05.11.2019 - 14:35 Uhr
EslarnOberpfalz

Lebendige Brauchtumspflege

Die vielen Arbeitsgänge beim Einmachen von Sauerkraut in ein Tonfass bedürfen vieler arbeitender Hände. Seit Jahrzehnten erinnern die Reservisten beim Krautfest an die überlieferte Tradition.

Zahlreiche Hände der Reservistenkameradschaft sind beim Krauteinmachen erforderlich.
von Karl ZieglerProfil

Das altüberlieferte Brauchtum des Krauteinmachens live mitverfolgen konnten im Gasthof „Böhmerwald“ zahlreiche Gäste aus nah und fern. Im Namen der Reservistenkameradschaft (RK) begrüßte Ehrenvorsitzender Siegfried Kleber vor allem Dritten Bürgermeister Josef Illing und die Abordnung der RK Vohenstrauß mit Vorsitzenden Werner Pickel. Für die musikalische Unterhaltung sorgte Alleinunterhalter Bernhard aus Gaisthal.

Die Vorstandschaft und einige Mitglieder hatten sich zum Krautfest sehr gut vorbereitet und freuten sich über den voll besetzten Gastraum. Zahlreiche Krautköpfe stapelten sich auf den Tischen und wiesen auf die Traditionsveranstaltung und das Schauspiel zum Thema „Das Kraut und die Reservisten“ hin. Das Entfernen der äußeren grünen Blätter und das Halbieren der Kohlköpfe übernahm Ehrenvorsitzender Siegfried Kleber. Hand in Hand war an der Hobelmaschine gefragt, an der Schriftführer Josef Illing die halben Krautköpfe zerkleinerte. Das Würzen mit Salz und das Beigeben von Apfelscheiben und Wacholderbeeren übernahm zweiter Vorsitzender Günther Frank.

Beim Verdichten des geraspelten Krauts wurden Josef Bauriedl und Josef Füssl von Jürgen Jakob von der RK Vohenstrauß kräftig unterstützt. Die tatkräftige Nachbarschaftshilfe beim schweißtreibenden Einstampfen und Verdichten in ein Tonfass war dringend erforderlich. Früher wurde das Kraut kräftig mit den Füßen verdichtet und seit einigen Jahren wird dafür ein Holzstampfer verwendet. Insgesamt wurden 2,5 Zentner Kraut im Keller der Gaststätte eingelagert. Nach getaner Arbeit wurde das Kraut im volle Tonfass mit einem Deckel und Stein beschwert und geschlossen.

Das Krauteinmachen war zugleich ein Rückblick in vergangene Zeiten und kam bei den vielen Gästen sehr gut an. Früher war es gang und gäbe, dass vor allem bei den Landwirten jeder sein eigenes Krautfass im Keller stehen hatte. Nach der Brauchtumspflege servierte das Böhmerwald-Team eine leckere Schlachtschüssel und Schaschlik und Musiker Bernhard sorgte mit Musik für ein gemütliches Beisammensein. Die Mitglieder freuen sich bereits im Vorfeld auf das Weihnachtsschießen im Schützenhaus am „Bühl“ in Waidhaus. „An diesem Tag wird erstmals das Sauerkraut mit leckeren Würstchen angeboten“, fügte Ehrenvorsitzender Kleber an.

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