17.10.2021 - 13:52 Uhr
EslarnOberpfalz

Tansania-Freunde aus Eslarn haben viel vor

Die Tansania-Freunde mit Pfarrer Erwin Bauer und Pfarrvikar Basil (von links) blicken auf ihre Afrikareise zurück.
von Karl ZieglerProfil

Beim ersten Treffen der Tansania-Freunde nach zwei Jahren erinnerten sich Michaela Ach aus Augsburg und Karl Meier aus Schönthal, Pfarrer Erwin Bauer sowie Elisabeth Würfl und Karl Ziegler aus Eslarn an die unvergessene Reise zu Bischof Dr. Beatus Urassa in die Diözese Sumbawanga.

Das Treffen bereicherte der neue, für zwei Jahre in Eslarn weilende Pfarrvikar Basil Bazir Ngwega, der aus der tansanischen Diözese Ifakara kommt und im Oktober seine Arbeit aufgenommen hat. "In Eslarn war ich bereits zwei Mal, einmal besuchte ich den damaligen Pfarrvikar Beatus und erst kürzlich Pfarrer Bauer", erklärte er. Der Priester ist an der Universität Innsbruck tätig und möchte als Doktorand seine Magisterarbeit im Kirchenrecht abschließen. "Ich bin auf den Winter in Eslarn gespannt, da es in meiner Heimat keinen Schnee gibt."

Die Tansania-Freunde schwärmten über die hervorragend vorbereitete Reise durch Bischof Beatus. Bereits die lange Anreise mit dem Flugzeug und vor allem die zweitägige Anfahrt mit zwei Geländewägen von Daressalam nach Sumbawange 900 Kilometer quer durch Tansania war eine Herausforderung. Die Bilder an der Leinwand zeigten die freudestrahlende Bevölkerung bei Empfängen, Projekte wie Schulen und Kindergärten sowie den Bau von Priesterwohnungen und Brunnen.

Besonders gerührt waren die Gäste aus der Oberpfalz beim Besuch eines Waisenhauses, in dem viele Kinder mit Albinismus ein liebevolles und sicheres Zuhause erhalten und bestens versorgt werden. Noch heute freuen sie sich über die Mützen, die namhafte bayerische Firmen sponserten. Aber auch das Leben der Landbevölkung, die trotz ihrer Armut Gastfreundschaft zeiogen, hat imponiert.

Die erst kürzlich am Bischofshaus fertig gestellte Warmwasseranlage und die vor Ort eingetroffenen Brillenspenden erleichtern laut Beatus vielen das tägliche Leben. "Die Brillen sind angekommen und werden im Krankenhaus ausgemessen, so dass die Sehhilfen auch das passende Auge finden werden." Mit dem Bau einer großen Photovoltaikanlage steht bereits das nächste Großvorhaben an. Dank Sonnenenergie verspricht sich das Bistum konstante Stromversorgung und günstigere Preise.

Der Stromverbrauch steigt ständig, weil Wirtschaft und soziales Engagement wachsen und der staatseigene Stromanbieter daher gezwungen ist, Strom von unabhängigen Elektrizitätswerken zu kaufen. Zudem kommt es immer wieder zu Stromschwankungen und Ausfällen. Eine zuverlässige Stromversorgung ist eine wichtige Grundlage für die nachhaltige Entwicklung, wobei in ländlichen Haushalten die Elektrizität überwiegend fehlt. Das liege zum einen daran, dass zu wenig Strom produziert werde, obwohl die Voraussetzungen gut seien. Dies möchte Bischof Beatus in der Rukwa-Region mit der Hauptstadt Sumbawanga ändern. Seit Jahren wird der Strom teuer aus dem Nachbarland Sambia bezogen. Mit Photovoltaikanlage soll das Bistum unabhängiger werden.

Per E-Mail an seinen Freund Pfarrer Bauer wies der Bischof stolz auch auf das coronafreie Bistum Sumbawanga hin. "Wenn alles so bleibt, möchte ich nächstes Jahr nach Deutschland reisen."

Das Bischofshaus soll zukünftig Strom aus Sonnenenergie erhalten.
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