26.04.2020 - 12:51 Uhr
EtzenrichtOberpfalz

Rudolf Beutner kämpft bis zuletzt

Rudolf Beutner stirbt nach langer, schwerer Krankheit mit knapp 58 Jahren. Neben der Familie trauern auch Mitglieder des SV Etzenricht um ein engagiertes Mitglied.

Rudolf Beutner
von Autor WARProfil

In wenigen Tagen hätte Rudolf Beutner, sein im Ort immer noch geläufiger Hausname lautet "Radldrachsler", 58. Geburtstag feiern können. Doch eine schwere, seit knapp drei Jahren mit außerordentlicher Stärke und Gegenwehr ertrage Krankheit durchkreuzte seine konkreten Pläne.

Vor Monaten hatte er noch angedacht, sich eine Schafherde zuzulegen, wollte sich speziellem Gemüsebau zuwenden. Ein neuer, kleiner Traktor stand schon in der Garage, Tests mit dem Anbau von Rettich liefen bereits. In den Stoßzeiten der Erntesaison konnte sich Cousin Hans Beutner über kompetente Unterstützung auf dem Acker sicher sein. Beweise, dass der "Beutner-Rudi" im Herzen ein Landwirt war. Auch wenn seine berufliche Laufbahn ganz anders notiert wird. Der Lehre im Kfz-Teilehandel folgte der Umstieg in der Glasbranche, endete nach dem Konkurs von Schöninger 1998 in Luhe und setzte sich bis zum Erscheinen des Krankheitsbildes mit großem Engagement bei Flachglas Wernberg ebenso im Vertrieb fort. "Er war sehr angenehmer und zuverlässiger Kollege", erinnern sich seine Außendienstmitarbeiter.

Hobbys ging Rudolf Beutner ebenso mit Ehrgeiz und Liebe nach. Vor allem profitierte davon der SV Etzenricht. "Wir haben unsere Entscheidungen immer gemeinsam getroffen und den Verein weiterentwickelt", lobt SV-Boss Manfred Herrmann die loyale Zusammenarbeit über einen Zeitraum von rund einem Vierteljahrhundert. Als "Spätberufener" stieg Beutner im Erwachsenenalter in den Spielbetrieb ein, holte im kraftvollen Stil eines Ex-Nationalspielers Hans-Peter Briegel auf dem Platz vieles nach, war vom Torhüter bis Linksaußen als Allrounder unterwegs. Legendär bleibt ein Spiel im Fichtelgebirge im Speicher: Mit 0:3 stand Torwart Rudi Beutner zur Pause hinten, aber glich als Stürmer zum finalen 3:3 aus. Sein Herz schlug außerdem für den 1. FC Nürnberg. In der Vereinsspitze war sein Mitwirken auch nach Ende der eigenen Karriere mit Erfolg gekrönt. Zwei Jahrzehnte in der Landes-, BOL- und Bezirksliga der Kicker wurden von ihm und seinen motivierenden Talenten mitgetragen. Auch und lange Zeit als Sponsor im Hintergrund.

Die Feuerwehr konnte auf seinen aktiven Einsatz vertrauen. Beutner liebte böhmische Blasmusik, war Fan von Ernst Mosch. Nicht zuletzt verstärkte das für die UPW antretende "Etzenrichter Urgestein" den Gemeinderat. Er rückte 1998 für Robert Amann nach und vollendete die Wahlperiode bis 2002.

In den letzten Wochen umsorgte ihn seine Schwester Gerlinde, unterstützt von Ehemann Karl-Heinz und Tochter Kathrin, so dass er bis zuletzt im Anwesen "Am Plan" bleiben konnte. Freunde und Kollegen konnten sich in Coronazeiten leider nicht verabschieden. "Das war sehr schade", bedauerte beispielsweise Ex-SV-Trainer Christian Stadler.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.