08.10.2018 - 13:58 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Diskurs mit dem lieben Gott

90 Jahre alt zu werden ist auch für einen Verein etwas Besonderes. Die Kolpingfamilie Falkenberg feiert diesen Jubeltag deshalb ausgiebig mit über 130 Gästen und einem schönen Festgottesdienst.

von Ulla Britta BaumerProfil

Falkenberg. (ubb) Ein angeregtes „Streitgespräch“ mit dem lieben Gott gibt es nicht alle Tage. Für diesen amüsanten Beitrag der "Kolping-Kids" am Samstag zum 90. Geburtstag der Kolpingfamilie gab’s deshalb von den vielen Besuchern im Saal des Gasthofs „Goldener Stern“ viel Sonderapplaus.

Die Feier hatte eineinhalb Stunden vorher schon mit einem Kirchenzug und dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche begonnen. Gleich vier Geistliche, Präses Pfarrvikar Franklin Mboma, Pfarrer Maximilian Roebl, Bezirkspräses Martin Besold und Monsignore Harald Scharf aus Regensburg, zelebrierten die feierliche Messe, die vom Kolpingchor unter Leitung von Martina Mark stimmungsvoll begleitet wurde. Mit dabei waren viele Abordnungen der Kolpingfamilien aus dem Landkreis sowie zahlreiche Vertreter Falkenberger Vereine.

Vorsitzender Karl Schreier begrüßte im Festsaal zahlreiche Ehrengäste. Er zollte seinen Vorgängern hohen Respekt für 90 Jahre Vereinsarbeit. 1928 gegründet, habe die Kolpingfamilie Falkenberg im nationalsozialistischen System leiden müssen. Aber 1948 habe man mit 44 sogenannten „Wiederaufbelebungsmitgliedern“ neu beginnen können. Viele Vereinsaktivitäten, darunter die Johannisfeier, eine aktive Mädchengruppe, der ökumenische Kreuzweg, die Broschüre „Kolping-Brisant“ und der Familienkreis seien danach ins Leben gerufen worden.

„Mit Fug und Recht können wir sagen, wie sind ein aktiver und attraktiver Verein“, so Schreier. Viel Freude machte ihm die gute Nachricht an die Gäste, dass man seit zehn Jahren jedes Jahr sechs neue Mitglieder dazu bekommen habe. Ehrgeiziges Ziel des Vereins seien ursprünglich fünf Neumitglieder jährlich gewesen. Besonders stolz präsentierte Schreier dann die „Kolping-Kids“ unter Leitung von Maria Unterstein und Andrea Fichtner. „Wir erleben zurzeit ein echtes Wirken des Heiligen Geistes“, meinte er im Zeichen des allgemeinen Mitgliederschwunds, der auch Kolping schon zum 75. Geburtstag Sorgen bereitet habe.

Als Beispiel aktiver Jugendarbeit interpretierten die „Kids“ danach auf der Saalbühne das „Vater unser“ im Alltagsgeschehen eines gläubigen Christen. Bei einem „Wortgefecht mit Gott“ übten die Kinder auf lustige Weise auch Kritik am Allmächtigen, oder besser gesagt an der Auslegung des Gebets.

Nach zünftiger Musik der „Falkenberger Stodlmusi“ gratulierte auch der Bürgermeister. Herbert Bauer sprach die Höhen und Tiefen des Vereins an und dankte für das erfolgreiche Wirken in Falkenberg. Er wünschte weiterhin eine starke Gemeinschaft bis zum 100. Geburtstag.

90 Jahre seien nicht selbstverständlich, betonte Kolping-Diözesanvorsitzender Josef Sander. In Falkenberg werde umgesetzt, was Gründer Adolph Kolping wichtig gewesen sei. Dies verdiene Respekt. Monsignore Harald Scharf sprach in der Festrede die personellen Schwierigkeiten in den Pfarreien und christlichen Vereinen an. Aufgrund von Priestermangel sei eine Zusammenlegung der Pfarreien unumgänglich. In Bezug auf den Strukturwandel in den Vereinen forderte Scharf die Kolpingfamilien auf, Netzwerke zu bilden und sich mit anderern zusammenzutun. Die Falkenberger lobte er für ihre Erfolgsgeschichte als beispielhaft.

Nicht vergessen wurde, zum Jubiläum auch drei verdiente Mitglieder zu ehren: Christine Kick (28 Jahre Mitgliedschaft), Josef Franz (42 Jahre) und Martina Mark (37) bekamen für ihre Treue Gutscheine für zwei Übernachtungen für jeweils zwei Personen im Kolpinghaus Lambach.

Statt sich beschenken zu lassen, wurden beim Geburtstag der Kolpingfamilie Falkenberg umgekehrt Geschenke verteilt. Sehr zur Freude des Falkenberger Pfarrvikars Franklin Mboma: Dieser bekam am Ende des offiziellen Teils der Feier vom Vorsitzenden Karl Schreier einen Scheck über 900 Euro. Die Spende dient der Mitfinanzierung eines Schulgebäudes für 300 Kinder in Kibwanga im Kongo, wo Mbomas Familie lebt. Die neue Bildungseinrichtung in Afrika wird am 27. Oktober eingeweiht.

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