14.01.2021 - 11:28 Uhr
Etzgersrieth bei MoosbachOberpfalz

Waldkapelle „Rotes Kreuz“ lädt zur Besinnung und zum Wandern ein

Die Waldkapelle „Rotes Kreuz“ ist Zufluchtsort vieler Gläubigen und Ausgangspunkt für zahlreiche Waldwanderungen.
von Peter GarreissProfil

Niemand weiß, wie alt die Kapelle am Roten Kreuz an der Kreisstraße zwischen Etzgersrieth und Wildstein ist. In dem riesigen Waldgebiet zwischen den Bergen Hoher Rainstein (750 Meter) und dem Eisberg (771) und dem Roten Kreuz (686) dient sie schon seit vielen Hundert Jahren als Zuflucht- und Schutzort für die Waldarbeiter. Auch die für den Straßenunterhalt zuständigen Männer schützten sich bei schlechtem Wetter in dem Kirchlein. Irgendwann wurde das Gebäude aber in eine Kapelle umfunktioniert. 1970 war der bauliche Zustand der alten Kapelle so schlecht, dass sie abgerissen wurde. Der damalige Landkreis Vohenstrauß erklärte sich bereit, für den Neubau einer Kapelle die Bauträgerschaft und den späteren Unterhalt zu übernehmen. Die Planung für das vier Mal fünf Meter große Gotteshaus übernahm Kreisbaumeister Ambros Ach vom Landratsamt Vohenstrauß, die Bauausführung der Kreisbautrupp.

Die Kapelle liegt an einer Straßenkreuzung inmitten eines alten Fichtenbaumbestands. Neben der von Etzgersrieth und Wildstein kommenden Kreisstraße kreuzt hier auch eine uralte Straße von Tännesberg nach Pullenried, außerdem münden Waldwege von Kühried und Kleinschwand ein. Die Verantwortlichen im Landratsamt Vohenstrauß um Landrat Johann Pösl und dem Kreisbaumeister wussten, welche Bedeutung das kleine Gotteshaus in der Bevölkerung besitzt und legten deshalb großen Wert auf eine gediegene Bauausführung. Die Kapelle wurde deshalb massiv aus Granitstein erstellt. Die Wände wurden aus leichtem Rundholz gefertigt, als Dachverkleidung diente Baumrinde. Blickfänge sind die Glasfensterverkleidung gegenüber des Eingangs, die schmiedeeiserne Gittertür an der Westseite sowie das rote Holzkreuz mit der Christusfigur. An den Wänden hängen unzählige Dankesgaben von Hilfesuchenden, deren Gebete erhört wurden. Und darauf legte Kreisbaumeister Ach besonderen Wert: Dass das große und weiterhin ersichtliche „Rote Kreuz“ traditionsgemäß mit Stierblut gestrichen wurde. Die Kapelle wurde 1971 fertiggestellt. Sie ist heute ein beliebter Ausgangspunkt für viele und gut beschilderte Wanderungen. Parkplätze sind vorhanden.

Ein Blick ins Innere der Kapelle.

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