19.05.2020 - 12:10 Uhr
EslarnOberpfalz

Alle Kandidaten jetzt Bürgermeister

Drei Kandidaten bewerben sich in Eslarn um das Amt des Bürgermeisters. Wie kaum in einer anderen Kommune, ist jeder nun auch Amtsinhaber.

Bürgermeister Reiner Gäbl vereidigt seine beiden neuen Stellvertreter, Thomas Kleber (CSU) und Bernd Reil (FWG) (von links).
von Josef ForsterProfil

Seit 18 Jahren steht Reiner Gäbl an der Spitze des Grenzmarkts. Die Bürger entschieden sich trotz zweier Gegenkandidaten auf Anhieb für eine weitere Amtsperiode. Unterlagen CSU-Kandidat Thomas Kleber und Bernd Reil von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) zwar zunächst; so hievte eine Mehrheit im Marktrat beide auf zwei weitere Bürgermeisterplätze.

Kleber übernahm dabei das bislang von Georg Zierer (SPD) ausgeübte Ehrenamt als zweiter Bürgermeister. Reil tritt als Neuling in die Fußstapfen des zuletzt von Josef Illing (CSU) bekleideten Amts als dritter Bürgermeister. Gäbl vereidigte seine ehemaligen Mitkonkurrenten.

Das neue Gremium hatte sich mit dem Neubau einer Logistikanlage mit Mezzaningeschoss und Außenanlagen im Gewerbegebiet Zankeltrad zu beschäftigen. Als Bauherr trat die VfB-Vermögens AG auf. Aufgrund der vorgelegten Pläne zeigte sich eine Verkürzung von Wendehammer und kombiniertem Rad- und Gehweg, da ein Teil davon durch Gebäude und Außenanlage überbaut werden soll. Der Bauwerber beantragte zudem aus Gründen der Sicherheit eine Umzäunung mit einem zwei Meter hohen Zaun. Gäbl informierte das Gremium über ein abstimmendes Gespräch des Bauherrn mit dem Landratsamt und der Baubehörde. Nach einem gemeinsamen „Ja“ im Marktrat bat Kleber um Infos zum eventuellen Baubeginn. Gäbl ging von einem Start nach dem Abernten der betroffenen Flächen aus. Zierer meinte, es gehe schon im Juni los.

Mit einem Erweiterungsantrag befasste sich der Marktrat im Anschluss. Das Unternehmen Bioenergie Kleber beabsichtigt die Errichtung eines Warmwasserpufferspeichers und eines Technikraumes in Roßtränk. „Das gilt als Erweiterung eines Gewerbebetriebs“, merkte Gäbl dazu an. Ohne Wortmeldungen stimmte das Gremium dem Vorhaben geschlossen zu.

Neumitglied Kleber beantragte im Anschluss die Nutzungsänderung einer Landmaschinenwerkstätte zu einer LKW-Werkstätte mit Einbau eines Galleriegeschosses und den Neubau eines Waschplatzes mit Ölabscheider und Gerätehäuschen in der Waidhauser Straße. Ohne Beteiligung des zweiten Bürgermeisters bei der Abstimmung sprachen sich alle anderen Gremiumsmitglieder einmütig für das Vorhaben aus. Gleiches galt für den Neubau einer Fertiggarage mit Flachdach in der Zankeltradstraße.

Bei der Abstimmung über die Errichtung einer Dachgaube und den Ausbau des Dachgeschosses in Thomasgschieß enthielt sich Albert Gollwitzer (FWG) der Abstimmung. Familie Bösl erhielt die gemeinsame Zustimmung zum Bau einer Lager- und Verkaufshalle auf dem Grundstück in der Böhmer Straße. Einem Ehepaar im Baugebiet „Im Steinboden“ genehmigten die Markträte einheitlich die Errichtung von Dachgauben und eines Nebengebäudes. Das Vorhaben fand zuvor zusätzlich Aufnahme in die Tagesordnung.

Gäbl informierte am Schluss des öffentlichen Teils noch über den Eingang von Förderbescheiden. Das Amt für ländliche Entwicklung bewillige für die Maßnahme beim Atzmannsee vorläufig bis maximal 200.000 Euro. Auf 1,56 Millionen Euro laute der Zuwendungsbescheid der Regierung der Oberpfalz für die Städtebauliche Erneuerungsmaßnahme im Programm „Innen statt Außen“ für die Sanierung des ehemaligen Schulhauses zur Schaffung von Wohnungen und Gemeinschaftsräumen. Zu den Kosten von 23.582 Euro für den Glasfaseranschluss der Grundschule gebe es eine Förderung in Höhe von 80 Prozent. Als Termin für die nächste Sitzung gab der Bürgermeister, Dienstag, 2. Juni, bekannt. Albert Grießl (FWG) brachte im Zusammenhang mit der Beerdigung von Sigmund Witzlau noch den Tod eines der ältester Bürger der Marktgemeinde zur Sprache.

Heimatfest verschieben oder sogar streichen?:

Was machen wir mit unserem Heimatfest?, schnitt der Bürgermeister Reiner Gäbl ein wichtiges Thema an. Sowohl eine komplette Absage als auch eine Verschiebung wären denkbar. Dazu informierte Gäbl über das Ergebnis einer nicht offiziellen Abstimmung auf der Internetseite der Kommune. Hier hätten sich 79 Prozent der 574 Teilnehmer für eine Verschiebung ins nächste Jahr ausgesprochen und 29 Prozent für ein Absagen.

Einzig sicher sei, dass das Fest aufgrund der gesetzlichen Vorgaben heuer nicht mehr stattfinden dürfe. Eine Entscheidung zwischen einer Neuauflage erst im Jahr 2025 oder einer Verschiebung auf den Zeitraum vom 30. Juli bis 8. August 2021 überließ Gäbl den Markträten. Nicht ohne vorher auf „bereits mit verschiedenen Musikdarbietern und Festhallenbesitzern getätigte Gespräche“ hinzuweisen: „Wir erhalten die gleichen Konditionen.“

Der Bürgermeister ergänzte diese Aussage mit einem Hinweis auf keinerlei Konkurrenzfeste in diesem Zeitraum. Das Waidhauser Friedensfest stünde auch nicht in einem direkten Zusammenhang mit dem neu herauskristallisierten Termin.

SPD-Fraktionssprecher Siegfried Wild verwies auf das Treffen der Böllerschützen im nächsten Jahr, für das es bereits Zusagen gäbe. Gerade deshalb sollte Eslarn „diese Chance ergreifen“. Auch sein CSU-Kollege Wolfgang Voit pflichtete ihm bei: „So ein Heimatfest ist etwas Gemeinschaftsbildendes für den ganzen Ort.“ Nachdem es im Festausschuss sehr harmonisch zugegangen sei und dort gute Arbeit und viel Arbeit geleistet werde „sollten wir es auch durchziehen, wenn wir schon die Gelegenheit haben“. Vielleicht ließe sich dadurch auch die eine oder andere Festdame aus der Gemeinde an ehrenamtliche Aufgaben heranführen.

Christian Schmucker (SPD) brachte noch einen weiteren Aspekt zur Sprache: Die Hauptarbeit der Vorbereitungen sei bereits zu 70 oder 80 Prozent im Festausschuss geleistet. „Es wäre schade darum.“ Auch Albert Gollwitzer (FWG) hatte keine Bedenken, dass „schon einiges des Vorbereiteten wieder verwendet werden kann.“ Er plädierte zudem für ein Beibehalten der bislang geplanten Jahre, also nach 2021 bereits wieder in 2025 und dann weiter alle fünf Jahre. Alle Markträte statteten die Verschiebung in das nächste Jahr mit einem gemeinsamen „Ja“ aus.

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