Eslarn
03.03.2019 - 13:57 Uhr

Eslarner Bürgermeister Reiner Gäbl rettet Rathaus vor Maschkerer-Sturm

Ausnahmezustand am Weiberfasching: Frauen und Männern in Frauenkleidern tummeln sich in Eslarn auf den Straßen und vor dem Rathaus.

Der Faschingsprinz Markus van der Raiff mischt sich mit seinem Kurfürsten Daniel dem Ersten unter die Marktweiber. Bild: gz
Der Faschingsprinz Markus van der Raiff mischt sich mit seinem Kurfürsten Daniel dem Ersten unter die Marktweiber.

Das symbolische Ausgraben der fünften Jahreszeit ist nicht ohne einen Pflug hinter einem Bulldog möglich. Die Maschkerer machten sich deshalb mit landwirtschaftlichen Geräten auf den Weg Richtung Rathaus. Die im Gesicht geschwärzten Musiker der Combos "Schlutupers vom Böhmerwald" und "Jesse-James-Band vom Sportzentrum" marschierten ebenfalls musizierend durch die Marktgemeinde und erfreuten ihre Zuhörer am Marktplatz mit einem kleinen Faschingskonzert.

Einige Akteure sind schon Jahrzehnte beim Umzug dabei und feierten im Stillen ihr Jubiläum. Das Marktoberhaupt Reiner Gäbl hatte die Order ausgegeben, das Rathaus zuzusperren und davor mit Kommunbier eine flüssige Sperre aufzubauen, um das wild gewordene Volk mit einem Probetrunk zu besänftigen. Die Umsetzung übernahm zweiter Bürgermeister Georg Zierer als Sultan mit Mitarbeitern der Gemeinde. Der Rathauschef zeigte sich vorsorglich kostümiert mit langer roter Perücke und modisch angepasst im weißen Nachthemd mit rotem Blumenmuster. In einem kleinen Zelt ließ Schankmeister "Feierer" das flüssige Lebenselixier aus dem Zoigl-Brunnendenkmal sprudeln. Die Taktik mit der Biersperre schien aufzugehen, da keiner mehr ins Rathaus wollte und es sich alle um die ergiebige Zoigl-Quelle bequem machten.

Zum legendären "Fosend-Asgrom" fühlten sich zahlreiche Männer unerkannt hinter Masken und in Frauenkleidern wohl und glaubten sich vor den stürmischen "echten" Frauen sicher. Gefürchtet unter der männlichen Spezies war vor allem das rührige "Raiffeisen-Marktweiber-Geschwader", das sich wieder mit ihren neongelben Boas als Erkennungszeichen und ihrem persönlichen Begleitschutz "d'Dotsch'n" auf den Weg durch Eslarn machte. Ihren Faschingsprinzen schienen die Marktweiber mit "Markus van der Raiff" gefunden zu haben, der sich mit seinem Kürfürsten "Daniel der Erste" in die Reihen mischte.

Am Rathaus vereinten sich die Gruppen zu einem Standkonzert und stärkten sich von den Strapazen mit Rebhuhnzoigl aus dem Brunnen. Da die Zugaben mit flüssiger Kost vergütet wurden, zeigten die Musiker ihre Spielfreude und gute Laune. Auf dem Besuchsplan standen während des Umzugs die beiden Banken, einige Geschäfte und Einrichtungen. Bei der AWO-Tagesstätte erwartete der AWO-Chef Fritz Möstl mit seinem rührigen Team auf der Terrasse die Maschkerer mit süffigem Zoiglbier und Musik. Für Möstl war dies eine gelungene Premiere für den Verkauf des im nächsten Jahr zu erwartenden "AWO-Zoigl".

Bestens bewährt hat sich Hausmeister Markus Füssl als Schankkellner und die AWO-Mitarbeiter als Serviceteam. Die Musiker erfüllten das Mehrgenerationenhaus mit humorvollem Leben und gewährten den Tagesgästen mit dem "Böhmischen Traum" einen besonderen Wunsch. Nicht zuletzt feierten einige Maschkerer als Enkel mit ihren Omas den Weiberfasching. Nach der Rückkehr der Musiker in die Gaststätte Böhmerwald und das Sportzentrum war Party angesagt, und die Maschkerer ließen den unsinnigen Donnerstag feuchtfröhlich ausklingen.

Zahlreiche Bürger und Gäste warten am Marktplatz auf die Ankunft der beiden Musikgruppen und die Gemeinde lässt aus dem Zoiglbrunnen den Gerstensaft fließen. Bild: gz
Zahlreiche Bürger und Gäste warten am Marktplatz auf die Ankunft der beiden Musikgruppen und die Gemeinde lässt aus dem Zoiglbrunnen den Gerstensaft fließen.
Für genügend AWO-Zoigl unter den Musikern und Maschkerern sorgt Hausmeister Markus Füssl als Sheriff. Bild: gz
Für genügend AWO-Zoigl unter den Musikern und Maschkerern sorgt Hausmeister Markus Füssl als Sheriff.
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