01.07.2019 - 17:44 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Gänsehautmomente unterhalb der Burg

Am Doppelnamenstag, Peter und Paul, wird Jaime-Pasqual Hannig im Münchner Liebfrauendom, auch im Beisein vieler Falkenberger, zum Priester geweiht. Bereits einen Tag danach folgt der herzliche Heimatempfang mit Fahnen, Musik und Zoiglbier.

von Werner RoblProfil

Ein halbes Jahrhundert lang hatte Falkenberg keinen Neupriester mehr. Jaime-Pasqual Hannig beendete die Durststrecke. Entsprechend emotional fiel der Empfang bei der Ankunft des Neupriesters aus. Im offenen Auto - gesteuert von Hermann Meier, der trotz der Hitze einen Zylinderhut trug - näherte sich der Neupriester dem Feuerwehr-Gerätehaus. Gekommen waren auch Pfarrer Franklin Mboma aus Falkenberg, Maximilian Roeb aus Wiesau, Kolping-Bezirkspräses Pfarrer Martin Besold aus Erbendorf, der Mähriger Ortsgeistliche Armin Maierhofer und der ehemalige katholische Ortspfarrer Reinhard Forster, der den großen Tag an seiner früheren Wirkungsstätte ebenfalls miterleben wollte.

Auch Bürgermeister Herbert Bauer, MdB Albert Rupprecht und MdL Tobias Reiß, Vereine und Verbände, darunter natürlich die Kolpingsfamilie, in der Hannig Mitglied ist. Die Kindergartenkinder schwenkten mit ihren Erzieherinnen fleißig Fähnchen. Viele Bürger schossen Bilder oder drehten Videos, um den bewegenden Tag festzuhalten.

Der Neupriester blieb vor dem gebildeten Ehrenspalier kurz stehen und genoss das Bad in der Menge. "Ich bin glücklich, bei euch sein zu dürfen. Ich wusste gar nicht, dass es so viele Möglichkeiten gibt, eine Gänsehaut zu bekommen", meinte er gerührt. Hannig nahm Geschenke entgegen und freute sich über die Ständchen, die ihm die Blasmusik, die Buben und Mädchen von St. Rita und die Kolpingkids darbrachten.

Bürgermeister Herbert Bauer hieß in einer Ansprache den Neupriester herzlich willkommen und freute sich, nach über 50 Jahren wieder eine Primiz miterleben zu dürfen. "Wir wünschen dir, dass du in all deinen Wirkungsstätten ein guter Hirte sein wirst. Wir wünschen dir aber auch, dass du dich immer angenommen fühlst und auch angenommen wirst."

Pfarrer Maximilian Roeb meinte, dass Hannig an einem wunderbaren Ort, daheim sein darf. Humorvoll griff Roeb einen Fernsehspot auf, der lautet: "Da bin i' dahoam." "Heute bist du, lieber Jamie, zurückgekehrt, du bist ein großes Geschenk für uns." Mögest du erleben, dass Gott dich trägt. Und mögest du stets bei den "Dreien von der Tankstelle", Gott Vater, Gott Sohn und dem Heiligen Geist, auftanken können."

Dem Eintrag ins Goldene Buch folgte eine Begrüßungsansprache des Neupriesters, der zuvor einen Zettel aufgehoben hatte, wo zu lesen war, welche Vorbereitungen zu treffen seien. "Ich sehe, es ist alles erledigt", stellte er fest und scharte die Kinder und seine Mutter Elisabeth um sich herum. Hannig setzte sich neben seinen Großvater Josef und stieß mit Zoigl mit vielen Leuten an. "Es eilt nicht", erwiderte er in gelassenem Ton mit Blick auf den bevorstehenden Gottesdienst, der ohne ihn eh nicht beginnen könne.

Obwohl die Organisatoren ein Fässchen im Feuerwehrhaus kalt gestellt hatten, um sich für den Festmarsch zur Kirche zu stärken, kamen doch noch alle pünktlich zur Andacht. Diese feierte Hannig gemeinsam mit den Gläubigen sowie den Pfarrern Martin Besold, Franklin Mboma, Maximilian Roeb und Armin Maierhofer.

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