Eslarn
11.12.2018 - 08:58 Uhr

Böschung sorgt für Unmut

Die neu gestaltete Staatsstraße auf Höhe des Gewerbegebietes in Eslarn und die erschwerten Zufahrten zu den seit Jahrzehnten angesiedelten Betrieben erhitzen die Gemüter. Die Betroffenen hoffen auf Nachbesserungen.

Die Ausfahrt vom Betrieb Hierold mündet direkt in eine Böschung und führt auf der ehemaligen Straße entlang der neuen Staatsstraße zurück zur Auffahrt. Bild: gz
Die Ausfahrt vom Betrieb Hierold mündet direkt in eine Böschung und führt auf der ehemaligen Straße entlang der neuen Staatsstraße zurück zur Auffahrt.

Der Ausbau der Staatsstraße 2154 zwischen Gewerbegebiet und Ortseinfahrt nach Eslarn stößt auf erheblichen Unmut. Den Anstoß gab eine Aufschüttung der S 2154 um rund 1,50 Meter auf Höhe der Firma Hierold und die erhebliche Absenkung der Straße beim Anwesen von Herbert Frischmann. Aber auch die momentane enge und steile Zufahrt an der ehemaligen Ritterklause erschwert momentan den Lastwagenverkehr zweier Unternehmen.

Am Donnerstag, 13. Dezember, soll die neue Staatsstraße zwischen Eslarn und Waidhaus für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden. Bereits im Oktober hatte die Unternehmerin Anneliese Hierold dem Straßenbauamt Amberg-Sulzbach per E-Mail ihren Unmut über die erhebliche Straßenerhöhung mitgeteilt und wies auf den versprochenen bestandsnahen Ausbau hin. "Jetzt muss ich feststellen, dass die Straße um 1,50 Meter höher liegt als meine Einfahrt", ärgert sie sich.

In einer Antwort-E-Mail vom 31. Oktober 2018 schrieb die Behörde: "Bei der Planung haben wir mit entsprechenden Schnitten die Zufahrten untersucht und geplant. Momentan ist es im Stadium des Erdbaus nicht immer ohne weiteres zu erkennen, wie die Situation endgültig ausschauen wird."

Ein persönlicher Kontakt zwischen Anlieger und Straßenbauamt oder mit der Gemeinde habe es vor der letzten Sitzung im Rathaus nie gegeben, so dass der Beginn der Erdaufschüttung und Erdabtragung für alle Anlieger überraschend kam. Die Familie Hierold befürchtet durch die deutlich erhöhte Straße und die Böschung direkt vor dem Wohnhaus eine Beeinträchtigung des Wohnklimas und der Privatsphäre sowie eine Abwertung ihres Anwesens.

Durch die Anhebung der Straße haben Autofahrer entgegen früher einen direkten Einblick zum Balkon im Erdgeschoss und ins Wohnzimmer von Martin Hierold im ersten Stock. Zudem wirkt der Ausblick vom Wohnzimmer zur Straßenböschung nicht gerade einladend.

Ein großes Problem sehen die Unternehmerin der Metallbaufirma Hierold und der Unternehmer Johannes Kleber in der neuen Zufahrt zu den beiden Betrieben. Die Lastwägen müssen künftig auf Höhe der Ritterklause von der Staatsstraße abfahren und gelangen momentan nur in einer scharfen Kurve zu den Firmengrundstücken. "Durch die steile Abfahrt geht so mancher Lkw oder manches Auto auf", beschrieb Unternehmer Kleber die Situation. Kleber plant, seine Lastwagen aus dem Ort zur Ritterklause zu verlegen und ist auf eine ordnungsgemäße Zufahrt angewiesen. "Ich möchte meinen künftigen Standort nicht über den Ortsteil Steinboss anfahren müssen." Keine Möglichkeit zu Verbesserungen sieht Unternehmer Hans Schmucker nach der Asphaltierung. "Man hätte die Anlieger vorher über die Planungen aufklären müssen."

Einig waren sich die Unternehmer darüber, dass für den aufwendigen Straßenbau viele Flächen notwendig waren und der Bau insgesamt kostenintensiv ist. Die Anlieger fühlen sich von den Behörden und der Gemeinde im Stich gelassen.

Ein Problem mit der Zufahrt hat auch Anlieger Herbert Frischmann. Durch die erheblich tiefer gelegte neue Straße ist eine direkte Zufahrt nicht mehr möglich. Das Grundstück können Lastwagen, die Siloballen anliefern, nur noch erheblich erschwert über den Radweg erreichen. "Jetzt muss eine vernünftige Anbindung zu meinem Grundstück gefunden werden", fordert Frischmann.

Probleme bereitet die derzeitige enge und steile Abfahrt zu den Betrieben Kleber (vorne, rechts) und Hierold (Balkon). Unterhalb die ehemalige und oberhalb die aktuelle Straßenführung. Bild: gz
Probleme bereitet die derzeitige enge und steile Abfahrt zu den Betrieben Kleber (vorne, rechts) und Hierold (Balkon). Unterhalb die ehemalige und oberhalb die aktuelle Straßenführung.
 
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