18.06.2020 - 10:27 Uhr
EslarnOberpfalz

Eslarn: Einwohnerzahlen und Schulden sinken

In den Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik verstecken sich interessante Entwicklungen. Der Altersdurchschnitt der immer weniger werdenden Bevölkerung steigt leicht an. Und auch die Viehhaltung ist Thema.

Das Unterstellen von Pferden in Gemeinschaftsstallungen wird immer beliebter.
von Karl ZieglerProfil

Die Einwohnerzahlen in Eslarn stiegen nach dem Krieg aufgrund der starken Zuwanderungen aus Böhmen und Sachsen über 3000 und fielen in den letzten Jahrzehnten auf rund 2700 Einwohner. Erfreulich ist, dass seit 2013 die Anzahl der Beschäftigen in den Firmen am Wohnort um 107 auf 1172 angestiegen sind. Dagegen gesunken ist die Verschuldung von 667 auf lediglich 374 Euro je Einwohner.

In den Zahlen des Landesamts für Statistik verstecken sich interessante Entwicklungen. Demnach hat die Bevölkerung seit den Spitzenwerten mit deutlich über die 3000er Einwohner – 1950 rund 3500, 1961 und 1970 rund 3000 – in den Folgejahren auf rund 2700 (davon 1311 weiblich) abgenommen. Damit rutscht die Bevölkerung seit über 100 Jahren erstmals unter 2700. Die Statistik weist im Jahr auf 17 Geburten, 36 Verstorbene, 121 Zugezogene und 131 Fortgezogene hin. Die meisten Einwohner sind mit 724 über 50- bis 65 Jahre und 569 über 65-Jährige, wobei die Gruppe der von 15- bis 18-Jährigen insgesamt 89 ausmacht. Rückläufig ist seit 1987 bis 2018 die Anzahl der 18 bis 30-Jährigen von 586 auf 376 Bewohner. Dadurch erhöhte sich seit 2009 auch das Durchschnittsalter von 43 auf 46 Jahre. Insgesamt 90 Prozent der Bevölkerung sind überwiegend römisch-katholisch, 4 Prozent evangelisch-lutherisch und die restlichen Einwohner gehören einer anderen oder keiner Konfession an.

Erfreulich sind die steigenden sozialversicherungspflichtigen beschäftigten Arbeitnehmer am Ort von 1065 im Jahr 2013 auf 1172 im Jahr 2018. Angestiegen gegenüber dem Vorjahr sind die Bruttoausgaben der Marktgemeinde von 6.602.000 auf 8.420.000 Euro im Jahr 2018, wobei die Ausgaben in den drei vergangenen Jahren stets knapp über 6 Millionen Euro lagen. In den vier Jahren stiegen ab 2014 die Personalausgaben von 954.000 auf 1.130.000 und die Gemeindesteuereinnahmen von 1.444.000 auf 2.188.000 Euro. Dagegen sank die Verschuldung ab 2014 von 1,8 Millionen auf 1,01 Millionen Euro und die Pro-Kopf-Verschuldung von 667.000 auf 374.000 Euro. In der Gemeinde befinden sich insgesamt 927 Wohngebäude und in der Zeit von 2012 bis 2018 wurden, außer 2013 mit 4 und 2015 mit 5, alljährlich zwei neue Wohngebäude fertig gestellt. Das 5522 Hektar große Gemeindeareal verteilt sich auf 385 Hektar Siedlungs- und Verkehrsflächen, darunter 31 Hektar Gewerbe- und Industrieflächen und 2711 Hektar Wald. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen gingen von 1906 Hektar in 2003 auf 1651 in 2016 zurück, jedoch stieg die Grünernte von 175 auf 421, darunter Silomais und Grünmais von 58 auf 240 Hektar, an.

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Geändert hat sich auch die Verteilung der einzelnen Viehbestände, so dass ein Tierhalter gegenüber früher mehrere Tiere hält. In den Ställen werden je Tierhalter rund 53 Rinder, 1999 waren es noch 39, gezählt. Rückläufig sind auch die Pferdehalter von 10 auf 4, obwohl sich die Anzahl der Tiere aufgrund der beliebten Trendsportart Reiten von 22 auf 46 erhöhte. Ebenfalls nach oben gestiegen ist in den letzten sechs Jahren der Kraftfahrzeugbestand von 2505 auf 2718. Beim Tourismus fielen in den vergangenen Jahrzehnten größere Herbergen weg, wobei laut den jährlichen Meldungen an die Gemeinde noch 869 Gäste in mehreren Privatquartieren und Campingplätzen in Eslarn verweilen. Die Gemeinde vermutet, dass die Zahl der Gäste aufgrund nicht gemeldeter auch höher sein kann. Den Kindergarten besuchten 2019 insgesamt 88 Kinder und die Schule 73 Kinder. Für ältere Menschen steht zur Pflege ein Wohnheim, eine Tagesstätte und mehrere ambulante Pflegedienste zur Verfügung. Am Ort befinden sich eine Arzt- und Zahnarztpraxis und das Fehlen einer Apotheke hat sich durch den Lieferservice kompensiert.

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