Eslarn
16.06.2019 - 12:48 Uhr

Fahrende Zeitgeschichte

Die grenzüberschreitende Oldtimer-Rallye bot Einblicke in die nostalgische Welt der Motoren-Veteranen.

Die Schirmherrschaft der "Sascha-Kolowrat-Oldtimer-Rallye" mit rund 100 Autos und Motorrädern legten die Organisatoren in die Hände der Familie Kolowrat-Krakowsky. Der Hauptorganisator Antonin Hofmeister vom Auto-Moto-Veteran-Club Cesky Les möchte mit der alljährlichen Oldtimer-Rallye ans tschechische Adelsgeschlecht Kolowrat sowie an die Automobilwerke Laurent und Klement erinnern. Zudem wird die Fahrt zum Gedenken an den berühmten Rennfahrfanatiker Alexander Joseph Graf Kolowrat-Krakowsky durchgeführt, der unter den Insidern als "Sascha" mit Fahrzeugen der Automobilwerke Laurent und Klement für viel Furore sorgte.

Die Oldtimer-Rallye erweckt die Geschichte der Grafenfamilie wieder zum Leben. Der internationale Autotross zog sich von Primda in Tschechien durch Waidhaus, Pleystein, Waldthurn, Vohenstrauß, Moosbach und Eslarn, wo eine Verpflegungsstation auf die Fahrer wartete. Am Marktplatz hatten Interessierte die Möglichkeit, die Blechkarossen zu bestaunen und mit den Eigentümern ins Gespräch zu kommen. Die Autos und Motorräder, von denen wenige noch aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen stammten, waren fein herausgeputzt. An den Karosserien blitzten Chrom, Speichen- und Weißwandräder. Die meisten Fahrzeuge stammten aus den Jahren nach 1950.

Eine Augenweide unter den alten motorisierten Schmuckstücken waren ein 39 Jahre alter Ford mit dem Emblem "Deutsches Erzeugnis", bei anderen wurde auf ein amerikanisches Fabrikat hingewiesen. Passend dazu präsentierten sich Renata und Jiri Provaznik mit nostalgischem Outfit in ihrem Ford V8 von 1939. Höhepunkt war jedoch der "T-Ford", wie er in Insiderkreisen genannt wird, mit Baujahr 1916 von Pavel Randa. Das ehemals meistverkaufte Automobil der Welt, das noch einer Kutsche ähnelte, wird von Liebhabern auch "Tin-Lizzy" oder "Blechliesel" genannt. Auffallend mit der eleganten Karosserie war auch ein Praga Piccolo von 1931. Der ein oder andere Besitzer eines in die Jahre gekommenen Sportwagens ließ manchen auch hinter das Steuer. "Es ist schon etwas Besonderes und für den Eigentümer ein besonderer Schatz", lautete der Kommentar eines Betrachters. In den Reigen mischte sich auch zahlreiche Motorräder, die mit und ohne Beiwagen um die Wette knatterten. Vertreten waren alle Modelle unter anderen Dodge, Alfa Romeo, Austin, Lincoln, Jaguar und bei den Zweirädern Zündapp, Jawa und BMW.

 
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