18.02.2020 - 12:43 Uhr
EtzenrichtOberpfalz

Jazz zur Weißwurst

"Nichts wirkt so belebend wie eine swingende Band", dieser Ausspruch des Bandleaders und Pianisten Paul Kuhn gilt auch für den Jazz-Frühschoppen der UPW am Sonntagvormittag.

Der Einzug der "Sax Brothers" im Albert-Weidner-Haus in Etzenricht.
von FSBProfil

Zum zweiten Mal nach 2018 gastierten die Weidener "The Sax Brothers" im Albert-Weidner-Haus. Wenn auch nicht alle Plätze belegt waren, dem musikalischen Genuss tat das keinen Abbruch. Die Gäste genossen Weißwurst, Brezen und Getränke, schnippten zwischen den Bissen mit, klopften mit den Füßen den Rhythmus klopften und und geizten nicht mit Applaus.

Die "Sax-Brothers" sind seit fast zwölf Jahren aus der Musikszene nicht wegzudenken. In der bestehenden Formation spielen sie seit drei Jahren zusammen. Sie zeigten erneut auf, wie variabel der Klang und wie groß der dynamische Tonumfang ihrer Instrumente ist: mal voller Bigband-Sound, mal individuelle, filigrane Passagen. Sie bildeten eine harmonische Einheit, zeigten ihre Spielfreude auf, improvisierten mit beachtlichem Können Arrangements aus verschiedenen Epochen des Jazz und beherrschten geschickt das Wechselspiel in Tempo und Lautstärke.

Dabei spielte das Baritonsax des Leiters Alois Träger eine zentrale Rolle. Oft melodieführend und mit hellen, zuweilen näselnden oder klagenden Tönen imponierte Günter Geiß auf dem Sopran- und Altsax. Ebenso wohlklingend fügten sich Altsaxofonist Thomas Kurzka und Reinhard Roth auf dem Tenorsax in die vierstimmigen Sätze ein.

Nach dem Einzug mit "Pastrami on Rye" erklangen eine Vielzahl bekannter Stücke, so das "Muppet-Show-Theme", die Swing-Ballade "Georgia on my mind" mit toller Schluss-Improvisation, "When I'm sixty-four" von den Beatles und die Instrumentalversion von "Raindrops keep falling on my head". Scott Joplins für Soloklavier komponierter Rag "The Entertainer" begeisterte ebenso wie das von Lisa Minelli oder Frank Sinatra bekannte "New York, New York" und ein Shuffle-Twist des afroamerikanischen Musikers Gene Ammons. Mit mehreren Werken vertreten waren Gerhard Wiebe , Henry Mancini mit seinem "Pink Panther" und dem "Baby Elephant Walk" sowie Bepop-Mitbegründer Thelonious Monk mit dem verträumten "Round Midnight" und "Blue Monk". Mit dem schwierigen Fusion-Jazz-Stück "Birdland", einer Hommage an den Saxofonisten Charlie Parker, und dem souligen "Sir Duke" (Ellington) von Stevie Wonder als Zugaben endete eine musikalische Jazzreise, die zumindest für 90 Minuten so etwas wie "ein pulsierendes Gefühl der Freiheit" (Paul Kuhn) vermittelte konnte.

Jazz-Frühstück mit den "Sax Brothers" Alois Träger, Reinhard Roth, Thomas Kurzka und Günter Geiß (von links).
Jazz-Frühstück mit den "Sax Brothers" Alois Träger, Reinhard Roth, Thomas Kurzka und Günter Geiß (von links).
Jazz-Frühstück mit den "Sax Brothers" Alois Träger, Reinhard Roth, Thomas Kurzka und Günter Geiß (von links).
Jazz-Frühstück mit den "Sax Brothers" Alois Träger, Reinhard Roth, Thomas Kurzka und Günter Geiß (von links).
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