Etzenricht
19.06.2026 - 15:20 Uhr

Feuerwehrhaus Etzenricht: Sanierung kommt nicht in Frage

Wie geht es mit dem Feuerwehrhaus in Etzenricht weiter? Um das herauszufinden, hat die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese zwingt den Gemeinderat zum Umdenken.

Das Feuerwehrhaus Etzenricht erfüllt nicht die Voraussetzungen für eine Sanierung und Erweiterung nach den vorgegebenen Richtlinien. Bild: Ernst Frischholz
Das Feuerwehrhaus Etzenricht erfüllt nicht die Voraussetzungen für eine Sanierung und Erweiterung nach den vorgegebenen Richtlinien.

Im Gemeinderat Etzenricht stellten die Planer Alexander Robl und Michael Vogel eine Machbarkeitsstudie zur Ertüchtigung des Feuerwehrhauses vor. Ziel der von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Untersuchung ist die Erfassung und Bewertung des Bestands im Hinblick auf ein zeitgemäßes Feuerwehr- und Funktionsgebäude am bestehenden Standort. Und all dies unter der Prämisse „förderfähig“.

Die Studie brachte jede Menge Defizite zutage. Allein schon der Standort scheitert strukturell. Es gibt keine Parkplätze für Einsatzkräfte, keine Stellplatzflächen vor dem Haus, es fehlen kritische Sicherheitsabstände in der Halle, der Stauraum vor den Toren sowie Raum und Torhöhen sind unzureichend, und eine Trennung von Umkleiden für Damen und Herren ist nicht möglich.

Eine Sanierung mit Umbau wäre zwar eine Teilverbesserung, doch nachhaltig ist das nicht. Zusammengefasst sagte die Studie: Entweder so lassen, wie es ist, oder neu bauen. Denn sobald man an einen Umbau und eine Sanierung gehe, müsse der Bestand auf die neuen Anforderungen gebracht werden, gäben die Planer zu bedenken.

Über Neubau sprechen

„Jetzt wissen wir, wie der Sachstand ist“, sagte Bürgermeister Martin Schregelmann. „Wir setzen uns mit der Feuerwehr zusammen und sprechen über ein neues Feuerwehrhaus“, kündigte der Rathauschef an. Die Frage aus dem Gremium, was eine Sanierung des alten Gerätehauses koste, blieb unbeantwortet. Die Planer hatten das nicht geprüft, weil diese Varianten nicht förderfähig waren. Auch über die Kosten eines Neubaus könne man noch nicht sagen, weil es dazu noch keine Vorgaben gebe.

Bürgermeister Schregelmann bezog sich auf verschiedene Neubauten von Feuerwehrhäusern in der Umgebung und gab eine Schätzung „über den Daumen“ von 2,5 Millionen Euro ab. Gefördert würden drei Stellplätze mit jeweils 169.000 Euro, sodass man bei einer Förderung von einer halben Million Euro liegen würde. Wie geht es nun weiter? „Wir werden uns auf die Suche nach einem entsprechenden Grundstück begeben und zugleich die Planung für ein neues Feuerwehrhaus ausschreiben“, beendete Schregelmann die Diskussion.

Diskussion über Ladestationen

Ein weiteres Thema im Gremium war der Förderaufruf des Freistaates für „Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge“. Hierzu hatten CSU, UPW, SPD und FW einen gemeinsamen Antrag zur Teilnahme am Förderaufruf eingebracht. Die konkrete Entscheidung zur Umsetzung erfordere die Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel, stellte die Verwaltung in ihrer Stellungnahme fest.

Bürgermeister Schregelmann zeigte auf, dass man hierfür auch einen Standort und einen Stromanbieter haben müsse. Beides sei nicht gegeben. Zudem führte Schregelmann vergleichbare Ladestellen in Weiherhammer und Luhe an. Da sehe er nie ein Auto stehen. Josef Weidensteiner legte da nach und nannte die öffentlichen Ladestellen vor dem Landgericht, die ebenfalls, weil zu teuer, nicht genutzt würden.

Elke Waldeck stellte grundsätzlich fest, dass eine solche Investition nicht für die Etzenrichter sei. All jene, die ein Elektroauto hätten oder eines anschaffen wollten, hätten ihre billigen Ladestellen im Haus. Im Klartext sagte Waldeck, dass man sich kein Elektroauto kaufen könne, um dann zu sagen: „So, Gemeinde, nun schafft mir mal einen Ladepunkt.“ Da war die grundsätzliche Frage von Bürgermeister Schregelmann gar nicht absurd, ob man denn Gelder dafür bereitstellen solle, damit irgendwelche Fremden ihr Auto ausgerechnet in Etzenricht aufladen können.

Nicht grundsätzlich ablehnen

Andreas Bergler wollte das Thema nicht grundsätzlich unter den Tisch kehren. Er wünschte sich, dass man da dran bleibe. Dem stellten sich auch Bürgermeister Schregelmann und das Gremium nicht entgegen. „Wir holen uns da in einer der nächsten Sitzungen einen Fachmann in den Gemeinderat, und ihr könnt bis dahin über einen Standort nachdenken“, schloss Schregelmann die Debatte.

Schließlich legte Schregelmann noch drei Bauanträge vor, die der Genehmigungsfreistellung unterliegen, da sie die Vorgaben der Bebauungspläne erfüllen. Das waren die Errichtung eines Balkons und der Umbau in einem Wohnhaus im Dahlienweg, der Neubau eines Einfamilienhauses in der Sperlhammerstraße, eine Wohnungserweiterung Am Kirchplatz sowie der Abbruch eines Gebäudes mit Ersatzbau einer Lagerscheune Am Plan.

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