Etsdorf bei Freudenberg
22.11.2018 - 18:55 Uhr

Sie trotzen Wind, Wetter und Hunden

Ein bisschen wie Magie fühlt es sich schon an, wenn morgens die Zeitung im Briefkasten liegt. Den fleißigen Austrägern zu Ehren veranstaltet Oberpfalz-Medien einen gemeinsamen Nachmittag mit allerlei interessanten Alltags-Geschichten.

Vertriebsberater Stephan Hagn (hinten von links), Kollegin Alexandra Meyer, Verlagsleiter Thomas Huber und Bürgermeister Alwin Märkl gratulieren den Jubilaren, die für Oberpfalz-Medien fast jeden Tag Zeitungen austragen: Stephanie Moser (vorne von links), Barbara Meiler, Johanna Bauer, Martha Plössl und Theresia Kossak. Bild: Petra Hartl
Vertriebsberater Stephan Hagn (hinten von links), Kollegin Alexandra Meyer, Verlagsleiter Thomas Huber und Bürgermeister Alwin Märkl gratulieren den Jubilaren, die für Oberpfalz-Medien fast jeden Tag Zeitungen austragen: Stephanie Moser (vorne von links), Barbara Meiler, Johanna Bauer, Martha Plössl und Theresia Kossak.

Die Anforderungen an die Zeitungsausträger werden immer höher. Das betonte Freudenbergs Bürgermeister Alwin Märkl. "Die Hunde werden immer mehr und die Kunden immer verwöhnter. Sie wollen ihre Zeitung pünktlich zum Frühstück auf dem Tisch liegen haben", sagte er mit einem Augenzwinkern und erheiterte damit die Runde der Austräger von Oberpfalz-Medien. Sie hatten sich zum Jahrestreffen im Gasthaus Steinköppl in Etsdorf getroffen.

Doch diese Herausforderungen würden die Austräger der Amberger Zeitung täglich mit Bravour meistern. Bei Wind und Wetter und allen Schwierigkeiten zum Trotz. Nur lobende Worte für die Träger fanden Märkl sowie Thomas Huber, Verlagsleiter von Oberpfalz-Medien, sowie dessen Kollegen Alexandra Meyer und Stephan Hagn. "Ich bin schon ein bisschen stolz auf euch", erklärte Märkl. "Unsere Bauhof-Leute fangen zwar auch schon früh an und sind fleißig, aber deswegen ist um halb vier auch noch nicht Schnee geräumt. Die Zeitung ist trotzdem schon im Briefkasten." Bei Kaffee und Torte verbrachten alle einen gemütlichen Nachmittag und tauschten sich über die tägliche Arbeit, aber auch über Privates aus. Vor dem Abendessen erhielten die Jubilare eine Urkunde und einen üppigen Geschenke-Korb mit Leckereien. Brigitte Premwurde für 10 Jahre Zustelldienst geehrt, für 15 Jahre Christian Wiehrl, Stephanie Moser, Florentina Weber und Johanna Bauer, für 20 Jahre Elfriede Hollweckund Theresia Geitner, für 25 Jahre Barbara Meiler, für 30 Jahre Anna Meingastund Martha Plösslund für 35 Jahre die dienstälteste Theresia Kossak.

Die 70-jährige gebürtige Riedenerin Theresia Kossak trägt seit 35 Jahren die Amberger Zeitung in der Kallmünzer Siedlung in Schmidmühlen aus. Was oder wer ihr dabei begegnet, verrät sie im Interview.

ONETZ: Frau Kossak, schon Ihr halbes Leben tragen sie die Zeitung aus. Wie kommt’s?

Theresia Kossak: Damals hat mein Kollege bei Siemens als Austräger aufgehört und ich habe seine Stelle übernommen. Und bin sie nicht mehr los geworden. (lacht)

ONETZ: Macht Ihnen das frühe Aufstehen nichts aus?

Theresia Kossak: Nein, ich stehe gerne früh auf. Ich bin eh schon um drei Uhr wach. Ich mag die Bewegung und die frische Luft, deshalb mache ich das. Nicht wegen des Geldes. Wenn ich es irgendwann nicht mehr machen kann, wird es mir sehr abgehen.

ONETZ: Haben Sie in den Morgenstunden schon mal was Seltsames erlebt?

Theresia Kossak: Nein, eigentlich nicht. Da begegnet mir höchstens mal ein Fuchs oder ein Betrunkener. (lacht)

ONETZ: Wie viele Zeitungen tragen Sie denn aus?

Theresia Kossak: 30 Amberger und 60 Mittelbayerische. Alles mit dem Rad.

ONETZ: Und im Winter?

Theresia Kossak: Auch mit dem Rad. Wer sein Rad liebt, der schiebt. (lacht)

ONETZ: Wie lange schieben Sie denn so?

Theresia Kossak: Zwei Stunden, von vier bis sechs Uhr. Mein Mann hilft auch ein bisschen mit. Sonst würde ich das nicht so schaffen.

ONETZ: Und danach?

Theresia Kossak: Um sechs Uhr geht‘s Heim. Dann gibt es Kaffee, Frühstück und die Zeitung. Das ist immer das Beste. Mein Mann liest dann die Mittelbayerische und ich die Amberger Zeitung. Dann tauschen wir.

 
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