11.05.2020 - 15:57 Uhr
EtzenrichtOberpfalz

Gemeinderat Etzenricht gegen Erneuerung des Umspannwerks

Die Erneuerung des Umspannwerks sorgt im Gemeinderat Etzenricht für eine längere Diskussion. Für einige Räte sind dabei noch einige Fragen offen.

Diskussionen ergaben sich in der Sitzung wegen des Ersatzneubaus einer Elektro-Umspannanlage.
von Redaktion ONETZProfil

Eine längere Diskussion gab es im Gemeinderat Etzenricht über den Antrag der Tennet TSO GmbH für einen Ersatzneubau der 380-kV-Elektro-Umspannanlage sowie des Rückbaus der 220-kV-Schaltanlage an der Rothenstädter Straße 7 nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Aufgrund der erhöhten Anforderungen an das Übertragungsnetz durch die Energiewende und der Einbindung des Ersatzneubaus Ostbayernring ist eine Erneuerung des Umspannwerks erforderlich, das ein zentraler Dreh- und Angelpunkt für die Energieversorgung in der Oberpfalz ist. Außerdem sei die Lebensdauer der bisherigen Anlage erreicht. Der Umbau soll im laufenden Betrieb realisiert werden, um die Versorgungssicherheit der Region weiterhin zu gewährleisten, der Rückbau sukzessiv in vier Bauabschnitten erfolgen. Es handelt sich wegen der Versorgung mit Elektrizität um ein privilegiertes Außenbereichsvorhaben. Die Grenzwerte des Lärmschutzes würden eingehalten. Künftig werde es bei 34 dB(A) weniger Beeinträchtigung als derzeit geben. Da seit Februar keine Gemeinderatssitzungen stattfinden konnten, wurde die Frist für das gemeindliche Einvernehmen hierzu bis 8. Mai verlängert. Eine Entscheidung stand deshalb an.

Die Kritik mehrerer Gemeinderatsmitglieder der UPW und SPD richtete sich vor allem an zwei Punkte. Zum einen wurden die Fraktionen erst kurzfristig am 4. Mai per Mail durch die Gemeinde unterrichtet. Zum anderen stünden hinsichtlich der möglichen Lärmbelästigung Fragen offen, zu denen weitere Informationen fehlen würden. Deshalb wollte Hans Beutner wegen fehlender Unterlagen den Antrag zurückstellen lassen. Die Firma Tennet könne angesichts der Coronakrise das Vorhaben noch verschieben. Für die SPD-Fraktion sah Rudolf Teichmann weitergehende Auswirkungen auf die gesamte Gemeinde und nannte als springenden Punkt die permanente Lärmbelästigung der Anlieger (Summton) auch in den Nachtstunden. Zudem seien ihm als Vergleichsmöglichkeit die derzeitigen Lärmwerte nicht bekannt gegeben worden. Dem Gemeinderat fehle ohne weitere Informationen die fachliche Kompetenz. Deshalb könne er dem Antrag nicht zustimmen. Das entsprach auch der Meinung von Hans Beutner, der den Antrag zurückstellen wollte oder ihn ebenfalls ohne aktuelle Werte ablehnen würde. Uli Danzer empfahl, mit dem Bauausschuss Messungen zu ermöglichen. Bürgermeister Schregelmann erklärte, jeder im Gemeinderat habe die Einladung zur Sitzung vor acht Tagen erhalten und hätte sich informieren können. Dem stimmte auch Josef Weidensteiner zu, der „getreu dem Gesetz“ keine Zweifel am Vorhaben sah. Der Antrag auf Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens hierzu wurde mit 6:7 mit den Stimmen der UPW- und SPD-Fraktion abgelehnt. Hans Beutner bat die Verwaltung, darauf zu drängen, derzeitige Werte zu bekommen.

Diskussionen ergaben sich in der Sitzung wegen des Ersatzneubaus einer Elektroumspannanlage.

Der Kreisjugendring Neustadt/WN stellte an die Gemeinde den Antrag, sich auch im Jahr 2020 mit einer Spende am seit 2004 bestehenden und erfolgreichen Projekt „Fifty-Fifty-Taxi“ zu beteiligen. Damit können Jugendliche und Heranwachsende zum halben Preis mit dem Taxi sicher von der Party, Disco oder dem Kino nach Hause fahren. Mit 13:0 beschloss das Gremium, das Projekt wie schon in den vergangenen Jahren mit einem Zuschuss in Höhe von 500 Euro zu unterstützen. Unter „Sonstiges“ gab Schregelmann bekannt, dass die neue Dorfchronik zu den Öffnungszeiten im Rathaus erworben werden kann. Danzer regte auf Hinweise von Anliegern an, den unebenen Fußweg „Am Wassergraben“ (ehemaliger Fischlehrpfad), der bei Straßenreinigung und Winterdienst Probleme bereitet, in Ordnung zu bringen. Abschließend gaben die Fraktionen ihre Vorsitzenden und Stellvertreter bekannt: Dies sind für die CSU Michael Feige (Renate Müller), für die UPW Hans Beutner (Elisabeth Waldeck) und für die SPD Rudolf Teichmann (Monika Waldeck).

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.