter“, konkretisierte sie. Das Problem werde erkannt, aber es werde nichts getan dafür. „Bei uns ist keine schlechte Stimmung, bei weitem nicht. Aber wenn du Betten hast, diese aber nicht besetzen kannst, weil du keine Kräfte dafür hast, ist das nicht schön“, erklärte sie. Zudem seien die Wohnungen, die die Kräfte der Einrichtung benötigten, in Eschenbach und Umgebung „nicht bezahlbar“.

Im Anschluss ging es zur Rettungswache, wo BRK-Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer zusammen mit den Mitarbeitern die Genossen erwartete. Auch hier bedankten sich diese für die Arbeit der Mitarbeiter, aber auch der vielen Ehrenamtlichen, die täglich ihre Freizeit opfern und in Eschenbach "Dienst schieben".

Galitzdörfer wiederholte erneut, dass er für 2020 den Bau einer neuen Rettungswache, in der auch die BRK-Bereitschaft und die Wasserwacht Platz finden sollen, anstrebt. Dazu betonte Bürgermeister Peter Lehr: „Um es nochmal klarzustellen: Nicht die Stadt Eschenbach will dieses Gebäude bauen, sondern das BRK. Wir unterstützen hier, wo wir können.“

Die letzte Stadion des Silvesterbesuches war das BRK-Seniorenwohn- und -pflegeheim. Im Austausch mit dem neuen Leiter Josef Ott und seinen Mitarbeitern war ebenfalls der „leergefegte Markt“ an Fachkräften das große Thema. Insbesondere Pflegedienstleiterin Gabi Lohner machte deutlich, dass es ihr sehr zu Herzen gehe, wenn sie täglich Anfragen von Hilfesuchenden bekomme, aber absagen müsse, „weil ich niemanden zum Pflegen der Leute habe“. Der Appell müsse ganz nach oben getragen werden, forderte sie.

Die SPD-Fraktion um Bürgermeister Peter Lehr (rechts) beim Besuch der Rettungswache Eschenbach.

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