25.05.2020 - 11:16 Uhr
EslarnOberpfalz

Stiftung fördert Völkerverständigung

Der Wunsch, jungen Menschen in armen Ländern eine berufliche Zukunft zu bieten, bewog Pfarrer Martin Rupprecht die Stiftung „Jugend fördern – Grenzen überspringen“ zu gründen. Nun zahlte die Stiftung den höchsten Betrag seit Gründung aus.

Mit Schwester Betty Schao hat Pfarrer Martin Rupprecht in Tansania eine zuverlässige Ansprechpartnerin.
von Karl ZieglerProfil

Laut Jahresabrechnung konnte die Stiftung „Jugend fördern – Grenzen überspringen“ im vergangenen Jahr mit 41.279,30 Euro die höchste Förderung seit Bestehen auszahlen. „Die Spenden kommen zu 100 Prozent den Projekten zugute, da die Verwaltungsausgaben von den Verantwortlichen selbst getragen werden“, stellte Pfarrer Martin Rupprecht fest und dankte den Vorstandsmitgliedern Waltraud Rupprecht aus Eslarn und Gisela Hax aus Erlangen für die ehrenamtliche Mitarbeit.

Nach dem Vorbild des italienischen katholischen Priesters und Jugendseelsorgers Don Bosco und dessen öffentlicher Verlautbarung "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" sorgt sich Pfarrer Martin Rupprecht um die Jugend dieser Welt. Seit September 2000 ist der Geistliche aus Eslarn Pfarrer in Christkönig-Neufünfhaus und seit 2017 in der neuen Pfarrei Hildegard Burjan.

Die Stiftung „Jugend fördern – Grenzen überspringen“ wurde 2002 anlässlich seines 10-jährigen Priesterjubiläums installiert und mit den Spenden konnte bereits vielen jungen Menschen in verschiedenen Kontinenten eine Ausbildung ermöglicht werden. Der Eslarner in Wien genießt als Berater von Kardinal Christoph Schönborn dessen und auch weltweit bei vielen Bischöfen großes Vertrauen. Mit seiner Stiftung möchte Pfarrer Rupprecht den Menschen in Not neuen Lebensmut und neue Perspektiven geben und die Ausbildung nicht von der Armut abhängig machen. „Kein junger Mensch soll hungern müssen oder nicht zur Schule gehen können.“ Darunter ist sowohl die Unterstützung der äußeren Bedürfnisse wie Essen, Kleidung, Wohnung und Arbeit, als auch der inneren Notwendigkeiten wie Schulausbildung, geistige, geistliche, kulturelle und soziale Bildung zu verstehen.

Durch gegenseitige Begegnungen sollen junge Menschen verschiedener Kulturen und Religionen zur Entwicklung und Stärkung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Völkern und Religionen und damit zur Friedenssicherung beitragen. „Die jungen Menschen sollen mit aller Kraft, ihren Begabungen, ihrer Hoffnung, ihrem Glauben und ihrer Liebe am Aufbau einer neuen, friedlichen Weltgemeinschaft mithelfen.“ Die Herausforderungen waren und seien nur durch Spender und freiwillige Helfer zu bewältigen. Durch die finanzielle Hilfe der Stiftung entstanden in vielen Ländern katholische Schulen und Ausbildungsstätten und kompetente sowie persönlich bekannte Unterstützer vor Ort halfen, neue Initiativen entstehen zu lassen.

Gemeinsam mit dem Franziskaner-Bischof Samson Shukardin wurde in einer der ärmsten Gegenden um Hyderabad in Pakistan, wo weniger als 50 Prozent der Kinder in die Schule gehen, ein schulischer Betrieb aufgebaut. Um den gegenseitigen Austausch nach Pakistan auszubauen, wird noch in diesem Jahr ein Theologiestudent aus Lahore/Pakistan in der Pfarrei in Wien ausgebildet. Im aufwärts strebenden Äthiopien sollen zwei entsandte Krankenschwestern als Freiwillige zwei Monate im Krankenhaus der Mutter-Teresa-Schwestern in Addis Abeba mitarbeiten. Der Leiter der Seelsorge in der Erzdiözese, Abba Petros, hat in seiner Heimat die Sternsinger-Aktion nach dem Vorbild der Wiener Pfarrei eingeführt. Eine zuverlässige Ansprechpartnerin in Tansania ist seit vielen Jahren Schwester Betty Schao, die gemeinsam mit Studenten die „Schule Holili“ mit den Maasai Mädchen betreut. „Sie sollen ganz besonders vor Zwangsheirat und Genitalverstümmelung bewahrt bleiben.“ In einer der ärmsten Hütten in Dar es Salaam wohnt Alphonce, der Dank eines Stipendiums der Stiftung studieren und Lehrer werden konnte.

In die Pfarrei Hildegard Burjan in Wien kommen alle Jahre kirchliche Vertreter aus verschiedenen Ländern zur Ausbildung oder um Deutsch zu lernen. „Nach der Ausbildung kehren alle in ihre Länder zurück und betreuen als Ansprechpartner vor Ort die Projekte der Stiftung.“ Erfreulich sei, dass junge Erwachsene auch aus der Wiener Pfarrei die Stiftung bei ihrer Arbeit ehrenamtlich unterstützen. Die drei von Pfarrer Rupprecht aus der eigener Tasche finanzierten Reisen nach Pakistan, Äthiopien und Tansania haben mit neuen Schulprojekten und Einzelstipendien an Jugendliche, die der Geistliche persönlich kennt, ihre Spuren hinterlassen.

In den 17 Jahren konnte die Stiftung dank der Spender insgesamt 200.000 Euro auszahlen und damit vieles bewegen. In die Projekte fließt auch Geld, das Pfarrer Rupprecht anvertraut wird und das aus seinen eigenen Mitteln stammt. Wer die Stiftung „Jugend fördern – Grenzen überspringen“ unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf das Konto der LIGA Bank Regensburg, IBAN: DE43 750 9030 00001 3428 gerne tun.

Bei seiner Ankunft in Tansania wird Pfarrer Rupprecht von vielen Kindern und Jugendlichen umzingelt.
Für ein Selfie mit den Maasai-Jugendlichen in ihrem Dorf hat Pfarrer Rupprecht immer Zeit.
In Pakistan wurde Pfarrer Rupprecht von vielen Jugendlichen in farbenprächtigen Kleidern empfangen.
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