21.01.2020 - 15:14 Uhr
EschenbachOberpfalz

"Zermörsern" nur im Einzelfall

Die richtige Einnahme von Medikamenten, Verträglichkeit und Nebenwirkungen, Zuzahlungen und Preisvorschriften, aber auch "Arzneimittel als Sucht": All das sind Themen, die vor allem ältere Menschen interessieren.

Stefan Weidinger und Team-Leiterin Maria Förster freuen sich über den großen Zuspruch beim ersten Treff des Seniorenclubs im neuen Jahr.
von Georg PaulusProfil

Das zeigt sich auch beim Januar-Treff des Seniorenclubs der Pfarrei St. Laurentius. Maria Förster als Sprecherin hieß dazu im voll besetzten Stüberl des Kleintierzüchterheimes zahlreiche Mitglieder willkommen sowie als Referenten Apotheker Stefan G. Weidinger. "Richtige Einnahme von Arzneimitteln", lautete das Thema des Stadtapothekers.

"Ein Arzneimittel ist ein Stoff, den ich in geringer Menge aufnehme und der bewirken soll, dass es mir hoffentlich besser geht." Diesen Satz stellte der Leiter der Apotheke am Karlsplatz an den Anfang seines Referats. Stefan Weidinger war es dann wichtig, mit praxisnahen Themen die Aufmerksamkeit der Zuhörer hoch zu halten.

Da fast jeder einen kleinen Vorrat an Arzneimitteln zu Hause habe, sei darauf zu achten, dass die Medikamente trocken und nicht verwechselbar aufbewahrt werden, erklärte er. Wenn man sich nicht mehr sicher sei, um was für eine Tablette es sich handle, sollte diese im Restmüll entsorgt werden, nicht über die Toilette. Denn: "Über die Klaranlage wird sie im Grundwasser wiederkommen, als Restmüll in der Verbrennungsanlage aber endgültig verschwinden", erläuterte Weidinger.

Er legte den Senioren nahe, Haltbarkeitsdaten und Herstelleranweisungen zu beachten sowie Aufbrauchsfristen zu berücksichtigen. So könnten konservierte Augentropfen sechs Wochen, wasserfreie Salbe ein Jahr und wasserhaltige Cremes drei bis sechs Monate angewandt werden. Prinzipiell sei darauf zu achten, dass die Einnahme eines Arzneimittels Einfluss auf seine Wirksamkeit habe, merkte der Referent zu den Angaben vor, zum, nach dem Essen oder nüchtern an.

Den Zuhörern riet er, Tabletten aufrecht mit Wasser zu einnehmen, nicht mit Tee (außer Früchtetee), Kaffee, Milch oder andere Getränken. Blutdruck- und Wassertabletten mit Alkohol in überschaubarer Menge (ein Glas Wein) zu sich zu nehmen, bezeichnete Weidinger als "problemlos". Zum Schlucken großer Tabletten sei "ein Stück altes, trockenes Brot mit wenig Spucke" hilfreich.

Zur Teilbarkeit verwies er auf die Packungsbeilage, es sei denn, der Arzt habe eine ausdrückliche Anweisung gegeben. "Zermörsert" werden sollten Tabletten nur im Einzelfall, da ein Wirkverlust möglich sei, etwa bei Pantoprazol, betonte der Redner. Bei Zweifeln sei eine Nachfrage beim Apotheker angebracht. Die korrekte Einnahme von Medikamenten sei wichtig, betonte Weidinger. Bei einer Unverträglichkeit müsse ein Gespräch mit dem Arzt über Alternativen geführt werden.

Besonderheiten zur Anwendung von Brausetabletten, Wirkstoffpflastern und Asthmasprays waren ebenfalls Themen. Auch auf Insulin ging der Apotheker ein. Seine Tipps: die Pen-Nadel nur einmal verwenden, die Einstichstelle regelmäßig wechseln und vor dem Gebrauch den Pen langsam hin- und herrollen, damit das Insulin gleichmäßíg durchmischt ist.

"Mucksmäuschenstill" wie selten hörten die Senioren dem Apotheker zu, der abschließend auch noch geduldig Antwort auf Fragen gab. Dann bedankte sich Maria Förster im Namen des "Teams" und der Senioren bei Stefan Weidinger mit einem "Genießer-Tröpfchen".

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