17.02.2020 - 17:10 Uhr
Etsdorf bei FreudenbergOberpfalz

Lieder von der Liab im Tempelmuseum

Das war eine gelungene Sache: Die Fünfköpfige Band Ois echt spielt im Tempelmuseum eigene Songs und ausgesuchte Coverversionen. Dazwischen gab es lustige oder auch kritische Anmoderationen der Titel.

Gerhard "Bifi" Köbler, Tobi Rauscher, Hans Miesbeck, Sepp Zweck und Alois Heimler (von links) begeisterten am Valtentinstag im Tempelmuseum in Etsdorf mit richtig guter Musik.
von Autor MMAProfil

Ois echt hieß die fünfköpfige Combo, die das ausverkaufte Tempelmuseum am Valentinstag regelrecht vibrieren ließ. Der Sportverein unter Sandra Preitschaft und die Freunde der Glyptothek unter Wilhelm Koch hatten zu den waschechten Oberpfälzern und einem Zugeheirateten in den großen Saal eingeladen. Mit viel Spielfreunde bot die Band Eigenkompositionen und gelungene Adaptionen, welche sie humorvoll anmoderierten.

Aus dem Chiemgau war ihr Chef Hans Miesbeck wegen der hübscheren Oberpfälzer Mädchen zugewandert. Er zeigte auf seiner Akustikgitarre Virtuosität. Bifi, alias Gerhard Köbler, beherrschte E-Piano und seine Diatonische mit Leichtigkeit und Tobi Rauscher, ein ehemalige Vilsecker, "mit Spatzennest am Kopf", wie es hieß, überzeugte an der E-Gitarre und dem E-Piano. Sepp Zweck spielte bravourös den Bass und Berufssoldat Alois Heimler gab, wie es sich gehört, den Takt mit E-Drums und Cajon an. Harmonisch war auch Gesang und Stimmung der leidenschaftlichen Musiker.

Mit "Die Liab" eröffneten sie in einem oberpfälzisch-oberbayerisch-irischen Dialektmix den großen Liederreigen. Bei der "Winselbritschn", forderten sie überzeugend zum "Aufhören mit dem Sodern" und zur Übernahme von Verantwortung auf. Den Blick weiten wollten das "Loss me geh" und der adaptierte Song von Roger Cicero "Oina von Millionen".

Mit veganer Lebensweise konnten sie sich allerdings nicht anfreunden und rieten bei Tofu zu viel Olivenöl, damit "alles leichter in den Abfalleimer gleitet". Ihr Toast "aaf unsa Leben" zielte gegen alle "Zwidawurzn" und "Mir hebn ab" riet vielmehr zu bewusstem Genuss. "As Leben spürn" zum Beispiel bei einem Waldspaziergang gewann dabei auch eindeutig gegen eine Reise mit der Familie "auf der Autobahn".

"Des fangt genauso a" stellte sich die Gruppe entschieden gegen die "braune Brut aus den Kloaken der Nazivergangenheit" und für ein Miteinander in Humanität und Geschwisterlichkeit und erhielt lang anhaltenden Applaus. "I hob da so a Gfühl" verwies aufs "ganz normale Leben", zu dem es eigentlich "gar net vül braucht".

Tobi Rauschers "I wüll net wissen" setzte den Blick aufs Wesentliche fort und mit "Da kumt da Summa" intonierten alle fünf ein sehnsuchtsvolles "A-capella-Stück mit Instrumenten". Ein überzeugendes Plädoyer für eine "artgerechte Haltung von (Ehe)Männern" und fürs "End vo da Saison" folgte. Ihrer Meinung gibt es auch zu Viele, die "nix zum song hom", aber "d'Goschn net haltn kenna". Für einem kuscheligen Tag im Bett stimmten alle ein beim "Ladidadidam". Gegen alle die "ihrn Kragn niat voll kriagn kenna" und "nimma wissen, was wirklich wichtig ist" kämpfte ihr Hit "Mach doch niat as jedem Scheiß a Gschiß!"

Seiner Heimatstadt Vilseck widmete Rauscher ein eigenes sensibles Lied und glaubwürdig kam "Es gibt koa Wort, wenn i an Vülseck, an mei Hoamat denk". Recht eindeutig derbleckte dann Hans Miesbeck "das Alpha-Tier, den egozentrischen Rambo oder Mister President" als "Blejde Drecksau". Mit Juchzern und Solis steigerte sich die Combo zur Schlusshymne "Bavaria - I kriag niat gnua".

Doch ohne Zugabe ließ sie ein begeisterter Saal natürlich nicht gehen. Hubert von Goiserns "Weit, weit weg von mir" sangen die über 150 Zuhörer zum Abschied nach fast drei Stunden Konzert gerne mit. Schlau ließ Wilhelm Koch die Zuhörer noch die Stühle an den Rand stapeln und lud ein, ein wenig "im Finstern" zu tanzen, zu feiern und die angebotenen gastronomischen Köstlichkeiten zu genießen, was viele auch gern annahmen.

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