29.07.2021 - 16:37 Uhr
EschenbachOberpfalz

Nach Unfall an Rußweiher-Kreuzung: Rufe nach Entschärfung werden immer lauter

Es ist in Eschenbach ein Dauerthema. Ein weiterer Unfall mit verletzten Personen bringt die Diskussion um die Entschärfung der Kreuzung am Rußweiher wieder in Schwung. Der Bürgermeister hofft auf eine Entscheidung noch in diesem Jahr.

Die Rußweiher-Kreuzung bei Eschenbach steht schon länger im Blickfeld der Stadt und des Bauamts. Immer wieder gibt es hier Unfälle.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Eine Mutter und ihre 11-jährige Tochter wurden am vergangenen Wochenende bei einem Unfall an der Rußweiher-Kreuzung bei Eschenbach verletzt. Es war, gemessen an der Schadenshöhe, der wohl heftigste Zusammenstoß an dieser Stelle in den vergangenen Jahren. Neun verletzte Personen seit 2019 ist die Bilanz.

Die Rufe danach die Kreuzung mit einer Ampel oder gar einem Kreisverkehr zu entschärfen, werden immer lauter. Vor allem in den sozialen Medien melden sich immer mehr Eschenbacher zu Wort. Eschenbachs Bürgermeister Marcus Gradl wird nach dem neuerlichen Unfall deutlich: „Egal wie, aber es muss hier eine Lösung her. Die Zahl der Unfälle ist belegbar. Unfälle passieren, aber hier gab es in den letzten zehn Jahren 16 Unfälle mit Personenschaden. Man kann hier nicht warten bis ein Beteiligter stirbt.“

Kreisverkehr nicht möglich?

Das Thema ist nicht neu, kommt durch den aktuellen Unfall aber wieder in Fahrt. Bereits im September 2020 beschäftigte sich der Stadtrat mit dem Problem. Eine Ampel sollte die Lösung sein, da das Straßenbauamt den Kreuzungsbereich damals als nicht ausreichend für den erforderlichen Radius eines Kreisverkehrs einstufte.

Das bestätigt Gerhard Kederer vom Bauamt: „Ein Kreisverkehr ist schwierig. Wir betrachten die Rußweiher-Kreuzung aber schon länger, eben weil es eine Unfallhäufungsstelle ist.“ Er verweist auch auf die Schwierigkeit, dass die Zubringerstraße zum Hotraberg wohl zu nah am Kreisverkehr wäre. Anfang Juli habe es auch eine Verkehrszählung gegeben, deren Auswertung läuft noch.

Bürgermeister will rasche Lösung

Den aktuellen Unfall habe auch das Staatliche Bauamt zum Anlass genommen sich nochmal Gedanken zu machen. „Wir werden sehen, ob da baulich etwas zu machen ist. Dafür sind wir auch im Austausch mit der Polizei und der Stadt Eschenbach“, erklärt Kederer. Das bestätigt auch Gradl: „Wir sind in gutem Austausch mit dem Bauamt und haben weitere Termine im August und September, wo uns hoffentlich Lösungen aufgezeigt werden. Das Paket muss rund sein. Ich hoffe, dass noch in diesem Jahr eine Entscheidung fällt.“

Fußgänger weiterhin ein Problem

Bereits zuvor war mit der Geschwindigkeitsbegrenzung in diesem Bereich der B470, die gerade für Berufspendler wichtig und daher auch stark frequentiert ist, ein erster Schritt hin zu mehr Sicherheit gemacht worden. Auch Schilder, die Fußgänger auf die Unterführung zwischen den beiden Einkaufsmärkten auf der einen und dem Rußweiher-Freibad auf der anderen Seite der Bundesstraße, sollten für mehr Sicherheit sorgen.

Dennoch überqueren immer wieder Spaziergänger oder Freibad-Besucher die B470 und ignorieren die Hinweise. Bürgermeister Gradl hat dafür überhaupt kein Verständnis: „Ich kann nur an die Vernunft appellieren. Bitte nutzt die Unterführung zwischen den Einkaufsmärkten und dem Freibad.“

Rußweiher-Kreuzung in Eschenbach: Ampel wohl einzige Lösung

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Info:

Unfälle an der Rußweiher-Kreuzung seit 2019

  • April 2019: Autofahrer übersieht Motorradfahrer, ein Verletzter, 15.000 Euro Schaden.
  • Oktober 2019: Zusammenstoß von zwei Fahrzeugen, zwei Verletzte, 25.000 Euro Schaden.
  • Juli 2020: Unfall mit zwei Fahrzeugen, eine Verletzte, 15.000 Euro Schaden.
  • August 2020: Zwei Fahrzeuge kollidieren, zwei Verletzte, 13.000 Euro Schaden.
  • Mai 2021: Zusammenstoß von zwei Autos, ein Verletzter, 25.000 Euro Schaden
  • Juli 2021: Drei Fahrzeug in Unfall verwickelt, zwei Verletzte, 55.000 Euro Schaden

 

 

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