10.08.2018 - 08:53 Uhr
EslarnOberpfalz

Löwe und Fisch im Wappen vereint

Eslarn hat seit 420 Jahren ein Wappen. An den 420. Jahrestag der Wappenverleihung und an die seit 405 Jahren bestehenden Marktrechte erinnert zwei Tag nach dem Bartholomäus-Tag am Sonntag, 26.August, der "Islouer Barthlmarkt".

Die Hofmarksherren zu Eslarn hatten seit Jahrhunderten ihre eigenen Wappen und der Ort Eslarn erhielt 1598 ein eigenes Wappen verliehen.
von Karl ZieglerProfil

(gz) Das in blau gefasste Gemeindewappen teilt ein silberner Balken in zwei Hälften und zeigt einen goldenen Löwen und unten waagrecht einen silbernen Fisch. Die 1499 erhaltenen privilegierten Rechte und 1567 durch einen Brand vernichteten Unterlagen der Dorfgemeinschaft Eslarn bestätigte 1598 Pfalzgraf Friedrich mit der Verleihung eines Gemeindewappens und 1613 Pfalzgraf Johann mit der Verleihung der Marktrechte.

Die Erlaubnis ein Wappen zu führen erhielt Eslarn erst 1598 vor 420 Jahren durch Pfalzgraf Friedrich. Seither ziert das in Stein gemeißelte oder aus Gips geformte und mit blauen Grundton versehene Wappen das Rathaus. Im Wappen ist im oberen Teil ein goldener Löwe und unten ein silberfarbener Fisch dargestellt. Der entfernte Anklang des Fisches mit dem Namen "Eßling" oder "Äschling" gab offenbar der Regierung den Anlass, den Fisch ins Wappen zu setzen. Obwohl in amtlichen Schreiben seit 1602 das Wort "Markt" regelmäßig gebraucht wurde, folgte die Verleihung der Marktrechte und der "Freiheiten und Vermehrung derselben" durch Pfalzgraf Johann als Administrator der Oberpfalz erst 1613: "Wir Johannes, von gottes gnaden Pfalzgraff bey Rhein und Herzog in Beyern thun kundt, weiln der Flecken ziemlich groß und weit, anstatt des vorigen privilegiis gesezten worts Dorfgemeinde mit dem nahmen eines Markts begnadigen." Damit hat Eslarn vor 405 Jahren die Bewilligung erhalten, sich anstatt "Dorfgemein" die gewünschte Bezeichnung "Markt" zu führen. Die Hofmarksherren mit ihren Untertanen lebten im Mittelalter vor allem vom Handel und Verkauf eigener Produkte. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges durften die privilegierten Eslarner 1628 und 1639 drei Jahrmärkte abgehalten und zwar am Sonntag "Misericordia Domini" (2. Sonntag nach Ostern), am Sonntag nach dem Fest Peter und Paul und am Sonntag nach dem Fest des Heiligen Leonhard. Diese Jahrmärkte waren offenbar bereits wesentlich früher genehmigt worden, wobei sich die Termine in den Folgejahren änderten.

Als am 8. März 1667 Kurfürst Ferdinand Maria die Eslarner Privilegien neuerdings genehmigte, nannte er die Sonntage Exaudi vor Pfingsten, nach Bartholomä und vor Sankt Michael. Im Jahr 1878 wurden die Jahrmärkte am Sonntag vor Sebastian, am Sonntag vor Pfingsten, am ersten Sonntag nach Bartholomä und am 2. Sonntag nach Michael abgehalten. Enorme Anziehung erlangten im 20. Jahrhundert auch die Großvieh- und Ferkelmärkte. In den Jahren verloren die Markttage immer mehr an Bedeutung und ab 2013 zum 400. Jahrestag der Marktrechte installierte die Marktgemeinde den Barthlmarkt und ließ mit großen Erfolg den historischen Festtag aufleben. Am 26. August 2018 findet das Markttreiben mit zahlreichen Attraktionen erneut statt und startet um 9 Uhr mit einem Feldgottesdienst im Kurpark.

Zu Heidelberg verlieh am 18.1.1613 Pfalzgraf Johann den Eslarnern die Marktrechte.

Das in blau gefasste Gemeindewappen teilt ein silberner Balken in zwei Hälften und zeigt einen nach oben wachsenden goldenen Löwen und unten waagrecht einen silbernen Fisch.

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