14.06.2018 - 12:44 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Klinikum als "Landarzt-Uni"

Mit ihren Kandidaten und ihrer Themensetzung wollen die Freien Wähler bei den Landtags- und Bezirkstagswahlen im Wahlkreis 307 ein Wörtchen mitreden. Dabei setzen sie unter anderem auf eine "Landarzt-Uni".

Die Freien Wähler schauen sich bei ihrer Versammlung auch in der Zoigl-Hochburg Falkenberg um. Dabei sind Bezirkstagskandidat Holger Götz, die Landtagskandidaten Bernhard Schmidt und Thomas Riedls sowie Kreisvorsitzende Gisela Kastner (ab Vierter von links).
von Arnold KochProfil

(ak) Zum Wahlkampfauftakt hatte der Kreisverband der Freien Wähler nach Falkenberg eingeladen. Kreisvorsitzende Gisela Kastner betonte, dass auch der neue Ministerpräsident viele Antworten auf drängende Fragen schuldig bleibe. Sie verwies darauf, dass die Zahl der Pflegebedürftigen steige. Zudem seien die schulischen Wege zur Förderung von eingeschränkt oder stark leistungsfähigen Kindern stark verbesserungsbedürftig.

Auch die Krankenhaus- und Landarztversorgung brenne den Bürgern unter den Nägeln. Die Freien Wähler und ihre Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahl im Oktober würden sich für die Interessen der Menschen in unserer Region einsetzen und "kein politisches Schaulaufen mit Symbolpolitik betreiben".

Der Direktkandidat für den Landtag, Bernhard Schmidt, forderte, das Ehrenamt durch steuerliche und wirtschaftliche Anreize zu stärken. Vereine müssten bürokratisch und haftungsrechtlich entlastet werden, um das Ehrenamt attraktiver zu machen. Das Ziel der gleichwertigen Lebensverhältnisse überall in Bayern sei noch längst nicht erreicht. Dazu müssten der Wohnort auch Lernort bleiben, Krankenhäuser, Geburtsstationen flächendeckend erhalten und dezentrale Hochschuleinrichtungen in Form innovativer Lernorte mit der OTH Amberg-Weiden sowie die regionale Wirtschaftsförderung ausgebaut werden.

Außerdem wolle der Erbendorfer der Land- und Forstwirtschaft durch Regionalvermarktung, Senkung der Auflagen für Direktvermarkter sowie Patentverbot für Pflanzen und Tiere unter die Arme greifen. Zudem seien ein Schulfach "Alltagskompetenz", weniger Organisationszeit und mehr Unterrichtszeit für Lehrer sowie der Verbleib der Schule am Wohnort notwendig.

Schmidt brachte den Ausbau des Weidener Klinikums zur "Landarzt-Uni" für das Medizinstudium und die Einrichtung von Medizinversorgungszentren, die Kommunen betreiben, ins Gespräch. Zudem müssten mehr Kurzzeitpflegeplätze zur Entlastung von pflegenden Angehörigen gefördert und deren Leistung mehr anerkannt werden. Bei den Freien Wähler stehe auch die Stärkung des Mittelstands und Handwerks auf der Agenda. Im Argen liege immer noch die Glasfaseranbindung für schnelles Internet und eine flächendeckende Mobilfunkversorgung. Kinderkrippe und -garten müssten kostenfrei sein.

Dem Listenkandidat für den Landtag, Thomas Riedl, aus Eschenbach liegen besonders das Schaffen von qualifizierten Arbeitsplätzen und die wirtschaftliche Aufwertung der Region durch staatliche Lenkung am Herzen, um junge Fachkräfte in der Heimat zu binden. Der FW-Direktkandidat für den Bezirkstag, Holger Götz aus Speinshart, betonte, dass 95 Prozent der Haushaltsmittel des Bezirkstages in Höhe von rund 400 Millionen Euro in den Pflege- und Gesundheitsbereich fließen. Deshalb sei es wichtig, im Bezirkstag vertreten zu sein, um die Nordoberpfalz als Gesundheitsregion voranzubringen. Zudem wird als FW-Listenkandidat für den Bezirkstag Landrat Wolfgang Lippert antreten.




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