25.01.2019 - 08:30 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Fahrbericht Hyundai Santa Fe

Ein großer Geländewagen aus Korea, noch dazu mit Benzinmotor? Braucht's das? Eigentlich nicht, doch der Hyundai Santa Fe überrascht.

Großes SUV mit Benzinmotor und Allradantrieb: Der Hyundai Santa Fe.
von Michael Ascherl Kontakt Profil

 

Als Benziner hat der Santa Fe den Allradantrieb schon in der günstigsten Version (ab 35 470 Euro) an Bord, und auch die 6-Gang-Automatik ist aufpreisfrei. In dieser Basis (Select) -Ausstattung bringt der Santa Fe im Prinzip alles mit, was das Autofahrerleben angenehm und sicher macht. Einen günstigeren Allrad-SUV im D-Segment findet man wohl kaum. Schielen wir vorsichtshalber mal kurz zur Schwestermarke Kia rüber, da kostet der vergleichbare 200-PS-Sorento mit Allrad mindestens 37 750 Euro, dann aber als Diesel.

 

Zurück zum Hyundai. Der Testwagen kommt als komplett ausgestatteter "Premium" und bleibt selbst als solcher deutlich unter 50 000 Euro (siehe Datenblatt). Einziges Extra des Testwagens: die Metallic-Lackierung.

 

Voll mit Funktionen

 

Mit dem Santa Fe reiten die Koreaner seit 18 Jahren auf der Welle des Erfolgs. Jetzt ist brandneu Generation Nummer vier am Start, und die schaut uns aus zusammengekniffenen Scheinwerfern und mächtigem Kühlergrill kampfeslustig an. Ein echtes Designerstück. Mit einer Außenlänge von 4,77 Metern und einem Radstand von 2,77 Metern bietet der größte Hyundai Platz in Hülle und Fülle, wenn's gewünscht wird auch für ein Septett. Als Konkurrenten nennen wir hier Kodiaq, Tarraco und Co. Groß schreiben die Koreaner das Kapitel Sicherheit. Der Wagen warnt beim Öffnen von Türen, falls sich von hinten ein Fahrzeug nähert, die hinteren Verschläge werden dann gar komplett verriegelt, damit nicht ein Kind auf die Straße stürmt. Wer Kind oder Hund im Auto vergisst, erhält einen Warnhinweis. Wer bei Querverkehr rückwärts ausparkt ebenso. Im Stau weckt uns der Assistent, wenn der Vordermann wieder anfährt, und er verhindert einen Spurwechsel, wenn im toten Winkel ein anderes Fahrzeug heranrauscht. Das war die Basis in der günstigsten Ausstattung. In den höheren Linien kommen Features wie Notbremsassistent, Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung, Spurhalteassitent, Abstandsradar, Fernlichtassistent und Verkehrszeichenerkennung obendrauf. Und das Spiel geht durch alle Kategorien so weiter, egal ob es um Komfort, Sicherheit oder Assistenzsysteme geht. Klima und Radio? Serie.

 

Durstiger Benzinmotor

 

Der 185 PS starke Vierzylinder-Motor erfüllt dank Benzin-Partikelfilter die strengste Abgasnorm Euro 6d-Temp. Er genehmigt sich allerdings im Test fast 12 Liter Super. Ganz zurückhaltend bewegt, kommt er vielleicht auch mit ein bis zwei Litern weniger aus. In jedem Fall zu viel. Der Antrieb geht recht forsch zu Werke und verbrennt so geräuschvoll, dass man zunächst denkt, man habe es mit einem Diesel zu tun. Aber: Nach einiger Zeit mag man diesen "Sound", der dem Dickschiff fast so etwas wie eine sportliche Note verleiht. Der Allradantrieb richtet sich nach den gewählten Fahrmodi, als da sind: Eco, Normal und Sport (ebenfalls alles Serie). Daraus schließt der Rechner, in welchem Verhältnis er die Kraft zwischen Vorder- und Hinterachse verteilen soll. HTRAC nennt Hyundai diese Technik. In schwierigem Gelände und auf rutschigem Untergrund hilft ferner die gleichmäßige Kraftverteilung auf Knopfdruck (bei niedrigem Tempo). Die 8-Gang-Automatik steht für den Benziner noch nicht zur Verfügung. Der schaltet noch sechsstufig aber nichtsdestotrotz zufriedenstellend.

 

Flexibler Allradantrieb

 

Innen geht es nicht hypermodern sondern eher traditionell zu, darüber können die digitalen Instrumente, die je nach Fahrmodus ihre Farbe wechseln, nicht hinwegtäuschen. Der mittig auf dem Dashboard sitzende Navi-Bildschirm ist mit 8 Zoll recht klein geraten. Dafür sind die Sitze sehr bequem und der Platz hinten üppig. Unter dem Kofferraum gibt es ein halbes Dutzend Staufächer, und die Heckklappe öffnet elektrisch. Dazu genügt es, sich mit dem Schlüssel in der Tasche hinter den Wagen zu stellen. Der blinkt nach kurzer Zeit und macht dann auf - ganz ohne Kicken oder andere Turnübungen.

 

Hyundai gibt auf den Santa Fe fünf Jahre Garantie (Kia auf den Sorento sieben). Wem empfehlen wir also dann den großen Hyundai? Wenigfahrern, die Allrad brauchen und viel Platz, denn - Achtung Kalauer -in den Hyundai passt jeder "Hund ei".

 

Innenraum

 

Datenblatt

 

Bildergalerie Hyundai Santa Fe

 

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