25.02.2019 - 08:11 Uhr
Etzgersrieth bei MoosbachOberpfalz

Schwerer Schock für die Pfarrei Moosbach

Etzgersriether Kirchenpfleger Reinhard Leipold stirbt plötzlich. Beim Requiem für den 67-Jährigen ist die Kirche völlig überfüllt.

Kirchenpfleger Reinhard Leipold ist plötzlich verstorben. Die Pfarrei Moosbach besonders die Expositur Etzgersrieth sowie die Vereine trauern um einen lebensfrohen, hilfsbereiten und beliebten Menschen.
von Peter GarreissProfil

Wie ein gewaltiger Schock traf die Pfarrei Moosbach und insbesondere die Filialkirche Etzgersrieth die Nachricht vom plötzlichen Tod ihres 67-jährigen Kirchenpflegers Reinhard Leipold am 21. Februar 2019. Unfassbar für alle. Die Kirche in Etzgersrieth war beim Requiem völlig überfüllt.

„Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“, warnte Pfarrer Most die Gläubigen. Gemeinsam mit Diakon Herbert Sturm hielt er den Trauergottesdienst. Bestürzt und betroffen bleiben die Angehörigen, Freunde und Wegbegleiter zurück, die den Verstorbenen geschätzt haben und ihm vieles verdanken. Most blickte auf das reiche Leben des Verstorbenen zurück. Leipold wurde am 10. Juni 1951 in Etzgersrsieth als erstes Kind der Eheleute Georg und Klara Leipold geboren. Mit zwei Schwestern wuchs er auf und besuchte die Schule in seinem Heimatort. Nach einer Lehre als Maurer übte er seinen Beruf mit großer Liebe, Können und Leidenschaft aus. Am 26. Oktober 1974 heiratete er Maria Hammerl aus Tröbes. Aus der Ehe gingen die Kinder Markus und Sandra hervor.

35 Jahre hat er als Maurer und viele Jahre auch als Maurerpolier bei der Firma Rappl in Moosbach Häuser gebaut. Elf Jahre war er dann bei der Firma ATU in Weiden beschäftigt und bis zur Rente mit 63 Jahren beim Reger-Bau in Vohenstrauß. Für sich und seine Familie baute er 1986 ein neues Heim. Neben seiner Maurerarbeit betrieb er mit seiner Ehefrau eine kleine Landwirtschaft. Seine große Freude waren seine beiden Enkel, die Zwillinge Jana und Luca im Haus und sein Einsatz bei den Vereinen, dem Schützenverein, der Feuerwehr und den Kriegervereinen Etzgersrieth und Tröbes.

Besonders wies Pfarrer Josef Most darauf hin, dass ihm die Expositurgemeinde Etzgersrieth und er viel zu verdanken habe. Der Verstorbene war von 1984 an in vier Perioden aktives Mitglied der Kirchenverwaltung und zuletzt sechs Jahre Kirchenpfleger. Erst im November 2018 wurde er wieder zum Kirchenpfleger gewählt. Leipold bezeichnete er einen Kirchenpfleger mit einem großen Herz, wie man sich keinen besseren vorstellen kann. Er sorgte sich mustergültig um die Gebäude „Kirche und Pfarrhof“, um den Friedhof und die Finanzen. Sein großes Vorhaben, die Renovierung der Kirche mit einem behindertengerechten Zugang, habe er letztes Jahr in die Wege geleitet. „Jetzt müssen wir das und vieles mehr ohne ihn schaffen“, bedauerte der Pfarrer. Namens der Kirchenverwaltung sagte Josef Most ein großes „Vergelt`s Gott“ für die unermüdliche und unentgeltliche Arbeit, für sein freundschaftliches Miteinander und seine Liebe zur Kirche und Gemeinde. „Mit dem „Weber-Reinhard“ verlieren wir einen lebensfrohen, hilfsbereiten und äußerst beliebten Menschen, einen Mann, den wir alle sehr vermissen werden“, bedauerte Pfarrer Most.

Nach dem Gottesdienst geleitete die Musikkapelle „Bayrisch Blech“ die Trauernden zum Friedhof. Der Vorsitzende des Kriegervereins Tröbes Josef Schafbauer bezeichnete Leipold als treuen und guten Kameraden, der 1982 in dem Kriegerverein eintrat und mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet wurde. Besonders beim Bau des Krieger-Vereinsstadels in Tröbes wirkte Reinhard Leipold mit. Für die Feuerwehr Etzgersrieth nahm Vorsitzender Rudolf Mitlmeier Abschied von den Verstorbenen. "Er war ein Mensch, der für die Feuerwehr immer da war." 50 Jahre lang war er ein engagierter Feuerwehrmann. Seine hilfsbereite Art und sein Sachverstand waren sehr gefragt. „Bei der Renovierung des Feuerwehrhauses konnten wir uns auf ihn verlassen“, dankte Mitlmeier im Namen aller Feuerwehrleute. Wir sind dankbar, dass wir so viele Jahre mit dem Verstorbenen verbringen konnten. Der Schützenverein St. Georg Etzgersrieth trauerte mit Schützenmeister Jonas Weiß um ein treues Mitglied. 1970 trat Leipold in den Schützenverein ein. Viele Jahre war er Sportleiter und zweiter Schützenmeister.

Auch der Kriegerverein Etzgersrieth musste sich von einem verdienten Mitglied durch Vorsitzenden Wolfgang Piehler verabschieden. Für den „Weber-Reinhard“, wie er von der Bevölkerung liebevoll mit Hausnamen gerufen wurde, waren Pflicht und Ehre eine Selbstverständlichkeit. 1972 wurde er zum Wehrdienst gerufen. Über Jahrzehnte hinweg war der Verstorbene ein verantwortungsbewusster Kassier des Kriegervereins.

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