Eslarn
15.02.2019 - 09:14 Uhr

Eslarn attraktiver machen

Bei der Bürgerversammlung in Eslarn begrüßte Bürgermeister Reiner Gäbl in der Schulturnhalle über 50 Personen. "Es ist heute Ihr Tag, um Fragen zu stellen." Trotz der Aufforderung musste er nur zwei Fragen beantworten.

An der Bürgerversammlung in der Turnhalle nahme rund 50 Bürger/innen teil. Bild: gz
An der Bürgerversammlung in der Turnhalle nahme rund 50 Bürger/innen teil.

Die Bürgerversammlung in der Schulturnhalle besuchten wie im Vorjahr fast genau die gleiche Anzahl und immer die selben Personen, darunter die drei Bürgermeister, einige Markträte und Vertreter der Gemeindeverwaltung. Zu Beginn wies der Bürgermeister auf die von 2715 auf 2700 leicht rückläufigen Einwohnerzahlen und die mit 126 und 123 ausgeglichenen Zuzüge und Wegzüge hin. Den Rückgang erklären 17 Geburten und 39 Sterbefälle. Die Diskussion, dass vermehrt jüngere Menschen wegziehen würden, konnte Gäbl nicht bestätigen.

Die Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent und eine nahezu vorliegende Vollbeschäftigung deuten auf ein reichliches Angebot hin. Trotzdem müsse die Gemeinde für die Arbeitswilligen weitere Arbeitsplätze und Wohnungen schaffen, um den Ort noch attraktiver zu machen. "Mit dem Städtebauprogramm sind wir auf den richtigen Weg." In Eslarn gebe es eine Kinderkrippe, Kindergarten, Schule mit offener Nachmittagsbetreuung und Seniorenheime. Die meisten der 14 Trauungen fanden im Biererlebnis des Kommunbrauhauses statt. Mit 40 Asylbewerbern ist Eslarn im Landkreis zwar an der oberen Grenze, zu Problem kam es jedoch nie.

Durch einen Steuerausfall 2017 (282.242) stieg die Gewerbesteuer 2018 auf 764.723 Euro steil nach oben und mit 1.201.455 Euro wurde 2018 bei der Einkommensteuer (2017: 1.040.297) ein Höhepunkt erreicht. Die Kreisumlage lag 2018 bei 976.555,18 Euro (2017: 1.043.159,10). Da durch den Rekordsommer vermutlich vermehrt der Garten gegossen wurde, wurde der Spitzenwert von 132.000 Kubikmeter an Trinkwasser verbraucht (2017 und 2016 jeweils 127.000 Kubikmeter). Die Quellschüttung am Stückberg ging vor allem im Oktober und November auf 3,81 und 3,52 Liter in der Sekunde (l/s) zurück.

Die Wassergebühren mussten mit 1,44 Euro pro Kubikmeter und Kanalgebühren mit 2,78 Euro pro Kubikmeter nicht erhöht werden und bleiben seit 2011 stabil. Erforderlich sei aufgrund der 2020 auslaufenden wasserrechtlichen Genehmigung die Erneuerung der Kläranlage. Da ein neues Betriebsgebäude bereits vorhanden ist, benötige man vor allem eine zukunftsfähige Technik. Desweiteren soll die Quelle am Stückberg saniert werden, Schutzzonen ausgebaut und eingezäunt werden. "Die Gemeinde hat dafür bereits Rücklagen in Höhe von 400.000 Euro gebildet."

Mit der Fortsetzung der Straßenbauarbeiten im Ortsteil Schellenbach, der Fertigstellung des Regenüberlaufbeckens und dem Auftragen der Feinschicht auf den Asphalt können die Arbeiten nach drei Jahren 2019 endlich abgeschlossen werden. Mit dem Bauabschnitt 1 und 2 wartet am Tillyplatz mit einem Investitionsvolumen von 2.360.000 Euro die nächste Baustelle. Die Heubachgasse wird zu einer echten Kreuzung parallel zur Ludwig-Müller-Straße verlegt und vor Ort ein barrierefreier Hofgarten errichtet. Insgesamt soll der Tillyplatz mit Staatsstraße aus dem Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm VI für kleinere Städte und Gemeinden gefördert und von der Raiffeisenbank bis zur Einmündung an der Böhmerstraße neu gestaltet werden.

Als erste Maßnahmen werde der Kanal und die Wasserleitung erneuert, ein Breitbandkabel verlegt und aufgrund der Bauarbeiten der Tillyplatz für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Pkw werden innerorts und der Schwerverkehr über Langau umgeleitet, wobei die Maßnahme voraussichtlich zum Heimatfest 2020 abgeschlossen sein wird. Trotz der Erhöhung der Baukosten, bleibt es bei einer 80-prozentigen Förderung. Zum Ausbau der Staatsstraßen von Eslarn zum Gewerbegebiet Zankeltrad bemerkte Gäbl, dass aufgrund der Kritik über die Bauausführung ein runder Tisch mit den Landtagsabgeordneten Annette Karl und Stephan Oetzinger, dem Straßenbauamt und der Gemeinde mit dem Ergebnis stattfand und dabei vereinbart wurde, dass vor allem die Zufahrten verbessert werden sollen. "Durch die solide Haushaltsführung und der verlangsamten Bauausführung mussten keine Kredite in Anspruch genommen werden." Seit 2004 (3.866.099 Euro) sank der Schuldenstand auf 1.016.033,37 Euro.

Das Jahresereignis war die Grundsteinlegung und die offizielle Einweihung des Zoigldenkmals. Bei der Vorschau wies Gäbl auf den barrierefreien Umbau des Gästehauses mit außenliegendem Treppenhaus mit Aufzug und die energetische Sanierung im Rahmen des Städtebauprogramms mit Gesamtkosten von 2.500.000 Euro (1.520.000 Euro Zuwendung) hin. Im Erdgeschoss erhalten Musikschule und Mutter-Kind-Gruppe weiterhin ihre Mehrzweckräume und in den beiden Obergeschossen entstehen sechs Wohneinheiten. Da ein Abbruch und ein Neubau zu teuer gekommen wäre und der Umbau nach dem aktuellen Bauprogramm "Innen statt Außen" mit 80 Prozent gefördert wird, stimmte der Marktrat für den Umbau. Im Einwohnermeldeamt sprechen laut Marktoberhaupt immer wieder wohnungssuchende Menschen vor. Das Jahreshighlight 2020 ist das 25. Jubiläumsheimatfest vom 31. Juli bis 9. August 2020. "Es wurde bereits ein Heimatfestausschuss gebildet und die Bürger sind zur Mitarbeit eingeladen."

Als Anwohner vom Schellenbach sprach Erwin Schmid die schmale Straße beim ehemaligen Arzthaus Taller an, die manchen Autofahren bei Gegenverkehr zum Einlegen des Rückwärtsganges und zu einem riskanten Rückwärtsfahren zwinge. Der Gehweg mit dem Bordstein sei laut Gäbl durch die Polizei gefordert worden, um Unfälle mit Fußgängern zu vermeiden und dadurch kam es zur Verengung der Fahrbahn. Nach Meinung von Thomas Kleber seien die Investitionen für den Umbau des Gästehauses viel zu hoch, würden sich nicht bezahlt machen und seien bei einem Mitpreis von rund 4,50 Euro pro Quadratmeter unwirtschaftlich. Die Gemeinde benötige laut Gäbl weitere Wohnungen, da der Bedarf da ist und mit dem Umbau des Gästehauses will der Markt dazu einen Beitrag leisten. Da keine weiteren Meldungen vorlagen, folgte nach rund einer Stunde ein gemütliches Beisammensein.

An der Bürgerversammlung in der Turnhalle nehmen rund 50 Bürger teil. Bild: gz
An der Bürgerversammlung in der Turnhalle nehmen rund 50 Bürger teil.
 
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