09.04.2020 - 08:34 Uhr
Etsdorf bei FreudenbergOberpfalz

Zehn Jahre Tempelmuseum Etsdorf

Für Aufsehen sorgten damals die Baupläne für einen griechischen Tempel in der Oberpfälzer Landschaft. 10 Jahre ist das Tempeldorf Etsdorf als Informationsquelle für Demokratie und den Europagedanken ein Besuchermagnet.

Die Idee von Wilhelm Koch, einen Tempel im giechischen Stil mitten in der oberpfälzer Landschaft zu realisieren, sorgte damals für Aufsehen, heute zählt das Tempelmuseum zum Besuchermagneten weit über die Region hinaus.
von Adele SchützProfil

Die Idee im 500-Seelen-Dorf Etsdorf, in Sichtweite der Europastraße E50, die Glyptothek Etsdorf, einen Tempel als transnationales Denkmal für 2500 Jahre Demokratie und für den europäischen Gedanken, entstehen zu lassen, entspringt dem findigen Geist des Künstlers, Verlegers und Museumsgründers Wilhelm Koch. Er hat in Amberg bereits das Luftmuseum initiiert und es zu einer in der Region verwurzelten überregionalen Institution gemacht. Die Tempel-Architektur orientiere sich nach seinen Aussagen an antiken, griechischen Bauten und reihe sich damit in eine Traditionslinie ein, die von der Ruhmeshalle und Glyptothek in München bis zur Walhalle bei Regensburg reiche. Im Gegensatz allerdings zu diesen Bauten, die von Ludwig I. monarchisch von oben entschieden wurden, sei laut Koch die Glyptothek Etsdorf ein bürgerschaftliches Projekt von unten.

„Mitten in Europa, abseits der Stadtzentren, lenkt das Etsdorfer Projekt den Blick auf Europa und seine demokratischen Wurzeln, ein Unterfangen, das heute, angesichts nationalistischer und demokratiefeindlicher Tendenzen, aktueller denn je ist“, betont sein Initiator. Allen zentrifugalen Kräften zum Trotz, vereine Europa ein gemeinsames Erbe. Wenn heute etwa von Demokratie gesprochen werde, lebe ein Begriff aus der griechischen Antike fort, ebenso, wenn von Politik die Rede sei.

Vorbereitungen seit 2000

Die Planung und die Vorbereitung der Glyptothek Etsdorf beginnen bereits im Jahr 2000. Nachdem die Baugenehmigung erteilt wurde, macht sich der Verein der Freunde der Glyptothek an die Einrichtung des Tempel Museums in einem leerstehenden Schulhaus, das von der Gemeinde mietfrei zur Verfügung gestellt wird. Nach Renovierungsarbeiten, in die über 2000 ehrenamtliche Stunden einfließen, wird das Tempel Museum 2010 eröffnet. Mit Musik-, Kabarett- und Brauchtumsveranstaltungen, mit Vorträgen und Lesungen funktioniert das Tempel Museum als Kulturzentrum. Im Zentrum jedoch steht als ständige Ausstellung die Präsentation der Entwürfe und Modelle der Glyptothek Etsdorf, wobei über Fotos, Erläuterungstafeln und antike Skulpturen Bezüge zur Münchner Glyptothek und zu griechischer Architektur hergestellt werden.

In einer Sonderausstellung wurden vor dem Bau des Etsdorfer Tempels griechische Bautechniken vorgestellt, in einer weiteren Ausstellung die Geschichte des Marathonlaufs, zu dem dadurch ein Bezug zur Etsdorfer Gegenwart hergestellt wird, denn seit 2011 findet im Zweijahresrhythmus hier der Tempel-Marathon statt.

Eine besondere Bedeutung kam der Präsentation des neuen Tempelentwurfs zu. Bevorzugt wurde der Entwurf des Architekten Peter Haimerl. Die Finanzierung der Etsdorfer Glyptothek durch Säulenpaten und Europastern-Großsponsoren, unter ihnen der Tempelpate Udo Lindenberg, schritt voran.

Feier am Europtag

Zum 10-jährigen Bestehen des Tempel Museums findet nun am 9. Mai um 19 Uhr, am Europatag, ein Festakt mit zwei Ausstellungseröffnungen statt: "Säulenwanderung" mit Fotoarbeiten von Wolfram Kastner und Christian Lehsten, und "Kollektion Europa" – Fahnen der 47 Länder des Subkontinents Europa werden auseinander genommen, vermischt, zusammengesetzt und recodiert und als Modenschau präsentiert. Der Ablauf der Vernissage/Festakt/Modenschau zum 10-jährigen Bestehen des Museums läuft wie folgt ab: Grußworte von Apostolos Malamoussis, Erzpriester des Ökumenischen Patriarchats und Bischöflicher Beauftragter für die staatlichen Belange im Freistaat Bayern, von MdEP Ismail Ertug aus Amberg, von MDL Dr. Harald Schwartz aus Amberg, des stellvertretenden Landrats des Landkreis Amberg-Sulzbach, von Bürgermeister Alwin Märkl aus Freudenberg sowie Sandra Preitschaft vom Tempel-Museum und Initiator Wilhelm Koch. Die Arbeiten werden erstmals bei dieser Ausstellungseröffnung auf einem Laufsteg präsentiert und danach im Museum gezeigt.

Miss Europa in einer klassischen Darstellung.
Die "Kollektion Europa" von Künstlerin Martina Triefel, die bei der gelichnamigen Modenschau im Tempelmuseum zum Festakt gezeigt wird.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.