Alles Liebe und Gute, vor allem Gesundheit und noch viele Jahre voller Freude wünschten am Montag zum 90. die drei Kinder mit Familie, Verwandte, Vertreter der Gemeinde und Kirche sowie Vereinsabordnungen. "Die Party beginnt erst morgen" informierte Katharina Grötsch die überraschenden Besucher am Vortrag. Im Namen der Siedlergemeinschaft überbrachte kommissarischer Vorsitzender Erich Brunner dem langjährigen Mitglied als Dank und Anerkennung bereits einen Tag vor der Geburtstagsfeier die Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied. Der Chefsiedler wies darauf hin, dass laut Satzung zudem alle 90-Jährigen automatisch von den Beitragsgebühren befreit sind. Die Jubilarin hält der SG seit 19 Jahren die Treue, zeigte Interesse an angebotenen Vorträgen und am Vereinsgeschehen.
Sie erzählt gerne aus ihrer Kindheit und von der "guten alten Zeit". Die Wiege von Katharina Lindner stand am 21.1.1929 in Eslarn, wo sie auch ihre Kinder- und Jugendjahre verbrachte. Am 16. September 1949 heiratet sie Josef Grötsch, der vor der Ehe im Zweiten Weltkrieg in Russland eingesetzt war und sich nach Kriegsende zu Fuß auf dem Heimweg in die Heimat machte. Vor allem in den Nachkriegsjahren saßen in der Hutzastum immer einige Männer am Holzofen und erzählten von ihren prikären Erlebnissen im Krieg und Ehemann Josef von den Kriegserlebnissen, dem beschwerlichen Heimweg aus Russland und dem Zusammentreffen mit so manchem Eslarner. Auch der Vater von Katharina Grötsch war 1914 bereits Kriegsteilnehmer, so dass auch hier die Frauen auf eine glückliche Heimkehr hofften und die Daheimgebliebenen sich um die Familie, Haus und Hof sorgen mussten. Der Name des Thurnermartlhauses, wo die Familie Grötsch eine kleine Landwirtschaft mit 3 Rindern und 1 Kalb betrieb, wurde im 19. Jahrhundert vom Türmer (Turmwächter) Martin Lindner abgeleitet. Nebenbei arbeitete Katharina Grötsch in der damaligen örtlichen Firma "Barnickel". Aus der Ehe gingen die Kinder Leo, Maria und Michael hervor. Am 13. April 2007 starb Josef Grötsch und der Zusammenhalt der Familie half den schweren Schicksalsschlag zu bewältigen.
Enormes Interesse zeigt die Eslarnerin an den politischen und gesellschaftlichen Geschehnissen beim Lesen der Tageszeitung und im Fernsehen. Für einen Jungbrunnen in ihrem segenreichen Alter hält die Jubilarin die Arbeit im Garten und die Liebe zu den Blumen und Pflanzen, aber auch ein Schluck Bier scheint ein Geheimrezept für ein hohes Alter zu sein. Die roten Johannisbeeren im Garten werden zu Marmelade verarbeitet und auch so manches Gemüse eingemacht. Die Liebe am Leben spiegelt sich in ihren Erzählungen aus früheren Jahren. "Es war eine harte aber schöne Zeit, wir kannten nur Arbeit und von Urlaub war überhaupt nie die Rede." Die Sorge um die Familie, die Tiere und die Landwirtschaft, dazu der Haushalt waren früher eine alltägliche Herausforderung. Die Schaffenskraft beweist die Jubilarin heute noch als Köchin am Herd und bei der Verrichtung der Hausarbeit. Besonders freut sich die Jubilarin über die Unterstützung und den Besuch ihrer Kinder.













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