05.04.2019 - 12:05 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Ameisen als Bestandteil der Nahrungskette der Natur

„Viele wissen leider gar nicht, dass es uns gibt“, bedauert der Ameisenschutzverein Tirschenreuth. Bei der Jahreshauptversammlung berichten die Vorsitzenden über die Projekte und Aufgaben des vergangen Jahres.

„Ameisen – kleine Krabbler Bayerns“ war der Vortrag überschrieben, den der Nabburger Hubert Fleischmann (rechts) vorbereitet hatte.
von Werner RoblProfil

Vorsitzender des Ameisenschutzvereins Tirschenreuth Michael Weiß appellierte auf der Jahreshauptversammlung: "Unser Ziel muss es auch sein, die Jugend zu mobilisieren." Seit 30 Jahren sorgt sich der 106 Mitglieder zählende Verein um den Fortbestand der nützlichen Waldbewohner. "Deutschlands größte Population - mit rund 2000 Hügeln - findet man im Münchsgrüner Wald", erklärte Zweiter Vorsitzender Erich Turner. Der spaltenreiche Lebensraum sei für die Ameisen ideal.

Große Aufgaben lauern im entstehenden Interkommunalen Gewerbegebiet östlich von Wiesau. Für 37 Polyctena-Staaten konnte schon ein neues Zuhause gefunden werden. Abgeschlossen seien die Rettungsarbeiten noch nicht, meinte Turner. Drei Nester müssten an der Baustelle noch umgesiedelt werden. Auf einen Ortswechsel warten auch die gesichteten Bestände, die aus Poxdorf, Tännersreuth und Falkenberg gemeldet wurden.

Erfolgreich abgearbeitet wurde das Betreuungsgebiet "Straßenbaustelle westlich Kornthan". Das Fazit der Rettungseinsätze sei positiv, betonte Weiß. "Die Tiefbaufirma hat vorbildlich und rücksichtsvoll gearbeitet." Im Frühjahr 2018 musste der Verein nach Leugas ausrücken. Weiß fuhr fort: "Ein Rufa-Nest war aufgrund einer Baumfällung von Käfern befallen." Danach folgte die Bestandsaufnahme der rund 990 Ameisenstaaten, die die Ameisenfreunde unweit von Falkenberg entdeckt hatten.

"Gerne öffnen wir den Kreislehrgarten in Mitterteich", sagte Weiß. "Nach Rücksprache informieren wir dort gerne über unsere Arbeit. So bekommt der Verein regelmäßig Besuch von Schulklassen oder jungen Vertretern aus den Obst- und Gartenbauvereinen der Region. In einem kleinen Rahmen feierte der Ameisenschutzverein das 30-jährige Gründungsjubiläum in Großbüchlberg. Überschattet wurde das zurückliegende Vereinsjahr vom Tod des Ehrenvorsitzenden und Vereinsgründers Max Sertl. Zudem wollte Weiß langjährige Mitglieder ehren. Er hatte "Ameisenkrüge" mit Urkunden für 25 Jahre Mitgliedschaft vorbereitet. Die Geschenke warteten vergeblich auf ihre Besitzer, die sich entschuldigt hatten. Posthum wurde Karl Horn für seine Treue zum Ameisenschutzverein geehrt. Horn ist im Oktober vergangenen Jahres verstorben.

Den "kleinen Krabblern Bayerns" widmete sich der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes, Hubert Fleischmann, in seinem bebilderten Ameisenvortrag. Er erklärte: "In der Nahrungskette der Wälder bilden die Ameisen ein wichtiges Glied. Die gefährdeten Tiere verwenden alles transportable als Baumaterial und tragen Samen in die Nestbereiche." Daher wüchsen in ameisenreichen Gebieten mehr blühende Pflanzen. "Die Ameisen leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Seit der Vereinsgründung 1985 wurden rund 2800 Waldameisenvölker gerettet."

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