Eslarn
24.10.2019 - 15:08 Uhr

Folien gefährden Power-Mägen

Wenn Kühe etwas fressen, das mit Futter nichts zu tun hat, kann das für sie lebensgefährlich werden. Plastikfolien bedrohen seit einiger Zeit die Wiederkäuer auf einer Weide bei Zankeltrad.

Die sattgefressenen Kühe scheint das Plastik momentan nicht zu interessieren. Bild: gz
Die sattgefressenen Kühe scheint das Plastik momentan nicht zu interessieren.

Die Politiker rufen die Menschen gerade in den letzten Wochen dazu auf, vermehrt auf die Verwendung von Plastik zu verzichten und das Zeitalter der Wegwerfgesellschaft zu beenden. Zumindest eine ordentliche Abfallbeseitigung sollte man erwarten können.

Das kann Michael Meckl von der Filiale von Gut Aiderbichl in Eslarn nur unterstreichen. „Ich würde gerne auf das Zeug auf der Weide verzichten.“ Seit Wochen ist er damit beschäftigt, von der Weidekoppel an der Staatsstraße im Bereich Zankeltrad umherliegende Plastikfolien einzusammeln.

Kaum ist er damit fertig, liegen einen Tag später bereits die nächsten Fetzen auf der Wiese. Dort genießen zahlreiche Kühe das letzte Gras. Dabei könnten sie die Folien fressen und dabei gesundheitliche Probleme bekommen.

Kühe sind wahre Fressmaschinen und Verdauungsprofis mit echten Power-Mägen. Sie stopfen riesige Mengen an Futter in sich hinein. Jeden Tag brauchen sie etwa 40 Kilogramm, kauen Stunden darauf herum und verdauen die Leckereien dann nach und nach in ihren vier Mägen. Kühe sind nicht besonders wählerisch, nehmen außer Gras auch umherliegende Fremdkörper relativ schnell auf und können sie nicht mehr ausspucken.

Wenn sich das Plastik einmal im Maul befindet, wird es grob zermahlen und in Richtung Schlund geführt. Im Magen angekommen wird das Plastik hin- und hergeschoben und verbleibt schließlich im Vormagensystem. Die Folge sind ernsthafte gesundheitliche Probleme, Fressunlust und Verdauungsstörungen. Abhilfe schafft letztendlich nur eine teure Operation. Das Gut Aiderbichl rettet in Not geratene Tiere. Aber eine Plastikfolie bringt die Kuh letztendlich um, fassen Michael Meckl und sein gleichnamiger Vater zusammen. Woher die Plastikfetzen stammen, ist beiden nicht bekannt. „Der Wind kann die Fetzen von weit her getragen haben.“

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