02.06.2020 - 14:19 Uhr
EschenbachOberpfalz

Waldkindergarten wieder mit Leben erfüllt

Im Eschenbacher Waldkindergarten ist wieder Leben eingekehrt. Das „Jubilieren“ von 26 Buben und Mädchen mischt sich mit dem steten Gezwitscher der Vogelwelt.

Zum "Wohnzimmer" des Waldkindergartens gehört eine vielseitige Einrichtung. Stets im Mittelpunkt: Antonia Schindler.
von Walther HermannProfil

Mit großem Hurra nahmen die „Waldmäuse“ von "Learning Campus" ihr „Wohnzimmer“ im städtischen Waldgebiet „Großes Dessenreuth“ kurz vor Pfingsten wieder in Besitz. In Folge der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hatte auch im örtlichen Waldkindergarten für viele Wochen nahezu jede Aktivität geruht. Im Wege der Notbetreuung hielten nur vier Kinder die Stellung.

Das Erfolgsmodell „Waldmärchen“ im Unteren Stadtwald begann nach einjähriger Planungs- und Vorbereitungszeit sowie mehrwöchigen Schnupperstunden offiziell am 1. September 2017. Sieben Kinder waren damals die ersten, die die Natur als Spiel- und Lernort erlebten.

Viel Bewegung stärkt seither nicht nur Kondition und Kraft der "Waldmäuse". Diese haben auch den Waldboden spielerisch verdichtet. Er ist bedeckt mit einer Schicht festgetretener feiner Nadeln und zeigt die Wirkung eines teuren Teppichs. Zum Naturspielplatz, für dessen Unterhalt keine Kosten anfallen, gehören ein Naturtipi, ein Feengarten aus Steinen und Ästen, eine „Küche“, eine Werkstatt, ein Waldsofa, Hängematten und Stammsitze.

Ergänzt werden sie durch einfache Vorrichtungen, die die Bewegungsfähigkeit und Motorik der Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren fördern. Und da es im Wald keine Ablenkung und Reizüberflutung gibt, wächst bei den Mädchen und Buben seither die Konzentrationsfähigkeit.

„Bei den Kindern und auch bei den Eltern herrscht große Freude über die Wiederaufnahme des Kindergartendienstes“, bekräftigt Antonia Schindler. Die Pädagogin berichtet von täglichen „Videokonferenzen“ mit Kindern und Eltern während der Schließung, bei denen als Gegenmittel zur Langeweile Gestaltungstipps für zu Hause gegeben wurden. Das Ergebnis sind unter anderem Insektenhotels und bunt bemalte Bretter. Einige davon zieren nun den Zugang zum „Wohnzimmer“ der munteren Schar, die zwei Erzieherinnen und eine Kinderpflegerin stets im Blick haben.

Besondere Maßnahmen dienen der Gesundheitsvorsorge. Dazu gehört zunächst ein Abhol- und Bringdienst. Die Kinder werden bereits am Wanderparkplatz an der B 470 abgeholt. Die Eltern, für deren Anfahrt ein Kreisverkehr vorgegeben ist, brauchen ihr Auto nicht verlassen. Den Kindern wird aus dem Auto geholfen. Die Erzieherinnen tragen dabei Mundschutz. Im „Wohnzimmer“ werden dann die Hände gewaschen - ebenso zur Brotzeit und nach dem Toilettengang. Zusätzlich steht ausreichend Desinfektionsmittel bereit.

Schindler erkennt eine positive Begleiterscheinung der frühzeitigen Wiederaufnahme des Dienstes im Waldkindergarten: „Da alle anderen Kindergärten weiterhin nur eine Notbetreuung erbringen, kommen wir als Waldkindergarten wieder einmal ins Gespräch.“ Bringzeit ist von 7 bis 8.15 Uhr, Abholzeit von 13.30 bis 14 Uhr.

Den Zugang zum "Wohnzimmer" der "Waldmäuse" zieren von Eltern und Kindern bunt bemalte Bretter.
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