07.01.2020 - 12:44 Uhr
EschenbachOberpfalz

Mit Zoigl gegen Unheil wappnen

Einige Gäste finden keinen Platz mehr: Bei seinem "Stärk'-Antrinken" freut sich der Heimatverein über ein volles Haus beim "Taubnschuster". Der Zoigl fließt in Strömen - schnell sind alle Fässer leer.

Heimatvereins-Vorsitzender Karl-Heinz Keck (links) versorgt mit seinem Team die Besucher beim "Stärk'-Antrinken" im "Taubnschuster"-Anwesen mit süffigem Zoigl.
von Jürgen MaschingProfil

Etwa im 18. oder frühen 19. Jahrhundert ist die Tradition des "Stärk'-Antrinken" entstanden, sagen die Heimatforscher. Ein genauerer Ursprung lasse sich jedoch nicht rekonstruieren. Vermutlich steht diese Tradition im Zusammenhang mit dem vorchristlichen Brauchtum der zwölf Raunächte zwischen den Jahren. Bei den Germanen und Kelten galten diese Nächte als heilige Zeit, die für die Familie, zum Feiern und zum Orakeln genutzt wurde.

Weil die Oberpfälzer stark in ihren Bräuchen verwurzelt sind und gerne Bier trinken, wappnen sie sich gegen alles Unheil des Neuen Jahres, indem sie sich in geselliger Runde "Stärk'" antrinken. Damit diese auch ein ganzes Jahr vorhält, sollte für jeden Monat eine Halbe getrunken werden. Aber man sollte die Zwölferregel nicht so genau nehmen, schließlich dient der Brauch dem Mobilisieren der Kräfte und soll nicht das Gegenteil bewirken.

Beim "Stärk'-Antrinken" des Heimatvereins beim "Taubnschuster" waren die Tische vollends besetzt, so dass es für so manchen, der zu spät kam, keinen süffigen Zoigl mehr gab. Der Zoigl, der von der Brauerei Hartwich aus Mitterteich kam, wurde traditionell in Steinkrügen ausgeschenkt. Dazu gab es saure und gebratene Bratwürste sowie Bauernseufzer. Schnell wurden das letzte Fass geleert und die Brotzeiten aufgegessen, so dass 2020 eigentlich nur ein gutes Jahr werden kann.

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