"Jetzt sind wir da, wohin wir nicht wollten", stellte Vorsitzender Frank Jakob nach der Abstimmung fest. Insgesamt zehn Mitglieder, darunter zweiter Bürgermeister Georg Zierer, votierten für die Auflösung. Zur letzten Versammlung des Fremdenverkehrsvereins (FVV) in die Gaststätte "Stofferl" waren lediglich elf Mitglieder gekommen. "Es hat sich niemand gemeldet, der den Verein weiterführen möchte und die Tendenz geht eindeutig in Richtung Auflösung", fasste Jakob zusammen. Mit Applaus dankten die Mitglieder ihrem Gründer- und Ehrenvorsitzenden Bauer für die Pionierarbeit. Ein Dank ging auch an alle anderen bisherigen Vorsitzenden: Kurt Baumann und Frank Jakob, an Vorstand und Mitglieder. 18 Jahre haben Schriftführerin Beate Zierer und Kassiererin Katharina Kleber im Vorstand mitgewirkt.
Die Zeiten im Tourismus hätten sich verändert, meint die Vereinsführung. Laut der anwesenden Quartiergeber Sieglinde Frischholz-Wazl und Agnes Hammerl planen die Urlauber ihren Aufenthalt selbst und wollen die Tage in Ruhe genießen. "Bei der letzten Wanderung waren wir mit zwei Urlaubern unterwegs und beim Kegelabend waren nur Mitglieder anwesend", erinnerten sich Gründungsmitglied Margit Sturm und die seit 20 Jahren ehrenamtlich tätigen Beisitzerinnen Sieglinde Frischholz-Wazl und Kerstin Jakob. Diese konnte Mitglied und Kegelschiedsrichter Hans Wild nur bestätigen. Auch zweiter Vorsitzender Gregor Härtl fand die Auflösung ausweglos.
Die Auflösung "seines" Vereins nach 30 Jahren fand Ehrenvorsitzender Hans Bauer traurig. Er rief noch einmal die Spendenverteilung des FVV an Vereine und Organisationen in Erinnerung und betonte, dass diese Verteilung grundsätzlich nicht falsch, aber an Einrichtungen mit Kindern eventuell besser gewesen wäre. "Zumindestens hätten die Spenden öffentlich dargelegt und die Mitglieder unterrichtet werden müssen." Einig waren sich alle, dass das Geld für den Aussichtsturm gut angelegt sei.
Dies konnte zweiter Bürgermeister Georg Zierer nur unterstreichen und verwies auf andere Vereine, die ebenfalls gespendet haben. Die Auflösung bezeichnete Zierer schmerzlich. Auch andere Vereine haben es heutzutage nicht leicht, einen Vorstand zu finden. Das rückläufige Angebot der örtlichen Gastronomie bezeichnete Zierer schade. Die Urlauber müssten von den Gemeindeangestellten teilweise zum Mittagsessen nach Moosbach und Tschechien geschickt werden.
Nach der Diskussion wies Vorsitzender Jakob auf die fristgerechte Ladung zur zweiten Sitzung innerhalb vier Wochen hin und bat die Mitglieder um Abstimmung. Mit Ausnahme des Ehrenvorsitzenden stimmten alle für die Auflösung des FVV. Laut Satzung erhält die Gemeinde zweckgebunden für den Bereich Tourismus die verbliebenen Vereinsgelder von 925,32 Euro und beim Amtsgericht wird die Löschung des eingetragenen Vereins beantragt. Damit wurde die Vorstandschaft aufgelöst und das Kapitel "Fremdenverkehrsverein" endete.













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