Eslarn
13.08.2018 - 09:28 Uhr

Junge Eslarner Müllionäre

Die Siedlergemeinschaft ermöglicht im Kinderferienprogramm reichliche Einblicke in die Müllverbrennung und Müllverwertung

Mit einem grünen Helm auf dem Kopf macht sich Werner Karl auf dem Weg durchs Kraftwerk. gz
Mit einem grünen Helm auf dem Kopf macht sich Werner Karl auf dem Weg durchs Kraftwerk.

(gz) Der Einladung der Siedlergemeinschaft zum Kinderferienprogramm folgten insgesamt 27 Mädchen und Buben. Das kostenlose Angebot beinhaltete eine Busfahrt, ein Seminar über Abfallbeseitigung und eine Brotzeit.

Die Kinder und die fünf Erwachsenen um Organisator Hanns Winkelmann erhielten vom Leiter für Öffentlichkeitsarbeit Werner Karl in Worten und Bildern ausführliche Antworten auf die Frage: Was geschieht eigentlich mit den Abfällen, die in die Restmülltonne gegeben oder bei der Sperrmüllabfuhr bereitgestellt werden? Das Seminar für Abfallbeseitigung garnierte der Vertreter des Zweckverbandes der Müllverwertung Schwandorf bei einem Frageantwortspiel mit viel Humor.

Die anschließende Führung vermittelte einen Einblick in die Abfallbeseitigung aus einem Entsorgungsgebiet von rund 15.000 Quadratkilometern. Obwohl seit Anfang der 90er Jahre die Rest- und Sperrmüllmenge durch umfangreiche Verwertungsmaßnahmen vermindert werden konnte, bleibt weiterhin ein beachtlicher Rest an nicht verwertbaren Abfällen. Die insgesamt 299.327 Tonnen an Haus- und Sperrmüll, sowie 149.407 Tonnen an Gewerbemüll aus Oberpfalz, Niederbayern und Oberfranken wird überwiegend mit der Bahn angeliefert.Mit dem bei der Verbrennung entstehenden Hochdruckdampf werden Turbinen angetrieben und über 213.000 MWh Strom für den Eigenbedarf oder für die Einspeisung ins Stromnetz erzeugt. Das Kraftwerk konnte dabei umgerechet etwa 141 Millionen Liter Heizöl einsparen. Erstaunt waren die Kinder, dass aus der Asche, bevor sie deponiert wird, wertvolle Rohstoffe wie Eisen, Kupfer Aluminium und weitere Edelmetalle gewonnen werden. Der Pressesprecher zeigte über Schaugläser eindrucksvoll das Verbrennen des Mülls.

In der Verbrennungskammer des Kraftwerks werden Temperaturen zwischen 850 und 1000 Grad Celsius erreicht, wobei nach dem "Höllenfeuer" von 1000 Kilogramm Müll weniger als 250 Kilogramm Rohschlacke übrig bleiben. Davon werden etwa 150 Kilogramm als Baumaterial und Schrott verwertet. Nach einer Fahrstuhlfahrt in 45 Meter Höhe konnten sich die Kinder aufgrund einer mehrstufigen Rauchgasreinigung von den rauchlosen Schornsteinen überzeugen und durften das Panorama der Stadt Schwandorf genießen.

Nach einer Brotzeit ging es mit dem Bus wieder nach Hause, wo die Kinder ihren Eltern einiges über die Müllbeseitigung erzählen konnten. Ein Dank ging an alle Spender und an die Kinder für die Teilnahme.

In den Kreis der Siedlerkinder mischt sich Vorsitzende Angelika Zahradnik. gz
In den Kreis der Siedlerkinder mischt sich Vorsitzende Angelika Zahradnik.
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