11.05.2020 - 11:02 Uhr
EslarnOberpfalz

Lob an disziplinierte Kirchenbesucher

Die Pfarrei Eslarn nimmt mit öffentlichen Gottesdiensten wieder allmählich Fahrt auf. Pfarrer Erwin Bauer versucht der Corona-Zwangspause auch eine heilsame Zeit zu sehen.

Geordnet nehmen in jeder zweiten Bank jeweils links und rechts zwei Kirchenbesucher ihre Plätze ein.
von Karl ZieglerProfil

"Alleine zu feiern war zwar biblisch, aber auch komisch", beschrieb Pfarrer Erwin Bauer sein Gefühl, ohne Kirchenbesucher eine Messe feiern zu müssen. Nach acht Wochen trafen sich zum ersten öffentlichen Gottesdienst am Samstagabend rund 30 Frauen und Männer mit Mund-Nasen-Masken und einem eigenen Gebetbuch.

Diszipliniert wahrten die Kirchgänger den nötigen Abstand zueinander und besetzten nur zu zweit jede zweite mit weißen Klebeband gekennzeichnete Kirchenbank. Am Altar gestaltete Pfarrer Erwin Bauer mit Pfarrvikar Bivin Plapparambil, Lektorin Waltraud Karl, zwei Ministranten und auf der Empore Organistin Martina Brenner die Messe.

Bereits beim Betreten der Kirche wiesen Mitglieder der Kirchenverwaltung freie Bänke zu.

"Gott sei Lob und Dank! Wir freuen uns, dass wir uns zu einer gottesdienstlichen Feier wieder öffentlich in der Kirche versammeln dürfen, wenn auch nur unter Beachtung staatlicher Infektionsschutzvorschriften." Gleichzeitig dankte Pfarrer Erwin Bauer allen für die lebhafte Gestaltung der Kirche in den letzten Wochen und für die aktuellen Vorbereitungen. "Mit den Maßnahmen können wir uns gegenseitig schützen." In der kurzen Predigt wies der Priester auf eine nicht leichte Zeit während der achtwöchigen Ausgangsbeschränkung hin. Die vier Wände im trauten Heim seien für viele zum Überdruss, aber auch zu einem Gefühl der Geborgenheit und Wärme geworden.

"Die Corona-Zeit kann für uns alle durchaus eine heilsame Zeit sein, nach der wir uns wieder auf das Wesentliche, die Beziehung zu Gott und die Inneren Werte besinnen." Pfarrer Erwin Bauer wünscht sich ein Umdenken in der Gesellschaft ohne höher, schneller, weiter, reicher und zitiert zum Nachdenken eine von einem Unternehmen an ihn gerichtete E-Mail: "Wir machen das Beste aus dieser Zeit und vielleicht kommt der Mensch wieder ein wenig runter von seinem hohen Ross und begnügt sich mit etwas weniger."

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