Eslarn
20.08.2018 - 16:09 Uhr

Polizistin schnappt Angestellten

Carina Kaiser und Benjamin Heider geben sich das Jawort vor Pater Felix Meckl in der Pfarrkirche in Eslarn.

Pater Felix Meckl segnet den Bund fürs Leben und wünscht dem Brautpaar Carina Kaiser und Benny Heider Gottes Segen. gz
Pater Felix Meckl segnet den Bund fürs Leben und wünscht dem Brautpaar Carina Kaiser und Benny Heider Gottes Segen.

(gz) Es geschah während einer Zugfahrt zum Fußballspiel des FC Bayern nach München. Vor 16 Jahren entflammte bei zwei Bayernfans die Liebe: Carina Kaiserund Benjamin Heiderhatten auf der langen Fahrt reichlich Zeit, sich näherzukommen. Ihre Begeisterung zum Fußball lebten beide jahrelang in der Damen- beziehungsweise Herrenmannschaft des TSV aus. Später wurde Carina stellvertretende Schriftführerin und Benny Mitglied des Vorstands der Jugendfördergemeinschaft und Jungendtrainer. Den ersten Traum erfüllten sich beide in ihrer Heimat mit dem Bau eines Einfamilienhauses. Am Samstag läuteten für die 32-jährige Polizistin und den 36-jährigen Technischen Angestellten die Hochzeitsglocken.

Gemeindeangestellter Fabian Dimpervollzog im Kommunbrauhaus "Biererlebnis" als Freund des Ehepaars und Trainer der ersten Herrenmannschaft die standesamtliche Trauung. Das Jawort in der Pfarrkirche "Mariä Himmelfahrt" gab sich das Paar vor Pater Felix Meckl, der ein Freund der Familie und Klassenkamerad von Brautschwester Kathrinist. "Mögt ihr das Salz der Erde und das Licht der Welt sein und die Liebe Gottes euch Orientierung geben", sagt Meckl. Die musikalische Umrahmung der Hochzeitsmesse übernahm ein Gesangsduo mit instrumentaler Begleitung. Zum Abschluss wünschte das Trio mit dem bekannten Lied von Dietrich Bonhoeffer "Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar" alles erdenklich Gute.

Nach der kirchlichen Trauung strahlten die hübschen Brautmädels Sophia, Teresaund Franziskamit dem Brautpaar um die Wette. Vor der Kirche gratulierten die Mitglieder des TSV-Vorstands mit der C-Jugend und dem JFG-Team, der Bayernfanclub mit musikalischer Unterstützung durch Fabian Wildauf der Quetschen und solidarisch vereint die Nachbarn.

Außerdem reihten sich zahlreiche Polizeikollegen in blauer Uniform und mit einem Polizeiauto in den Gratulantenreigen ein. Sie symbolisierten mit einem Spalier aus Schlagstöcken ihre Solidarität und Freude.

Bei einem von den Fußballern arrangierten Sechsmeterschießen siegte Carina gegen Benny mit Hilfe des netten Torwarts knapp mit 2:1. Den polizeilich verordneten Bobbycarslalom, natürlich mit Helm, überließ die Braut mit ihrem wunderschönen weißen Kleid und tollem Haarschmuck lieber ihrem Bräutigam. Gemeinsam mit Familie, Verwandten, Freunden und Bekannten wünschten die Gratulanten viel Glück im Hafen der Ehe und ließen das Paar mit Sekt und Blumen hochleben.

Die Gratulanten begleitete musikalisch die Moosbacher Straßenmusikanten und nach dem Sektempfang ging es im Konvoi, angeführt von einem polierten Oldtimer Ford mit Baujahr 1930 zum Rötzer "Fürstenkasten". Die Hochzeitsgesellschaft und die Musikgruppe "Brezensalzer" feierten mit dem Brautpaar ausgiebig und sorgten für einen unvergessenen Hochzeitstag.

Ein nachträgliches und bis zum Schluss geheim gehaltene "Geschenk" erwartete das Paar nach der Feier am frühen Sonntagmorgen bei ihrem Anwesen. Fleißige Hände hatten im Hofraum vor dem Eigenheim aus unzähligen Bierkästen ein Gefängnis aufgebaut und den Zugang zum Haus regelrecht unmöglich gemacht. Im Inneren wurde mit einem Bett, Tisch und sanitären Anlagen bestens für ein Nachtlager und mit zwei Sträflings-Puppen für nächtliche Gesellschaft gesorgt, falls das Paar die Arbeit um einige Stunden verschieben wollte.

Die "echten Freunde" wünschten beim Beseitigen der Gefängnisburg mit den vielen Kisten und der unzähligen Konfetti im Haus viel Spaß und hinterließen als Dreingabe eine Doppelliege und einen Hochzeitsbaum.

Die Beseitigung und die Rückgabe der Kästen kostete Carina und Benny noch vor der Hochzeitsreise mit dem Schiff durchs Mittelsmeer viel Schweiß und Zeit. Da keine Flaschen der verschiedenen Brauereien aus der Oberpfalz, Franken und Niederbayern vorhanden waren und bei der Rückgabe zumindestens in jedem Kasten eine sein musste, entwickelt sich das Sammeln der Pfandgelder zu hart verdienten Euros und einem Mammutprojekt. "Wir werden noch lange an unsere Freunde denken" stellten das Brautpaar fest.

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