01.07.2018 - 15:43 Uhr
EslarnOberpfalz

"Unser Craft-Bier heißt Zoigl"

Zoigl auf dem Tisch, in jedes Redners Mund und in Metall gegossen als Vorgeschmack vor dem Rednerpult: Finanz- und Heimatminister Albert Füracker hat am Samstag in Eslarn den Grundstein für den Zoigl-Skulpturenweg gelegt.

Das Modell der Skulptur - und ein Zoigl für die Gedanken des Ministers darüber.
von Gabi EichlProfil

Ganz vorn, ganz nah am Minister sitzt Georg Zierer sen., der im August 91 wird und immer noch selbst seinen Zoigl braut. Ihm gegenüber die Zoigl-Blosn unter der Leitung von Stefan Karl und Bürgermeister Reiner Gäbl in schicker, schwarzer Lederhose. Fast jeder trägt an diesem Nachmittag irgendetwas Haglbuchernes. Nur nicht der Künstler, der die erste Zoigl-Skulptur fertigen wird: Harald Bäumler.

Es ist die erste Grundsteinlegung für den Zoigl-Skulpturenweg, weitere vier werden folgen. Alle in Orten mit noch sehr lebendiger Kommunbrautradition wie in Eslarn: Neuhaus, Windischeschenbach, Falkenberg und Mitterteich.

Trend ist Tradition

Füracker gibt sich bestens aufgelegt, extrem leutselig; dass er Bayerns hochrangiger Finanzminister ist, merkt man nur an den blankpolierten schwarzen Limousinen rundum. Er spricht von einem Tag für die Geschichtsbücher und fährt dann sehr launig fort, dass der Zoigl das Gemeinschaftsgefühl stärke, man müsse nur "rechtzeitig aufhören". Der Modetrend der Craft-Biere heiße in der Oberpfalz „Zoigl“ und der sei hier kein Trend, sondern Tradition.

Die vier Meter hohen Bronzeskulpturen an den fünf Standorten sollen die Stationen des Zoigl vom Sieden bis zum Genießen darstellen; sie machten damit die Bedeutung des Zoigl für die Region sichtbar, sagte Füracker: „Der Skulpturenpfad ist ein Denkmal für eine einzigartige Tradition im Oberpfälzer Wald.“

Der Minister sagt, er freue sich über ein verstärktes Selbstbewusstsein der Oberpfälzer, zu denen er selbst gehört: "Wir sind nicht Hinter- oder Unterpfälzer, wir sind Oberpfälzer." Das bayerische Reinheitsgebot bezeichnet er als die "beste Bürokratie, die je erfunden wurde".

Bezirkstagspräsident Franz Löffler kann all dem nur noch zustimmen, wie er sagt. Und er empfiehlt dem Landtag ebenfalls Zoigl-Bier; im Bezirkstag werde dies längst getrunken.

Bürgermeister Reiner Gäbl hatte in seiner Rede das örtliche Kommunbraunwesen als Alleinstellungsmerkmal herausgestellt.

Zeichen für die Welt

Für den Bayerisch-Böhmischen Kulturverein "Bohème", den Träger des Projektes, verliest einer der beiden Väter des Skupturenwegs, Norbert Neugirg, im Beisein seines Co-Autors Heribert Bäumler zur Grundsteinlegung durch den Steinmetz- und Bildhauerbetrieb Flöttl/Schönsee den Spruch zum Tag: "Kommunbraugeist und Gottvertrauen, gegossen und in Stein gehauen, sei Zeichen für den Rest der Welt, das die Oberpfalz zusammenhält, und seit je getreulich demonstriert, was Zoigl ist und bleiben wird."

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