Vor mehr als drei Jahren hatte der bereits verstorbene Bürgermeister und Heimatpfleger Franz Bergler Ringholz beauftragt, Kopien von verschollenen Votivbildern vom Fahrenberg zu malen. Endlich sind diese Kunstwerke wieder dort, wo sie hingehören: in der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung.
"Besonders danke ich dem Waldthurner Architekten Rudolf Meißner, der mit seiner Mitarbeiterin Petra Reil einen idealen Aufbewahrungsplatz in einer Vitrine in der Fahrenbergkirche gefunden hat", sagte der 86-Jährige. Bergler sei es laut Ringholz ein großes Anliegen gewesen, dass die Kunstwerke in der Wallfahrtskirche für die Gläubigen zu sehen sind. Durch die Renovierung des Gotteshauses verzögerte sich dieses Vorhaben, was Bergler leider nicht mehr erleben durfte. Viele Bilder vom einst beträchtlichen Fundus sind in den vergangenen Jahrzehnten bei zahlreichen Renovierungen immer mehr verloren gegangen. So hatte sich Bergler vor einigen Jahren anlässlich der Innenrenovierung der Fahrenberger Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung zum Ziel gesetzt, eine Auswahl dieser wallfahrtskundlichen Raritäten wiederherzustellen.
Durch den glücklichen Umstand, dass die Bilder fotografiert wurden, war es möglich, diese originalgetreu zu malen. Ringholz spielte eine zentrale Rolle und hatte diese anspruchsvolle Arbeit übernommen. Der Vohenstraußer ist ein Maler mit Leidenschaft und Hang zum Detail. Er hat die detailgenauen Ölmalereien auf witterungsbeständigen Leimholzplatten reproduziert. "Franz Bergler hinterlässt mit der damaligen Initiative Spuren seines Lebens auf dem Fahrenberg", sagte Ringholz.
"Ex Voto" (aus Dank) ist auf den Kunstwerken zu lesen. Votivgaben werden als Raritäten einer Wallfahrt bezeichnet. Zu den Wallfahrtsbräuchen aus früherer Zeit zählte auch das Stiften von Votivbildern am Wallfahrtsort, oft rührende Zeugnisse menschlicher Hilfsbedürftigkeit und Heilserwartung. "Pinakotheken der Gnade" nannten die Gläubigen die mit Votivbildern ausgestatteten Wallfahrtskirchen. Drei Dinge sind auf einem solchen Gemälde zu sehen: Das Gnadenbild oder der Heilige, an den man sich wendet, der Bittsteller sowie das Anliegen, zum Beispiel ein Augenleiden.
Was den Kunstwerken einen besonderen Reiz verleiht, ist das selbstverständliche Beieinander verschiedener Welten. Da findet man einen Unglücksfall, eine Krankendarstellung oder eine Viehherde, die der himmlischen Hilfe bedarf. Über dem irdischen Drama schwebt das Gnadenbild im Strahlenkranz, dazwischen oft ohne Beziehung zum Bildgeschehen, die Bittsteller.
Fahrenberg bei Waldthurn
04.06.2018 - 11:06 Uhr
Reizvolle Raritäten
von Franz Völkl
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Meistgelesene Artikel
Zum Fortsetzen bitteE-Mail eingeben
Sie sind bereits eingeloggt.
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.