Der Haushaltsplan der Verwaltungsgemeinschaft für das Jahr 2026 weist im Vergleich zum Vorjahr ein signifikantes Wachstum auf. Das Gesamtvolumen steigt um 16,93 Prozent auf 2.542.000 Euro. Die Verwaltungsumlage pro Einwohner bleibt mit 205 Euro jedoch auf dem Niveau des Vorjahres. In der Sitzung der Gemeinschaftsversammlung stand das 125-seitige Zahlenwerk von Kämmerer Uli Hesl im Mittelpunkt. Er räumte ein, dass man vor der Herausforderung stand, erhebliche Kostensteigerungen im laufenden Betrieb mit der Notwendigkeit zur Modernisierung der Infrastruktur in Einklang zu bringen, ohne die Mitgliedsgemeinden stärker finanziell zu belasten.
Dreh- und Angelpunkt sah er im Verwaltungshaushalt mit 2,166 Millionen Euro. Die größte Veränderung beträfen die Personalausgaben, die sich mit einer Steigerung von über 150.000 Euro auf rund 1,608 Millionen Euro erhöhen. Der Zuwachs von 10,5 Prozent resultiere nicht nur aus der tariflichen Entgelterhöhung von 2,8 Prozent ab Mai. Hesl verwies auf neue Stellen in der Kämmerei, im Archiv und der Hauptverwaltung sowie auf Höhergruppierungen und erwähnte eine Teilzeitstelle für das Archiv und eine neue Stelle wegen der Umstellung auf das neue Umsatzsteuerrecht. Sein Resümee: „Die Personalintensität steigt damit auf 74,23 Prozent – drei von vier Euro im laufenden Betrieb fließen in das Personal.“ Einen weiteren Kostentreiber sah er in den EDV-Dienstleistungen, die um 12.000 Euro auf 132.000 Euro angehoben wurden.
"Kritischer Kern des Haushalts"
Zu wichtigen Ansätzen im Haushalt zählte der Kämmerer Kostenerstattungen für die Kreistagswahl (10.000 Euro), den Finanzausgleich mit 18,42 Euro pro Einwohner und einem Gesamtansatz von 149.000 Euro, die Sonderzahlung der Stadt Eschenbach von 37.400 Euro wegen des erhöhten Verwaltungsaufwands durch den Stadtteil Netzaberg, Verwaltungskostenbeiträge für Wasser und Kanal mit 215.000 Euro, die Kostenerstattung für die Verwaltung der Schulverbände mit 9900 Euro und die Zuführung von knapp 300.000 Euro aus dem Vermögenshaushalt, der sich nahezu auf 376.000 Euro verdoppelt.
Den Gemeinschaftsmitgliedern aus den Gemeinden Eschenbach, Neustadt am Kulm und Speinshart erläuterte Hesl Investitionsschwerpunkte im Vermögenshaushalt mit 35.000 Euro für Hardware, 25.000 Euro für den Austausch veralteter Rechner, 10.000 Euro für die EDV-Anbindung im Ausweichquartier Karlsplatz und 18.000 Euro für die Homepage. Er räumte ein, dass die Gesamtinvestitionen von mehr als 146.000 Euro zu 70.200 Euro über Haushaltsausgabereste gedeckt werden.
In seinen Ausführungen zum „kritischen Kern des Haushalts“, der Finanzierung, lautete seine Botschaft: „Trotz sinkender Einwohnerzahlen von 6597 auf 6566 bleibt die Verwaltungsumlage pro Kopf stabil bei 205 Euro.“ Das Umlagesoll sinke von 1.352.385 Euro auf 1.346.030 Euro. Zur Entwicklung der Pro-Kopf-Umlage enthält der Haushaltsplan eine Aufzeichnung mit der Steigerung von 125 Euro (im Jahr 2017), über 148 Euro (2020) und 155 Euro (2022) bis auf 186 Euro (2024). „In absehbarer Zeit werden wir nicht mehr unter die 200-Euro-Marke kommen“, prognostizierte Hesl.
Entlastung durch Rücklagen
In der Entnahme von 376.000 Euro aus der Rücklage, die zum Jahresende auf circa 41.000 Euro abschmilzt, sah er eine Entlastung der Gemeinden und bekannte: „Es ist nicht Sinn, Rücklagen zu schaffen, die sind bei den Gemeinden besser aufgehoben.“ Da die Personalkosten schon allein durch Lohnerhöhungen weiter steigen werden, hielt er eine Erhöhung der VG-Umlage in den nächsten Jahren für wohl unausweichlich. Die VG-Umlage 2026 bezifferte er für Eschenbach (4299 Einwohner) mit 881.295 Euro, für Neustadt am Kulm (1157) mit 237.185 Euro und für Speinshart (1110) mit 227.550 Euro. Die Beschlüsse zu Haushaltssatzung, Finanzplan, Investitionsprogramm und Stellenplan fielen einstimmig.
Zum Ergebnis der örtlichen Rechnungsprüfung 2024 erklärte Prüfungsleiter Wolfgang Haberberger: „Es war nichts auszusetzen.“ Die Versammlung stellte die Jahresrechnung mit 2.034.366 Euro fest und erteilte die Entlastung für das Haushaltsjahr 2024. Die Haushaltssatzung war im Juni 2024 mit 1.784.000 Euro beschlossen worden.
Mit Wolfgang Haberberger, Richard Neukam und Hermann Preißinger verabschiedete Gemeinschaftsvorsitzender Marcus Gradl Kommunalpolitiker, die die Gemeinschaft ihm zufolge durch Engagement und gute Zusammenarbeit geprägt haben. Er wandte sich insbesondere seinem Vize Haberberger zu, der in einer Zeit des Umbruchs über drei Perioden „als ‚Aushilfslehrer‘ wichtige Zeichen“ gesetzt hat. Er habe bei der IT-Umstellung viel erreicht und sich „auch ganz praktisch“ eingebracht. Verantwortungsbewusste, vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit bescheinigte er den VG-Räten Richard Neukam (Speinshart) und Hermann Preißinger (Neustadt). Mit der Übergabe eines Speinshart-Buches würdigte Albert Nickl Haberbergers „hartnäckiges Wirken in einer attraktiven Verwaltungsgemeinschaft“.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.