28.11.2019 - 14:26 Uhr
EschenbachOberpfalz

Whiskyverkostung beim Taubnschuster: Erst "verriechen", dann schlucken.

Die zweite Reise durch die schottischen Whiskyregionen führte die Eschenbacher Whiskyfreunde zum Taubnschuster. Gemeinsam mit dem Heimatverein veranstalteten sie ein genussvolles "Tasting" im ehemaligen Kuhstall.

Beim Taubnschuster frönten die Whiskyfreunde schottischen Genüssen.
von Walther HermannProfil

Tuchfühlung war angesagt, als sich Erwin Traßl vor einer Karte Schottlands mit den Arten von Whisky und deren Entwicklung seit König Eduard II., der das Brennen legalisierte, befasste. Er beschrieb Regionen wie Highlands, Speyside, Ostküste, Isle of Skye und Islay, aus denen die Kostproben des Abends stammten. Hans Rupprecht und Markus Porsch gaben Hinweise zum Genussprozedere und den Besonderheiten der Kostproben.

Der "Informationsunterricht" beinhaltete Tipps zum richtigen Glas, Aussagen zur Farbe des Whiskys und Empfehlungen zur Aufnahme des Whiskys. Denn die Aromastoffe sollten durch ein wechselndes "Verriechen" mit beiden Nasenöffnungen aufgenommen werden. Erst dann gelte es einen Schluck zu nehmen und diesen dem Alter des Whiskys gemäß im Mund zu halten: Für zehn Jahre sind zehn Sekunden gefordert. Der Whisky-Papst Richard Paterson habe sogar gefordert: "Vor dem Trinken mit dem Whisky plaudern und ihn fragen, wie geht es dir."

In wechselnder Folge erfuhr der Freundeskreis Informationen zu den sieben Destillen der Brennregionen, deren unabhängige Abfüller und Details zu Whiskyherstellung oder auch zur Fassreifung. Die Verkostung begann mit "Fettercairn, Signatory Vintage" und dem würzig "Tullibardine 228 Burgundy Finish" aus den Highlands. Als ein komplexer Single Malt mit viel Sherry, von dem in der Region Speyside jährlich drei Millionen Liter gebrannt werden, reizte der 18 Jahre alte "Glenfarclas" die Geschmacksnerven der Genießerrunde. "Angenehm, zart ölig mit maritimen Charakter" lautete das Urteil für den "Clynelish" von der schottischen Ostküste. Als Kontrast dazu erhielten die Whiskyfreunde den in Portweinfässern gelagerten "Talisker Port Ruighe" von der Isle of Skye.

Die Genussvarianten fanden kein Ende. Dem "Bowmore" aus der gleichnamigen Distillery aus dem Jahr 1779, ein würziger, milder Malt mit leichten Rauchanklängen, war nach 15-jähriger Reifung in Bourbonfässern eine dreijährige Endlagerung in Sherryfässern anzumerken. Ebenfalls von den südwestlichen Islay-Inseln kam "Ardbeg Corryvreckan", der "rauchigste Whisky" des Verkostungssortiments. Er vereinigt erdige Noten mit Pfeffer.

Aufgelockert wurde der Abend durch pikante Brotzeiten des Heimatvereins. Für eigene Notizen hatte jeder der Genießer zudem eine Faltkarte mit den Namen der zu verkostenden Whiskys erhalten. Mit einem Fragebogen, auf dem jeder Anregungen und Bemerkungen notieren konnte, endete der offizielle Teil der geselligen Runde.

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.