10.05.2020 - 16:53 Uhr
EslarnOberpfalz

Eslarner Böllerschützen bekommen Aufschub

Nach einem symbolischen Schuss an der Antoniuskapelle herrscht bei den Hubertusschützen momentan absolute Zwangspause. Doch die viele Arbeit im Vorfeld war nicht umsonst.

Mit einen symbolischen Böllerschuss aus der kleinen Kanone und einem Prosit mit Kommunbier grüßte Böllervizechef Thomas Ziegler mit Festleiter und Vizeschützenmeister Markus Werner (rechts) in der Videobotschaft die Schützenwelt in Bayern.
von Karl ZieglerProfil

Eine schwere Entscheidung für die Schützengesellschaft Hubertus war nach Abstimmung mit dem Landesböllerreferenten Xaver Wagner die Absage des 31. Bayerischen Böllerschützentreffens 2020 in Eslarn. Von Ausruhen kann jedoch keine Rede sein, da die Verantwortlichen um Schützenmeister Daniel Biermeier bereits für das kommende Jahr planen.

Eigentlich hätte das landesweite Böllerschützentreffen bei der Schützengilde in Kulmbach stattfinden sollen. Doch setzten sich die Oberfranken und die Landesböllerreferenten für die Oberpfälzer in Eslarn ein und setzten gemeinsam das fast Unmögliche in die Wirklichkeit um. Damit wird das 31. Böllerschützentreffen 2021 in Eslarn nachgeholt. "Einen herzlichen Dank für ihren Einsatz" richtete Schützenmeister Daniel Biermeier vor allem an Landesböllerreferenten Franz Xaver und die Schützenführung in Kulmbach. „Damit waren die gewaltige Vorbereitungen nicht ganz umsonst.“

Die Bekämpfung der COVID-19-Pandemie hat starke Einschnitte im öffentlichen wie privaten Leben zur Folge und macht im Zeichen des Gesundheitsschutzes auch vor besonders traditionsreichen Veranstaltungen nicht Halt. Ein Höhepunkt für die Schützengesellschaft (SG) Hubertus, aber auch für die bayerische Schützenwelt und die gesamte Marktgemeinde wäre im Heimatfestjahr 2020 das erstmalige Treffen der Bayerischen Böllerschützenelite in der Grenzgemeinde gewesen.

Mit der Absage verlieren die Hubertusschützen zumindestens für dieses Jahr eine einmalige und noch nie dagewesene Chance, die gesamte Böllerelite aus ganz Bayern und Böllerpfarrer Alfred Binder begrüßen zu dürfen. Die Entscheidung kam von Landesböllerreferent Wagner. "Wir bedauern diesen Schritt, aber wir müssen uns zum Wohle der Gesundheit an die vorgegebenen Regeln halten", stellte der Landesvertreter fest. “Da wir in diesem Jahr erstmals Gastgeber der Bayernelite gewesen wären, schmerzt die Absage um so mehr”, ergänzten Schützenmeister Daniel Biermeier und Stellvertreter und Festleiter Markus Werner.

Die im Voraus bezahlten Teilnahmegebühren wurden inzwischen an die 600 angemeldeten Teilnehmer zurück bezahlt. Die Absage hielt die Schützenführung der SG in einer Videobotschaft an alle bayerischen Böllergruppen fest. „Des Corona-Viecherl, hat in der Zwischenzeit ja die ganze Welt durcheinander gebracht und leider auch nicht vor Bayern, der Oberpfalz und Eslarn halt gemacht“, formulierte stellvertretender Böllerschützenmeister Thomas Ziegler.

Die Aufnahmen mit der ungewöhnlichen Botschaft über die sozialen Netzwerke werden in die Schützengeschichte eingehen, vermuten die Eslarner. Im Schein der untergehenden Sonne ertönte am Wiesengelände an der Antoniuskapelle, wo die rund 100 Vereine mit 1000 Böllerschützen aus Bayern in Reihe im August einen Salut abgeben sollten, aus einer kleinen Böllerkanone ein einzelner symbolischer Schuss. “Damit ist 2020 wenigstens ein Schuss hier gefallen und wir bedanken uns für euer Vertrauen“ grüßte Ziegler nach ganz Bayern.

Betroffen von der Absage ist auch das im Rahmen des 50. Vereinsjubiläums der SG Hubertus anberaumte Gau- und Bezirksschießen und alle mit dem Jubiläum verbundenen kirchlichen und geselligen Veranstaltungen. Die Absage der Festlichkeiten sind für die Hubertusschützen auch mit hohen finanzielle Einbußen verbunden. “Mit den Einnahmen hätten wir Elektroschießstände im Schützenhaus installieren und die Jugendlichen mit neuer Ausrüstung ausstatten wollen.” Laut Schützenmeister Biermeier wollen die Hubertusschützen den finanziellen Verlust an den Bayerischen Schützenbund (BSSB) melden, einen Antrag auf Förderung stellen und darauf hoffen, dass wenigstens ein kleiner Ausgleich in die Vereinskasse fließen wird. Wegen der Covid-19-Pandemie beklagt der BSSB nach der Absage des Oktoberfestes und Landesschießen zusammen mit den Schützenvereinen in Bayern einen Gesamtschaden von über 1 Million Euro. Momentan findet bei der SG Hubertus neben den rund zehn abgesagten Veranstaltungen im Schützenhaus auch kein Schießbetrieb und Wettkampf statt.

Am Mittwoch kam dann eine tröstliche Nachricht: Der Landesböllerreferent teilte die Verlegung auf 2021 mit. Die Kulmbacher Schützen kümmern sich um die Ausrichtung der Zusammenkunft 2022. Damit wird der große Planungsaufwand der Eslarner gewürdigt. Gleichzeitig hoffen die Schützen nun, dass der Marktrat das Heimatfest ebenfalls auf 2021 verschiebt, damit beide Treffen gemeinsam stattfinden können.

"Halt ma zam und vor allem bleibt´s gsund" prosteten Böllervizechef Ziegler und Festleiter Werner in der Videobotschaft mit dem "Kommunbier" der Schützenwelt in Bayern zu.

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