"Mit dem Bau, zusammen mit Konrad Fischer aus Schwarzenbach, habe ich 2016 begonnen", blickte die Erbauerin in ihrem Garten bei der Segnung am Samstag auf rund 100 Arbeitsstunden zurück. Erst jetzt - nach 2 Jahren - ergab sich die Gelegenheit, die Andachtsstätte aus Flossenbürger Granit, die seitdem die gepflegte Anlage ziert, bei einer Maiandacht zu segnen und ihrer frommen Bestimmung zu übergeben. "Jeder ist herzlich willkommen", empfahl die Eigentümerin einen Abstecher zu dem Anwesen am Bodenreuther Weg 75, unweit von Thann. "Willkommen Mai, mit frohem Sinn. Wir gehen zu Maria hin", zitierte Pfarrer Maximilian Roeb den Maigesang König Alfons X. von Kastilien. Zusammen mit Pfarrer Franklin gestaltete er im Grünen und bei strahlendem Sonnenschein die Andacht zur Einweihung und zu Ehren Mariens. Maria sei die Mutter aller Menschen, fuhr er fort. "Menschen, die wie Maria ein Kind, einen Angehörigen oder einen guten Freund verloren haben, sitzen heute auch neben uns." Roeb erinnerte an viele Einzelschicksale. Man frage sich danach oft: "Wie soll es weitergehen". Das Hadern mit Gott sei berechtigt. "Wie kann Gott so etwas zu lassen", fragte der Seelsorger im Namen der Betroffenen und ergänzte: "Die Heilige Schrift mutet uns eine Antwort zu, die Schmerzen verursacht." Roeb mahnte: "Gott verhindert nicht das Leid. Er leidet mit uns mit; er ist in allen unserer Leiden nahe." Weiter sagte der Geistliche in seiner Ansprache: "In Maria sehen wir eine Mutter, die mit Schmerzen unter dem Kreuz steht und leidet. So lange, bis der Engel zu ihr sagte: "Dein Sohn lebt."
Die Grotte segneten Pfarrer Roeb und Franklin gemeinsam. Roeb betete: "Lass die Gläubigen hier deine Nähe spüren und deine Liebe erfahren. Steh ihnen bei in jeder Not." Im Anschluss daran bekräftigte Hildegard Keck ihre Einladung zur vorbereiteten Feier, draußen im Grünen. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien betonte sie: "Ich wollte eine runde Kapelle erbauen, die mich an Afrika erinnert." Dort habe sie einige Zeit lang gearbeitet, begründete sie so auch ihren Entschluss zur Errichtung der Grotte. Sie arbeitete auch in gefährlichen Kriegsländern, wie etwa in Angola und Moçambique. Dankbar sei sie darüber, manch einem Unglück entronnen zu sein, fügte die als Beraterin für ländliche Entwicklung arbeitende Thannerin weiter hinzu. Mit dankbarem Blick auf ihren Wohnort schloss Keck: "Hier draußen ist die Welt noch absolut in Ordnung."
Falkenberg
29.05.2018 - 16:47 Uhr
Beten im Grünen
von Werner Robl
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