22.11.2019 - 14:30 Uhr
EtzenrichtOberpfalz

Klimawandel: Wald im Wandel

Arbeitsreich, trocken, ein schlechter Holzpreis: Die Bilanz der Waldbauern fiel in der Herbst-Informationsveranstaltung der Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt/WN-Süd alles andere als gut aus.

Michael Bock hatte als Anregung für Aufforstung und Grenzsteinsuche das passende Werkzeug zur Informationsveranstaltung der Forstbetriebsgemeinschaft mitgebracht.
von Autor WLRProfil

Über 50 Waldbauern fanden sich im Gasthof Riebel ein, um sich von FBG-Geschäftsführer Michael Bock, Vorsitzendem Bernhard Irlbacher und Försterin Andrea Sauer über aktuelle Entwicklungen informieren zu lassen.

Michael Bock warf gleich zu Anfang die Frage in die Runde, was den Waldbesitzern zum Jahr 2019 einfallen würde. Arbeitsreich, trocken und ein schlechter Holzpreis waren die einhelligen Meinungen dazu. So sehe er das auch, sagte Bock. Als sehr gut wertete er aber die lokale Zusammenarbeit des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) mit Forstbetriebsgemeinschaft (FBG), Försterin, Waldbesitzern und Unternehmern. Sonst wäre nicht alles so reibungslos gelaufen. Bock betonte auch, dass auf Drängen der Waldbauernvereine die öffentliche Wahrnehmung der Situation im Wald auch durch die Politik, einen hohen Stellenwert einnahm. Daraus resultierten verschiedene Fördermaßnahmen.

„Der Schaden durch den Borkenkäfer hielt sich in unserem Gebiet in Grenzen“, sagte Bock. Das gesamte Holz konnte verkauft werden. Dabei lautete die Frage aber nicht „Was kostet das Holz?", sondern "Könnt ihr das Holz noch verkaufen?“. Die wichtigsten Abläufe zur Entfernung des Schadholzes funktionierten hervorragend und sollten im nächsten Jahr weiter so erledigt werden.

Bock erläuterte die unterschiedlichen Holzmärkte mit allen Vor- und Nachteilen. Die Waldbauern wurden aufgefordert, wenn sie die Absicht hätten, Holz zu vermarkten, immer erst bei der FBG anzufragen, ob es dann auch verkauft werden könne.

Der Rundholzmarkt werde von den Sägewerken bestimmt. Deshalb sollten die Waldbesitzer den Winter zu einer Bestandsaufnahme nutzen, um bei Bedarf handeln zu können. Wie sich der Holzmarkt 2020 entwickeln werde, sei unklar. Der Geschäftsführer legte den Waldbesitzern aber ans Herz, die Zeit zu nutzen, um ihre Grenzsteine zu suchen und zu markieren, damit sie bei Problembäumen gleich wüssten, wer dafür zuständig sei.

Försterin Andrea Sauer informierte über Fördermöglichkeiten und Pflanzung und setzte voraus, dass die Waldbesitzer ihren Baumbestand regelmäßig kontrollieren würden. „Trockenheit und Wärme werden den Fichten auch künftig weh tun“, sagte Sauer. Sie schilderte den genauen Ablauf der Förderung beim Eigenverbrauch von geschlagenem Holz.

Womit keiner der Forstwirte gerechnet hätte, sei die Situation bei den Kiefern. Diese seien allerdings auch auf Grund der Trockenheit mittlerweile in einem Zustand, den niemand erwartet hätte. „Wir dürfen aber nicht in Panik verfallen. Der Wald wird weiter bestehen, aber er wird in Zukunft anders aussehen“, so Sauer.

"Der Klimawandel – Wald im Wandel?", lautete das Thema. Sauer riet dringend zur Risikostreuung, denn die Mischung macht's. Die Wälder müssten anders aufgestellt werden. Eiche, Pappel, Vogelbeere, Birke, Buche, Tanne, Douglasie, Kirsche, Ulme, Haselnuss, Libanon-Zeder oder Hainbuche seien alles Alternativen zu den heimischen Nadelhölzern. Der Staat unterstütze mit der forstlichen Förderung die Pflanzung von Laub- und Mischbeständen. Jeder Waldbesitzer könne sich außerdem beraten lassen, was am zweckmäßigsten für seinen Wald sei.

Im Vertragsnaturschutzprogramm seien auch Förderungen für Biotopbäume oder den Erhalt von Totholz möglich. Hier müssten allerdings gewisse Voraussetzungen beachtet werden.

„Die wahren Optimisten sind nicht überzeugt, dass alles gut gehen wird, aber sie sind überzeugt, dass nicht alles schief gehen kann", sagte Sauer. Sie gab den Waldbauern außerdem mit auf den Weg: "Der Wald soll genützt und geschützt werden.“

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