22.03.2019 - 10:14 Uhr
EslarnOberpfalz

Kommunbrauer ziehen Bilanz

Die Eslarner halten mit dem Brauen eine Tradition aufrecht. Das Museum "Biererlebnis" zieht als einzigartiges Kulturgut viele Besucher an.

Bürgermeister Reiner Gäbl (hinten, stehend) erinnerte an das vergangene Braujahr.
von Karl ZieglerProfil

Im Kreis der rund 50 Brauer aus Eslarn und den umliegenden Gemeinden konnte Bürgermeister Reiner Gäbl besonders den 91-jährigen Kommunbrauer Georg Zierer senior, zweiten Bürgermeister Georg Zierer und Geschäftsleiter Georg Würfl begrüßen.

"Die Beliebtheit des Kommunbrauhauses mit dem Biererlebnis bestätigen die 3000 Besucher im Jahr." Das einzigartige Kulturgut ist weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt und einen Hauptanteil an der örtlichen Brautradition hat der seit 1951 tätige Kommunbraumeister Georg Zierer. "Besonders unser Fritz´n Schorsch hält diese Tradition des Kommunbier-Brauens in den vergangenen Jahrzehnten aufrecht." In der Mitgliederliste der Kommunbrauer sind derzeit 24 Frauen und 75 Herren eingetragen. Der Brauvorgang im vergangenen Jahr blieb mit 29 Sud gegenüber den letzten sieben Jahren gleich. Dabei waren 174 hl steuerfrei und 684,83 hl steuerpflichtig. "Wir produzieren nicht nur ein einwandfreies Bier, sondern haben mit 3384,68 Euro an Biersteuer auch den Freistaat unterstützt." Als Ziel in den kommenden Jahren wünscht sich Gäbl eine Gesamtbraumenge von 1000 hl wie in den Jahren vor 2010. Im Berichtsjahr wurden 858 Hektoliter (hl) Kommunbier und Rebhuhnzoigl gebraut und die jährliche Durchschnittsmenge in den Jahren 1988 bis 1990 betrug rund 600 hl.

Im Anschluss folgte ein visueller Jahresausflug zurück in die Bierkultur. Die Idee von Gemeindeangestellten Daniel Biermeier sich am Wettbewerb zur "Goldenen Bieridee" des Bayerischen Brauerbunds und Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands zu beteiligen, wurde am 3. Mai 2018 in München trotz der mächtigen Konkurrenz aus ganz Bayern mit einem Preis an den Markt Eslarn belohnt. Die Oberpfälzer Zoiglkultur der Schutz-Gemeinschaft "Echter Zoigl" vom Kommunbrauer e.V. verbuchte mit dem Eintrag der Zoigl-Tradition ins Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschen Unesco-Kommissions einen großen Erfolg. Die fünf Zoiglstandorte Neuhaus, Windischeschenbach, Mitterteich, Falkenberg und Eslarn ereichten damit einen gewissen Schutzstatus für ihr Naturprodukt. Charakteristisch für die Zoiglkultur ist das gemeinschaftliche Brauen in lokalen Kommunbrauhäusern sowie der von intensiver Kommunikation begleitete Ausschank und der Konsum des handwerklich gebrauten Bieres. Ein weitere Höhepunkt in Eslarn war die Einweihung des Zoigl-Denkmals vor dem Rathaus mit Finanzminister Albert Füracker in Anwesenheit der Bayerischen Bierkönigin Johanna Seiler und Zoiglkönigin Lena Müller. Mit der Installierung eines Zoigldenkmals in Eslarn folgen an den vier weiteren Zoiglstandorten ebenfalls verschiedenartig kreierte Denkmäler. Zudem soll ein Zoigl-Skulpturenweg als Rad-Wanderweg nicht nur die Zoiglstandorte verbinden, sondern auch die Wirtshäuser beleben. Im Zusammenhang mit der Bierkönigin wurde an die diesjährige Neuwahl und an die sieben Finalistinnen, darunter die Eslarnerin Lisa Wagner, erinnert und beim Online Voting um Unterstützung gebeten.

Um rege Beteiligung bittet Bürgermeister Reiner Gäbl die Kommunbrauer beim Tag des Bieres am 23. April, der laut Organisator Georg Zierer junior um 17 Uhr mit "Blech 5" beginnen wird. Gäbl freute sich, dass die Aussteller und Besucher beim beliebten Barthlmarkt, zu dem erneut am 25 August. eingeladen wird, immer mehr werden. Am Markttag wird den mitwirkenden Vereinen eine Gelegenheit geboten, ihre Vereinskasse ein wenig auffüllen zu können. Bereits Tradition hat die Teilnahme am Bierfest der Brauerei Chodovar. Am 17. August geht es mit dem Bus nach Bela (Weißensulz) und mit einer gemütlichen Zugfahrt, die an den Eslarner Bockl erinnern wird, weiter nach Chodovar.

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