27.10.2019 - 09:46 Uhr
EslarnOberpfalz

Straßensperrung in Eslarn: Schilderwald ohne Wirkung

Reichlich aufgestellte Umleitungsschilder kündigen rechtzeitig, aber für viele Fahrzeugführer vergeblich eine bis auf weiteres total gesperrte Staatsstraße an. Sehr zum Leidwesen der Straßenarbeiter.

Viele Autofahrer standen am Wochende, auch gegen Abend an der total abgeriegelten Staatsstraße und fragten nach dem Weg.
von Karl ZieglerProfil

Die Staatsstraße zwischen Waidhauser Straße und Gewerbegebiet “Zankeltrad“ in Eslarn war am Wochenende wegen dem Aufbringen des Haftklebers und der Asphaltdeckschicht für jeglichen Verkehr total gesperrt. Die Totalsperrung der Staatsstraße 2154 wegen der Ausbauarbeiten nördlich Eslarn galt nicht nur dieses Wochenende, sondern auch die nächsten Tage, so der Vorarbeiter der Firma Huber-Rappl aus Rötz. Die Aufhebung für den überregionalen Verkehr werde rechtzeitig bekannt gegeben.

Mit dem Asphaltieren am Wochenende kam die Firma Huber-Rappl aus Rötz vor allem den angesiedelten Firmen und Anliegern entgegen. Die Hoffnung, dass sich der Verkehr wie geplant auf die Umleitungsstrecke verlagert, traf leider nicht ein. Die ständigen Versuche der Autofahrer, trotz der betriebsamen Asphaltierungsarbeiten vielleicht doch noch durchfahren zu können, belastete die Maßnahme enorm. „Wo geht’s hier weiter?“, diese und ähnliche Fragen mussten der Vorarbeiter mit seinen Mitarbeitern von Freitag bis Sonntag immer wieder beantworten. „Die Beschilderung scheint niemand zu interessieren.“

Die Arbeiter, die am Samstag seit 4 Uhr morgens auf den Beinen waren und nur zügig ihren Auftrag erledigen wollten, wurden von den Fahrzeugführern immer wieder mit den gleichen Fragen und Antworten belastet. „Die Umleitungsstrecke führt über Moosbach.“ Außerdem mussten sich die Straßenarbeiter unberechtigte Beschwerden hinsichtlich der Beschilderungen anhören. Nach den Hinweisen auf mehrere Durchfahrtverbotsschilder, die regional im Umkreis in den umliegenden Orten aufgestellt sind, kommen Antworten wie: "Hab ich nicht gesehen" oder "Müsst ihr so aufstellen, dass man die Schilder sieht". Einige leugneten sogar die Existenz der Verkehrszeichen.

Aus Richtung Waidhaus bis Eslarn ließ der Vorarbeiter beispielsweise neben drei Hinweisen auf ein totales Durchfahrtsverbot in Pfrentsch zudem ein Zusatzschild mit dem Hinweis auf die „letzte Wendemöglichkeit“ vor allem für Lastwägen aufstellen. Ein Mann aus der südlichen Oberpfalz wird mit seinem Auto zufällig am Beginn der Ausbaustrecke erregt und mit dem Kopf schüttelnd angetroffen: "Das Navi hat mich hier hergeführt, wie komme ich jetzt nach Eslarn und weiter nach Tschechien, kann ich auf der Straße weiterfahren?" Erst der Hinweis, dass durch den aufgezogenen Haftkleber auf dem neuen Straßenbelag sein Auto höchstwahrscheinlich beschädigt werden könnte, veranlasste ihn zum Umkehren und zur Fahrt entlang der Umleitungsstrecke über Moosbach. Ein Weiterfahren wäre aufgrund der großen Teermaschine, den zahlreichen Walzen und der Lastwägen gar nicht möglich. "Ob sich da das Tanken in Tschechien noch lohnt?", merkte der Fahrer beim Einsteigen noch kurz an.

Durch das Nichtbefahren der frisch asphaltierten Straße wird laut Baudirektor Gerhard Kederer eine möglichst hohe Qualität der Teerschicht erreicht. Da die Strecke wegen der fehlenden Schutzplanken entlang der Strecke immer noch für den Verkehr gesperrt bleibt, ändert sich an der Umleitung nichts. Das Straßenbauamt Amberg bittet dies zu beachten.

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