23.10.2019 - 16:18 Uhr
EtzelwangOberpfalz

Engagierte Gruppe gegen Pestizideinsatz

Etzelwanger Gruppe "Unser Dorf - wohin?" will ökologisch verträgliche Bewirtschaftung der Felder und Gärten. Deshalb zeigt sie der Bevölkerung den Film "Das Wunder von Mals".

Die Reduzierung des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft und in den Hausgärten führte nach der Filmvorführung zu einer engagierten Diskussion im Gemeindestadel.
von Leonhard EhrasProfil

In der Gemeinde Etzelwang bildete sich eine Gruppe "Unser Dorf - wohin?" mit dem Ziel, liebenswerte Ortschaften mitzugestalten. Da dieser Gruppe eine ökologisch verträgliche Bewirtschaftung der Felder und Gärten am Herzen liegt, lud sie die Bevölkerung in den Gemeindestadel ein, wo sie mit dem Film "Das Wunder von Mals" Anregungen für den Kampf gegen den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und in den Gemüsegärten geben wollte. Es gab großen Zuspruch bei der Filmvorführung und der anschließenden Diskussion.

Verzicht auf Pestizide

"Das Wunder von Mals" zeigte anhand einer kleinen Gemeinde im Vinschgau in Südtirol, mit welch ungeahnten Schwierigkeiten der Teil der Einwohner zu kämpfen hatte, der den Pestizideinsatz auf den Obstplantagen rund um ihr Dorf verhindern wollte, um eine gesunde Heimat für Mensch, Tier und Pflanzen zu sichern. Trotz einer Volksabstimmung mit 76 Prozent Befürwortern konnte der Bürgermeister in seinem Gemeinderat zunächst keine Mehrheit für eine pestizidfreie Bewirtschaftung der Obstplantagen gewinnen. Die Gruppe in Mals aber ließ sich nicht beirren und überlegte wirkungsvolle Aktionen für ihre Überzeugung. Im Gegensatz zu der ablehnenden Haltung des Bauernbundes, der Landesregierung und Pharmaindustrie fanden die Initiatoren viel Zuspruch von Umweltverbänden aus vielen Teilen Europas und erreichten letztlich in Mals eine ökologische Landwirtschaft, die auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet.

Im Gemeindestadl wirkte Theo Wißmüller auf die Zuhörer ein, darüber nachzudenken, was man ändern könnte und was zu tun sei, um seinen Lebensraum wirkungsvoll zu verbessern. Marianne Badura sprach weitere Aktionen der Gruppe "Unser Dorf - wohin?" an. Die Gruppe um Marianne Badura und Ulrike Appel wollen die Bevölkerung dafür gewinnen, weniger chemische Mittel in den Hausgärten einzusetzen. Die Diskussion machte das Verbraucherverhalten beim Obsteinkauf deutlich.

Mehr Bioartikel kaufen

"Keiner kauft einen Apfel, wenn er Flecken hat!" Der höhere Preis für Biolebensmittel sei für viele Verbraucher nicht erschwinglich. Wenn die Verbraucher mehr Bioartikel kaufen würden, müsste auch die Landwirtschaft nachziehen. Landwirte, die Biogetreide anbauen würden, finden in dieser Region keine Abnehmer. Kritik wurde auch an der Politik laut. Wenn Politiker in den Chemie- oder Pharmakonzernen Aufsichtsratsposten besetzen, werde es nicht einfacher, ein Verbot von Pestiziden zu erreichen. Die Gruppe "Unser Dorf - wohin?" will Empfehlungen und das Wissen früherer Generationen über Gartenbau erhalten und bewahren. Sie will ihre Anregungen zu ökologischem Gartenbau und ökologischer Landwirtschaft mit regelmäßigen Informationsveranstaltungen und fachkundigen Referenten fortsetzen.

Ziel ist, das Bewusstsein der Bürger zu schärfen und Pestizideinsatz in den Gärten zu reduzieren. Schutz und Maßnahmen zur Förderung der Insekten bildet ein weiteres Anliegen.

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