01.08.2018 - 16:01 Uhr
EschenbachOberpfalz

Vinzenz Dachauer verstorben

Die Eschenbacher werden seinen hintergründigen Humor vermissen. Wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag verstirbt Ehrenbürger Vinzenz Dachauer in der Nacht zum Mittwoch.

So kannten ihn seine Eschenbacher: Im März 2016 war Vinzenz Dachauer (rechts)Schirmherr beim Starkbierfest des Motorradclubs „Pilots“ und hatte viel zu lachen. Bild: rn
von Walther HermannProfil

(rn) Mit ihrem "Vinz", wie er stets liebevoll genannt wurde, verliert Eschenbach eine Persönlichkeit, die stets Bürgersinn zeigte und durch ihr Leben und Wirken Spuren hinterlässt. Eng mit dem örtlichen Vereinsleben verbunden, war es stets sein Bestreben, zu vermitteln und zu helfen. Man darf ihm eine belebende Umtriebigkeit bescheinigen, wenn es um Gemeinsinn und Gemeinwohl ging. Sein Bekenntnis zum 70. Geburtstag war zugleich Leitlinie für die folgenden Jahrzehnte: "Mein Alter hat mich nie interessiert, darum hat es mich bis heute nicht behindert. 70 Jahre sind eine lange und kurze Zeit zugleich. Ich habe versucht, viel aus meinem Leben zu machen, Mensch zu werden und zu bleiben."

Eng verbunden mit dem Namen Dachauer ist die Geschichte der Bürgerfeste. Als führendes Mitglied des Rotary-Clubs Auerbach war er mit dessen Spende des Rotary-Brunnens im Mai 1979 verbunden. Zur Segnung des Brunnens hatte der damalige Bürgermeister Walter Ficker zum ersten Bürgerfest geladen. In Würdigung seiner wirtschaftlichen Verdienste um die Rußweiherstadt wurde Dachauer 1986 die Bürgermedaille verliehen. Sechs Jahre später folgte die Paul-Herris-Fellow-Auszeichnung mit Saphir. 1993 verlieh ihm Landrat Anton Binner die Landkreismedaille in Gold und bekundete: "Sie haben sich um die Arbeitsplätze in der Region verdient gemacht."

Mit Blick auf die einzigartige und souveräne Weise, mit der sich Vinzenz Dachauer in den Dienst der Eschenbacher Vereinswelt stellte, steckte ihm Landrat Simon Wittmann 2005 das "Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt" an. Das Lebenswerk und die Verdienste Dachauers für Eschenbach fanden im Juli 2008 in der Verleihung der Ehrenbürgerwürde ihren Niederschlag.

25 Jahre lang leitete er in vorbildlicher Weise und mit viel Idealismus die Geschicke des Stadtverbandes. Bei einem Festakt in der Aula der Markus-Gottwalt-Schule, der durch Wort- und Liedbeiträge der "Vuastodtmusi" eine besondere Würze erhielt, wurde er im März 2015 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Er war bereits Ehrenmitglied mehrerer Eschenbacher Vereine, hatte sich lange Jahre beim Sportclub als zweiter Vorsitzender mit dem Aufgabenbereich eines Geschäftsführers und als Festausschussvorsitzender engagiert. Mehr als zehn Jahre setzte er sich als zweiter und erster Vorsitzender des VdK für seine Mitbürger ein. Und so "ganz nebenbei" zeigte er Organisationstalent bei PEGA, Millenniumsfeier, Bürgerfesten und Faschingszügen.

Der Kommune stellte Dachauer von 1978 bis 1990 seine Dienste als Stadtrat zur Verfügung. Als Wirtschaftsfachmann, er machte von 1959 bis 1990 das Gossen-Werk zum größten örtlichen Arbeitgeber, wirkte er acht Jahre als Aufsichtsratsvorsitzender der Raiffeisenbank Eschenbach, bei der er den Neubau am Karlsplatz und die Fusion mit Pressath und Trabitz vorbereitete und mittrug. Als interessanten Aufgabenbereich bezeichnete er einmal seine mehrjährige Tätigkeit als Vorsitzender des Elternbeirats am Gymnasium. Ruhe und Ablenkung boten ihm die Jagd.

Um den Mittelpunkt der Familie trauern Ehefrau Christa, Sohn Matthias, Tochter Michaela mit Ehemann Rainer und die Enkelkinder Regina, Rainer und Christine.




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