18.11.2019 - 15:15 Uhr
EtzenrichtOberpfalz

Josef Oberberger: Ein Virtuose im Umgang mit Glas

Weiden hat Max Reger, Kohlberg Anton Beer-Walbrunn und Etzenricht den Glaskünstler Josef Oberberger. Kunsthistorikerin Dr. Christl Karnehm stellt den Glasmaler und Zeichner in einem Referat vor.

von Redaktion ONETZProfil

Sein Lebenswerk zu erforschen und einem breiten Publikum nahe zu bringen, ist das Anliegen der Oberberger-Stiftung. Bürgermeister Martin Schregelmann begrüßte Vorsitzende Dr. Christl Karnehm aus München sowie Organisator Gerhard Scharl vor einem kleinen Kreis Kunstinteressierter im Gasthaus Hermann.

In einem 40-minütigen Bilderreferat stellte die Kunsthistorikerin den 1905 in Etzenricht geborenen Glasmaler und Zeichner vor, der hier zwar nur ein kurzes Gastspiel gab, aber schon einen ersten sehr genauen Blick auf die Welt sammeln konnte. Heute zählt der 1994 verstorbene "Obé" bei Kennern zur ersten Garnitur seiner Kunst.

Oberberger hat zahlreiche sakrale, aber auch weltliche Bauten mit seinen Glasfenstern ausschmückt. Dazu zählen die Dome in Augsburg, Naumburg und Luxemburg, aber auch Dorfkirchen in der Region wie in Schönkirch oder Plößberg. In seinen Werken vereinen sich seine Erfolge als unentwegter Zeichner und sein virtuoser Umgang mit dem Material Glas.

Das Empfinden für die Abstufung von Licht und Schatten, für das ausgeprägte Mienenspiel in den Gesichtern der Figuren hatte er wohl schon vor dem ersten Pinselstrich. Er vertiefte sich in vielen seiner Arbeiten in die mittelalterliche Welt, bildete die Formensprachen seiner Vorgänger nach und ließ Kenntnisse der altfranzösischen Glaskunst aufleben. Er nahm aber auch die Einflüsse des Expressionismus, des Kubismus und die tänzerische Leichtigkeit des französischen Esprits auf. Den Höhepunkt seines Schaffens erreichte Oberberger mit den vom Umfang und Format her größten Aufträgen für bunt leuchtende Fenster im Regensburger Dom 1967/68 und 1985 bis 1989. Auf diese ging der halbstündige Film "Atelier und Kathedrale" besonders ein. "Mein Auftraggeber ist der Dom", sagte er zum Bischof.

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