21.10.2019 - 13:19 Uhr
EtzenrichtOberpfalz

Kirwa in Etzenricht: „Heind gehma moang erst ham“

Mit Formationstänzen, Musik und Goißlschnalzen läuten die Etzenrichter Kirwaleute trotz des regnerischen Wetters ihre Allerweltskirchweih zünftig ein. Ab da geben sie dann Vollgas.

von Redaktion ONETZProfil

Samstag um 9.30 Uhr war für über 30 junge Leute, darunter zehn Kirwapaare, in der Schustergasse Treffpunkt zum alljährlichen Rundgang durchs Dorf. Begleitet wurden sie von Akkordeonspieler Christian, dem Chef der „d’Hohlweg-lauerer“, und vom Mitorganisator und „Kirwa-Opa“ Uli Danzer. Die Gruppe hatte einen kleinen Kirwabaum dabei und zog einen Leiterwagen, der mit einem Bierfässchen, einem Verstärker für die Musik und einem Plakat mit dem Kirwa-Motto „Heind gehma moang erst ham“ bestückt war.

Allein für die ersten 100 Meter brauchte die Truppe eine Dreiviertelstunde, denn immer wieder gab es bei Familien der Kirwaleute oder an anderen Plätzen einen Halt, um rund um den aufgestellten Kirwabaum zur „Hackl-Polka“, „Kreiz-Polka“ oder zum „Zillertaler Hochzeitsmarsch“ zu tanzen. Zusätzlich ließen die Pirker Kaiser-Zwillinge ihre mächtigen Goißln schnalzen. Zum Gesang „Drei Dooch gemma nimma ham, tanzma umanand“ schmeckte das frisch gezapfte Bier besonders. Verwöhnt wurden die Kirwaleute von den Einwohnern mit Kücheln, Kirwakuchen und Bauernseufzerspießchen. Mit Schnäpsen, Marillen- und selbst gemachtem Eierlikör in Waffelbechern stießen sie auf eine schöne, friedliche Kirwa an. Und die Frage mancher Anwohner „Nehmt's a Spende aa mied?“ wurde spaßend mit „Ungern, owa wenns sa mou“ beantwortet. So ging nach einer kürzeren Regenunterbrechung die Tour weiter über den Beutnerhof, den Dorfplatz, das Rathaus Richtung Radschin und schließlich zum "Edekamarkt" und fand ihren Ausklang beim Würstlessen im Festzelt am Sportplatz.

So richtig heiß ging es dann am Abend bei der „ultimativen Kirwa-Party“ mit der Band „Haidmühlner Wurschtwasser Orchestra“ (HWO) aus Altenstadt und Umgebung her, die bereits zum sechsten Mal zur Kirchweih aufspielte. Trotz erweiterten Festzelts brauchte man keine Angst haben, umzufallen, denn das Gedränge war riesig - sowohl auf der Tanzfläche als auch in der Bar. Die meist jungen Besucher in Lederhosen und Dirndln schunkelten, standen auf den Bänken und jubelten dem Leadsänger „Gansi“ Stefan zu. Zusammen mit seinen Kollegen Martl (Gitarre, Gesang), Aad (Techno, E-Guitar), Peter (Bass), Luci (Drums) und Sturmi (Quetsche) heizte er die Stimmung an: Es ertönte „Brenna tuats“ von Hubert von Goisern, „Schickeria“ von der Spider-Murphy-Gang, „500 Miles“ von den Proclaimers, „Verdammt ich lieb dich“ von Matthias Reim oder „1000 und eine Nacht“ von der Klaus-Lage-Band. Knüller waren auch ein Rock-Medley mit Hits von AC/DC und Guns N’Roses, „Sie hat nur noch Schuhe an“ oder „Er ist solo“. Kein Wunder, dass so schnell keiner ans Heimgehen dachte.

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