09.07.2019 - 12:24 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Hoffnung auf stabilen Milchpreis

Die Erzeugergemeinschaft Milchhof Tirschenreuth liefere erstklassige Milchware, wurde in der 77. Generalversammlung deutlich. Die Wettbewerbsfähigkeit des Milchpreises sei allerdings eine Herausforderung.

Ergänzt wurde durch die turnusgemäßen Neuwahlen Vorstand und Aufsichtsrat der Erzeugergemeinschaft Milchhof Tirschenreuth. Unser Bild zeigt (von links) Bernhard Kost, Ludwig Eckert, Günther Männer, Andreas Stock und BMI-Vorstandsvorsitzender Peter Hartmann.
von Josef RosnerProfil

"Der Milchpreis ist unsere wichtigste Haupteinnahmequelle, im vergangenen Jahr ist er leider um 2,2 Cent gesunken", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Ludwig Eckert, bei der 77. Generalversammlung der Erzeugergemeinschaft Milchhof Tirschenreuth im voll besetzten Kramerstadl. Dennoch war er überzeugt, dass der Schritt zur Bayerischen Milchindustrie Gesellschaft (BMI) im Jahr 2002 der richtige Entscheidung war. Eckert zeigte sich überzeugt, dass der Milchpreis wieder marktgerecht steigen wird.

Vorbildliche Milchqualität

Vorstands-Mitglied Bernhard Kost freute sich über den starken Besuch der Mitglieder. Die Mitgliederzahl bezifferte Kost mit 438 Personen, die 20 176 Geschäftsanteile mit 1,147 Millionen Euro an Geschäftsguthaben unterhalten. Angeliefert wurde die Milch von 246 Milcherzeugern, die insgesamt fast 82 Millionen Kilogramm Milch lieferten. Dies seien 2,2 Millionen Kilogramm (2,77 Prozent) mehr, als im Vorjahr. Die Durchschnittsleistung je Lieferant lag bei 333 106 Kilogramm - ein Plus von 6,95 Prozent. Kost dankte allen Milchlieferanten für die hohe Qualität der Milch. Die Güteklasse "S" erfüllten 95 Prozent, die Güteklasse "1" 4,24 Prozent. Das entspreche über 99 Prozent erstklassige Milchware. "Wir leisten hier eine vorbildliche Qualitätsarbeit", sagte Kost.

Der Milchpreis betrug im Jahresdurchschnitt 35,20 Cent pro Kilo. Unter den 246 Milchlieferanten befinden sich drei Bio-Milchlieferanten, die einen Durchschnittspreis von 47,86 Cent pro Kilogramm Milch erhielten. Die BMI zahlte insgesamt rund 28,5 Millionen Euro netto an die Milcherzeuger, pro Lieferant bedeutet dies im Schnitt 117 150 Euro. Damit, erklärte Kost, wird deutlich, wie wichtig die Milch als Einnahmequelle für die Landwirte ist. Abschließend hoffte er, dass sich heuer der Milchpreis stabilisiert und keine großen negativen Ausschläge wie 2018 hat. "Wir sollten im Durchschnitt mit dem Milchpreis schon mit den angrenzenden Nachbarmolkereien mithalten können".

Mehr Mehrwegflaschen

Über Aktuelles vom Milchmarkt berichtete Peter Hartmann, Vorstandsvorsitzender der BMI Landshut. Dabei betonte er, dass die Milchmenge in Europa wieder etwas angestiegen ist und dies bei leicht rückläufiger Milchmenge in Deutschland. Erfreulich nannte er, dass die Käsepreise wesentlich stabiler seien als 2017. Bis zum Herbst, hofft Hartmann, könnte die Käsepreise sogar noch etwas anziehen. Als Herausforderung sah er die Wettbewerbsfähigkeit des Milchpreises. Hartmann machte deutlich, dass sein Unternehmen den Fokus auf die Milchpreisauszahlung lege, zugunsten der Landwirte. Ausführlich stellte er den Landwirten das neue Werk in Jessen bei Berlin vor. Weiter wusste Hartmann, dass Mehrwegflaschen auf dem Vormarsch sind: "Wir sehen hier noch weiteres Steigerungspotential". Steigerungen werden auch in der Bio-Sparte erwartet. Abschließend kündigte Hartmann an, dass dies eine seiner letzten Amtshandlung war. Er gehe in Pension. Sein Nachfolger als BMI-Vorstandsvorsitzender ist Winfried Meier.

Günter Edelmann vom Genossenschaftsverband Bayern berichtete über die gesetzliche Prüfung des Jahresergebnisses. Die Bilanzsumme betrug 6,32 Millionen Euro, der Bilanzgewinn betrug 308 581 Euro.

Turnusgemäß aus dem Vorstand ausgeschieden ist Günther Männer (Zirkenreuth), er wurde für drei weitere Jahre wiedergewählt. Aus dem Aufsichtsrat schieden turnusgemäß Ludwig Eckert (Laub) und Konrad Heindl (Pleußen) aus. Während Heindl auf eine Wiederwahl verzichtete, wurde Ludwig Eckert wieder gewählt. Neu im Aufsichtsrat ist Andreas Stock aus Pfaffenreuth. Aufsichtsratsvorsitzender Ludwig Eckert dankte dem scheidenden Konrad Heindl, der seit 2005 dem Gremium angehörte. Er überreichte Heindl eine Urkunde des Raiffeisenverbandes und einen Präsentkorb.

Aus dem Aufsichtsrat verabschiedet wurde Konrad Heindl (Mitte) aus Pleußen, er gehörte dem Gremium seit 2005 an. Danke sagten Aufsichtsratsvorsitzender Ludwig Eckert (links) und Vorstand Bernhard Kost.
BMI-Vorstandsvorsitzender Peter Hartmann referierte zum letzten Mal bei den Tirschenreuther Milchbauern, ehe er in Pension geht.
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