05.04.2019 - 17:17 Uhr
EtzenrichtOberpfalz

Die Feuerwehr: Eine Taskforce im Stand-by-Modus

Ein Traum vieler Kinder ist es, einmal Feuerwehrmann zu werden. Die Jubilare bei der Ehrenzeichenverleihung in der Verwaltungsgemeinschaft Weiherhammer haben ihn vor 25 und 40 Jahren in die Tat umgesetzt.

Sichtlich mit Stolz tragen die Geehrten ihre von Landrat Andreas Meier (sitzend re.), KBR Marco Saller ( sitzend 2. v. li.), KBI Wolfgang Schwarz (stehend 10. v. re.) und KBM Gerald Wölf (stehend li.) überreichten Feuerwehrehrenabzeichen des Freistaates Bayern für 25 und 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst.
von Autor WLRProfil

Seit vielen Jahren werden die Ehrenzeichen in Gold und Silber für verdiente Aktive in der VG in feierlichem Rahmen mit Musik Etzenrichter Blaskapelle vergeben. Der Etzenrichter Kommandant Michael Roith hatte den kleinen Festakt organisiert und in die Blockhütte in Weiherhammer eingeladen.

„Die Sorge und Hilfe für andere Menschen ist das wertvollste Kapitel im Haushalt der Menschheit. Und solange es noch Leute gibt, die freiwillig bereit sind, für andere da zu sein, ist es um die Welt nicht allzu schlimm bestellt“, zitierte Kreisbrandmeister Gerald Wölfl den früheren Bundespräsidenten Theodor Heuss. Leider würden diese Freiwilligen immer weniger, denn die heutige Zeit sei schnelllebig und werde zunehmend digitalisiert. Viele Menschen würden nur noch das „Ich“ kennen. Das Wort „Ehrenamt“ sei vielen nur noch vom Hörensagen ein Begriff. Die Jubilare seien leuchtende Gegenbeispiele.

Aus der Feuerwehr früherer Zeiten sei eine universell einsetzbare Taskforce geworden, die unterschiedlichste Gefahrensituationen meistere. Damit seien nicht nur die Anforderungen an die technische Ausstattung, sondern auch an die Befähigungen und Kompetenzen der Feuerwehrleute stetig gestiegen. Selbstverständlich gehöre es immer noch zu den ureigensten Aufgaben, Brände zu löschen. Genauso oder vielleicht noch bedeutsamer als das seien jedoch mittlerweile Einsätze bei Unfällen, Personenrettungen, Gefahrgut- und Unwettereinsätze bis hin zu Anforderungen bei Katastrophen.

„Es ist selbstverständlich, dass unsere Gesellschaft im Notfall Hilfe erwartet, wenn Leben in Gefahr sind und Gegenstände bedroht werden. Aber manche vergessen, welcher ehrenamtliche Einsatz vonnöten ist, diese Hilfe leisten zu können. Tag und Nacht für die Freiwillige Feuerwehr im Stand-By-Zustand zu sein, die Familie und die Freizeit hinten anzustellen wenn andere Hilfe benötigen, ist für alle Bürger unverzichtbar und höchst anerkennenswert.“

Landrat Andreas Meier erklärte, dass er den langjährigen Feuerwehrleuten wohl nichts Neues über den Dienst erzählen könne. Die Technik werde immer schneller, und jeder müsse sich darauf einstellen. Es dürfe allerdings nicht vergessen werden, der Dienst beginne mit einer freiwilligen Entscheidung, wofür man in seiner Zeit Prioritäten setze, nämlich immer zu helfen. Schlimm sei es, dass sich die Sichtweise einiger Bürger geändert habe und dies zum Verlust von Autorität für die Einsatzleute führe. „Man darf nicht vergessen, es ist ein Ehrenamt, und die Gesellschaft muss gegen das Phänomen der Respektlosigkeit eintreten, damit das sprichwörtliche Feuer weitergegeben werden kann“, erklärt der Landrat. „Wer vom Feuerwehrvirus einmal infiziert ist, kommt auch nicht mehr davon los“.

Für die Verwaltungsgemeinschaft waren die Bürgermeister Ludwig Biller, Martin Schregelmann und Rudi Götz bei der Ehrung anwesend und voll des Lobes. Kreisbrandrat Marco Saller erläuterte, dass die kommunalen Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen, ob Sturmschäden oder Straßensperren, oft auf Unverständnis seitens der Bevölkerung träfen. Das Ehrenamt stoße oft an Grenzen und gehe teils auch an die psychische und physische Substanz. Das sollte auch entsprechend respektiert werden.

Die Geehrten:

Landrat Andreas Meier übergab mit Kreisbrandrat Marco Saller, Kreisbrandinspektor Wolfgang Schwarz und Kreisbrandmeister Gerald Wölfl die Ehrenabzeichen. Die Variante in Silber für 25 Jahre bekamen Michael Roith, Tobias Smola und Bernhard Zenker aus Etzenricht, Georg Tafelmeyer und Thomas Gmeiner aus Kaltenbrunn, Michael Burger und Bernhard Prün aus Weiherhammer, Bernhard Forster, Jürgen Hiltl, Martin Teicher und Werner Sparrer aus Hannersgrün, Matthias Härning von der Pilkington-Werksfeuerwehr und Thomas Panzer aus Kohlberg. Das Ehrenzeichen in Gold und damit für 40 Jahre aktiven Dienst erhielt Hans-Jürgen Rodler aus Weiherhammer. (wlr)

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